Trauer nach 9 Jahren normal?

10 Antworten

Hallo kikirola204,

da ich selbst vor wenigen Jahren sowohl meine beiden Elternteile, eine meiner Schwestern und letztes Jahr auch meine Frau (sie starb an Krebs) durch den Tod verloren habe, kann ich Deine Empfindungen einigermaßen nachvollziehen.

Ich weiß daher, wie groß der Schmerz nach dem Verlust eines geliebten Menschen sein kann und man braucht unter Umständen viel Zeit, um diesen Schmerz einigermaßen verarbeiten zu können.

Mir hat jemand einmal erklärt, dass jeder auf eine andere Weise trauert und es auch kein Zeitmaß für die Trauer gibt. Das hat mir schon sehr geholfen. Ich finde es auch immer sehr hilfreich, wenn man mit jemandem über seine Gefühle sprechen kann, der vielleicht Ähnliches erlebt hat und sich am besten in meine Lage hineinversetzen kann.

Da es allerdings manchmal sehr schwerfallen kann, über seine Gefühle zu sprechen, fand ich den Tipp sehr hilfreich, einmal all das aufzuschreiben, was einen bewegt und es dann später wieder zu lesen.

Was ebenfalls Erleichterung bringen kann ist, wie ich finde, zu weinen. Ja das Vergießen von Tränen der Trauer ist ein wichtiger und notwendiger Bestandteil des Heilungsprozesses.

Du brauchst Dich daher nicht zu schämen, wenn Du weinen musst. Hinterher fühlt man sich immer ein wenig erleichtert. Ich glaube, es ist gar nicht gut, wenn man irgendwie versucht, vor anderen seine Gefühle zu verbergen und stark sein zu wollen. Seinen Tränen freien Lauf zu lassen, hilft am besten bei der Trauer.

Mir hilft vor allem die Hoffnung, die die Bibel im Hinblick auf die Verstorbenen gibt. Da ich mich viel mit der Bibel beschäftige, hat es mich sehr getröstet, das zu lesen, was Jesus einmal über die Toten sagte: "Denn so, wie der Vater die Toten auferweckt und sie lebendig macht, so macht auch der Sohn die lebendig, welche er will. Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören und herauskommen werden, ..." (Johannes 5:21, 28 u. 29a).

Diese Verheißung beschreibt, dass Millionen von Verstorbenen wieder auf der Erde leben werden, und zwar unter besseren Verhältnissen als heute. Wir werden sie so sehen, wie wir sie gekannt haben und können sie dann endlich wieder in unsere Arme schließen! Ist das nicht großartig?

Diese wundervolle Aussicht gibt mir bis heute viel Trost. Zu wissen, dass ich meine Frau, meine Eltern und all die lieben anderen eines Tages wiedersehen werde, hilft mir, mit den Gefühlen der Trauer besser fertig zu werden.

Ich weiß ja nicht, wie Du zur Bibel stehst und ob Du überhaupt an Gott glaubst. Ich habe eben versucht, meine persönlichen Erfahrungen und meine Hoffnung wiederzugeben. Vielleicht hast Du ja eine ganz andere Meinung dazu.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass es Dir gelingt, mit Deinem Schmerz zu leben und ihn nach und nach zu verarbeiten!

