Trauern Atheisten länger/schlimmer als gläubige menschen?

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9 Antworten

Bei gläubigen Menschen ist aber auch die Verzweiflung und manchmal Haß auf diesen Gott, der z.B. das eigene Kind - das auch noch in den eigenen Augen der liebste Mensch auf Erden war - so früh und so grausam genommen hat. Das ist leider ein Schwert, das auf beiden Seiten schneidet...

Ich denke Trauerbewältigung ist eine Frage der Persönlichkeit, Bildung und des Umfelds das einen begleitet. Glaube kann ein positiver oder negativer Faktor sein, so pauschal kann man das nicht beantworten.

Ich persönlich trauere kaum, wenn ein Mensch stirbt. Denn ich bin der Meinung dass wir nicht wirklich sterben, unsere Atome und alles wird an die Natur weitergegeben und wir werden quasi wieder geboren, vielleicht nicht unbedingt als Mensch, aber was solls.

Außerdem wird der Tod jeden von uns treffen, ich sehe das Leben auf dieser Erde eher wie ein Spiel an und nehme nicht alles so ernst. Das liegt daran dass es schon über 100 Milliarden Menschen bisher gelebt haben, wieso also sollte ICH unbedingt so dermaßen wichtig sein oder jemand anderes? Wir kommen und gehen und daran wird sich niemals etwas ändern(außer unsere Technik erfindet das "ewige" Leben) ....

Kommentar von 3runex
29.11.2016, 18:13

Der erste Absatz hat mich an meinen Lieblingsfilm "The Fountain" (Falls man auf sowas dramatisches steht...). Ich wünschte ich hätte auch so eine erwachsene Sicht auf den Tod. Deswegen verfasse ich hier auch keine Antwort, da es viel zu deprimierend wäre. Aber mir gefällt deine Denkweise. Im Grunde hast du das "ewige" Leben beschrieben, von dem alle träumen. Man ist nach dem Tod quasi ein Teil der Natur und lebt so ewig weiter. :)

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Kommentar von thisgirl0
29.11.2016, 18:20

Vielen Dank. :)

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Ich habe viele jahre lang beruflich Sterbebegleitung gemacht. Dabei habe ich viele Menschen beim Sterben bis zu ihrem Tod miterlebt. Oftmals waren auch Angehörige und Freunde des Sterbenden anwesend. Ich bin dabei zum Schluss gekommen, dass die Art des Trauerns einerseits individuell ist, zu einem grossen Teil aber gesellschaftlich bestimmt ist. Je nach dem wird ein bestimmtes Verhalten erwünscht oder gar gefordert. Die Spannweite der Art des Trauerns ist enorm gross, sie reicht von Freudensschreie bis hin zu kollektivem Heulen und gekreische oder bedächtigem Schweigen usw. Ich konnte kaum religiös oder weltanschaulich bedingte Verhaltensformen erkennen, aber sehr viele der jeweiligen gesellschaft zugehörige Arten von Trauer.    Wärenddem in new orleans freudige jazzmusik bei beerdigungen gespielt wird und voll die Party abgeht, habe ich in Süditalien erlebt, dass dutzende von schwarzgekleideten Frauen ein kaum zu ertragendes Geheule, mit sich auf den Boden werfen zum besten geben, wärendem sich die männer inzwischen vollaufen lassen. 

Angehörige trauern doch, weil sie diese Person niemals wiedersehen werden, nicht, weil die Person tot ist oder es ihr im Tod schrecklich geht.

Sowohl Gläubige als auch Atheisten vermissen diese Person in diesem Leben. Da ist kein Unterschied.

Ein Leben nach dem Tod ist doch höchstens für den Sterbenden selbst ein Trost oder eine Hoffnung, oder für Leute denen es in diesem Leben schlecht geht. Weiß nicht, ob das für die Angehörigen ein Trost ist.

Bei den gläubigen ist der Gedanke, dass man sich später im ewigen Leben wiedersieht sehr tröstlich und aufbauend. Schade und somit weit trauriger ist es bei Menschen, die nicht an Gott geglaubt haben.

das hängt ausschließlich von deren seelenkräften ab!

Nur weil man den Glauben an die dir bekannten Götter ablehnt, muss das ja nicht bedeuten das man keine Meinung dazu hat. Ich denke das ist eine Sache der Auslegung/ Betrachtungsweise und lässt viel Spielraum...

Kommentar von Susii01
29.11.2016, 18:14

ich meine aber menschen die an absolut nichts glauben, kein leben, keine Existenz danach.

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Wie mit der Trauer nach einem Tod umgegangen wird ist rein individuell und soweit ich weiß auch aus diesem Grund in keiner Statistik ergründet worden.

Tatsache ist dass Gläubige offensichtlich doch nicht so wirklich an ein Leben nach dem Tod glauben, denn ansonsten wären sie bei Beerdigungen weitaus fröhlicher.

Kommentar von Susii01
29.11.2016, 18:06

gibt es nicht eine Religion/Tradition wo es um die reine freude geht und nicht geweint werden darf? ich erinnere mich leider nicht mehr. ich denke für einen gläubigen menschen (glauben an etwas danach) ist es ein Zwiespalt.

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Kommentar von comhb3mpqy
29.11.2016, 18:10

Ich denke, wenn gläubige Menschen trauern, dann tun sie das, weil sie einen Menschen vermissen. Sie glauben trotzdem an ein Leben nach dem Tod.

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Kommentar von Susii01
29.11.2016, 20:53

trotzdem sind 10-20 oder gar 50 jahre auf unserer welt einige zeit die vergehen muss bis man sich wiedersieht und anschiede, für egal wie lange, machen viele Menschen traurig.

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Ich kann nur für mich sprechen und die Antwort lautet nein.

Als mein Vater gestorben ist, habe ich ihm gedankt für seine Erziehung, seine Lebensleistung und sein Dasein als Vater. Er ist sehr alt geworden und hatte ein erfülltes Leben.

Dann wurde er verbrannt und seine Asche begraben. Das ist alles. Kein Jenseits, keine Wiedergeburt, kein Hoffen auf ein Wiedersehen, garnichts. Damit bin ich sehr zufrieden.

Den Theisten bleibt nur Glauben (aber kein Wissen) und Hoffnung.

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