Trauern Atheisten länger/schlimmer als gläubige menschen?

10 Antworten

Ich habe viele jahre lang beruflich Sterbebegleitung gemacht. Dabei habe ich viele Menschen beim Sterben bis zu ihrem Tod miterlebt. Oftmals waren auch Angehörige und Freunde des Sterbenden anwesend. Ich bin dabei zum Schluss gekommen, dass die Art des Trauerns einerseits individuell ist, zu einem grossen Teil aber gesellschaftlich bestimmt ist. Je nach dem wird ein bestimmtes Verhalten erwünscht oder gar gefordert. Die Spannweite der Art des Trauerns ist enorm gross, sie reicht von Freudensschreie bis hin zu kollektivem Heulen und gekreische oder bedächtigem Schweigen usw. Ich konnte kaum religiös oder weltanschaulich bedingte Verhaltensformen erkennen, aber sehr viele der jeweiligen gesellschaft zugehörige Arten von Trauer.    Wärenddem in new orleans freudige jazzmusik bei beerdigungen gespielt wird und voll die Party abgeht, habe ich in Süditalien erlebt, dass dutzende von schwarzgekleideten Frauen ein kaum zu ertragendes Geheule, mit sich auf den Boden werfen zum besten geben, wärendem sich die männer inzwischen vollaufen lassen. 

Ich persönlich trauere kaum, wenn ein Mensch stirbt. Denn ich bin der Meinung dass wir nicht wirklich sterben, unsere Atome und alles wird an die Natur weitergegeben und wir werden quasi wieder geboren, vielleicht nicht unbedingt als Mensch, aber was solls.

Außerdem wird der Tod jeden von uns treffen, ich sehe das Leben auf dieser Erde eher wie ein Spiel an und nehme nicht alles so ernst. Das liegt daran dass es schon über 100 Milliarden Menschen bisher gelebt haben, wieso also sollte ICH unbedingt so dermaßen wichtig sein oder jemand anderes? Wir kommen und gehen und daran wird sich niemals etwas ändern(außer unsere Technik erfindet das "ewige" Leben) ....

Der erste Absatz hat mich an meinen Lieblingsfilm "The Fountain" (Falls man auf sowas dramatisches steht...). Ich wünschte ich hätte auch so eine erwachsene Sicht auf den Tod. Deswegen verfasse ich hier auch keine Antwort, da es viel zu deprimierend wäre. Aber mir gefällt deine Denkweise. Im Grunde hast du das "ewige" Leben beschrieben, von dem alle träumen. Man ist nach dem Tod quasi ein Teil der Natur und lebt so ewig weiter. :)

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Vielen Dank. :)

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Ich kann nur für mich sprechen und die Antwort lautet nein.

Als mein Vater gestorben ist, habe ich ihm gedankt für seine Erziehung, seine Lebensleistung und sein Dasein als Vater. Er ist sehr alt geworden und hatte ein erfülltes Leben.

Dann wurde er verbrannt und seine Asche begraben. Das ist alles. Kein Jenseits, keine Wiedergeburt, kein Hoffen auf ein Wiedersehen, garnichts. Damit bin ich sehr zufrieden.

Den Theisten bleibt nur Glauben (aber kein Wissen) und Hoffnung.

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