LG Philipp

Hallo! Da bin ich wieder.Ich verlor innerhalb,von 11 Monaten,drei Menschen,die ich liebte,meinen Mann,meinen Vater und meinen Onkel.Ich würde sagen,der akute Trauerprozess ist jetzt abgeschlossen und ich habe wieder ins Leben zurück gefunden.Die Trauer ist immer präsent,ob heute,morgen oder in vielen Jahren.Ich gehe nur anders damit um. Aber es geht um etwas anderes.Die Mutter meines verstorbenen Vaters,also meine Oma,ist im 2.Weltkrieg verschollen,d.h. ich habe sie NIE gekannt! Und du kannst dir sicher denken,was jetzt kommt,ich trauere um sie.Ihr Schicksal hat mich zeitlebens bewegt und hat mir nie Ruhe gelassen.Darum habe ich vor vielen Jahren eine Suchaktion gestartet,rote Kreuz,LVR,uva. Einen dicken Ordner voll.Ich habe kaum etwas herausgefunden,bis auf ihr Geburtsdatum, und daß sie mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Euthanasieopfer war.Auch heute suche ich noch,ich habe einige ehemalige KZ's angeschrieben,bis jetzt nichts.Ihr Schicksal läßt mir keine Ruhe und ich trauere um sie.Und der Gedanke an Euthanasie macht einen fertig.Mein Vater konnte mir auch nichts zu seiner Mutter sagen,er wuchs bei Pflegeeltern auf und konnte sich nur ganz vage,an sie erinnern. Es existiert auch kein Bild.Daher finde ich es normal,daß du um deinen Opa trauerst,weil viele Fragen offen sind und er dir keine Antwort mehr geben kann.Das verstehe ich voll und ganz.Und durch die Krankheit deiner Tante,denkst du jetzt noch mehr nach,da du mit Krankheit und eventuell auch mit dem Tod konfrontiert wirst.Genieße die Zeit mit deiner Tante,du kannst sie ein wenig unterstützen, und wenn du nur bei ihr am Bett sitzt.Und in Bezug auf deinen Opa,schreib alles auf,was dich bewegt,das befreit und wenn du weinen möchtest,tu es. Ich hoffe dir,ein klein wenig geholfen zu haben und wünsche dir alles Gute! Und daß du so oft an deinen verstorbenen Opa denkst,zeugt von großer Herzensgüte!

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Danke für die Antwort, ich merke dass du mich in dieser Situation gut verstehen kannst. Das mit deiner Oma tut mir sehr Leid. Ich hoffe dass du die Hoffnung nicht verlierst und vielleicht doch noch etwas von ihr erfährst.

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Tut mir leid..

Was ist heute schon normal. Man wird immer eine gewisse Trauer in sich haben, wenn jemand stirbt, aber mit der Zeit sollte das schon erträglicher werden.

Vielleicht würde es helfen, ans Grab von deinem Opa zu gehen und ihm alles zu erzählen, was du nicht konntest und was dir auf dem Herzen liegt.

Wir müssen akzeptieren, dass der Tod zum Leben gehört und das ist auch eigentlich gut, besonders wenn Menschen leiden. Dein Opa hat wohl gelitten, in so einem Fall ist der Tod eine Erlösung. Das war mein einziger Trost, als meine Oma starb. Und dass sie kurz vor ihrem Tod wohl ihre Eltern gesehen haben muss und mit ihnen geredet hat.

Versuche dir bewusst zu machen, dass der Tod nichts Schlimmes ist. Wer weiss, vielleicht erwartet uns danach wirklich das Paradies..

Alles Gute!

Opa gestorben :( Trauer bewwältigen? Leben nach dem Tod. Lebensfreude. Leben sinnlos. Bitte angucken

Mein Opa (82) ist heute gestorben...ich bin fast 16... ich bi zwar sehr traurig aber ich kann nicth weinen... ich habe angst dass ich in nächster Zeit auch noch meine Oma und meinen anderen Opa verliere auch wenn nichts darauf hindeutet..meine andere Oma ist vor 5 Jahren mit 73 gestorben :( Ich hab Angst, dass ich für lange Zeit nicht mehr glücklich werde. Mein Opa war krank, hab gestern erst erfarhen, dass er ins Krankenhaus kam und heute nach der Schule rief meine Oma bei uns an und erzählte uns von seinm Tod. In der letzten Zeit hatte ich sowieso schon Angst vorm Tod, vor meinem und dem anderer F>amilien mitlejlieder. Ich zitter gerade voll und ir ist kalt. Was kann ich zur Bwältigung der Trauer tun?? Als meine Oma starb ging die Phase der Trauer allerdings relativ schnell vorbei. Ich werde mirgen auch zur Schule gehen. Aber ich brauche irgendetwas an das ich glauben kanbn sonst ist mein ganzes Leben sinnlos!! Mein Vater ist auch schon fast 53 und meine Mutter 47 und irgendwann sind auch die weg, dann war es total sinnlos dass sie hier auf de Erde waren und genauso wird es bei mir sein :-( Ich habe scho n so viele Thesen gegen die Ansgt vor dem Tod gefunden: Man soll sich freuen überhaupt zu leben, auch wenn es danach vorbei ist oder man soll an den Himmel und so glauben oder an Wiedergeburt aber ich kann das einfach nicht! Ich will doch nicht für immer trauern

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