Transsexualität spät bemerkt?

7 Antworten

Viele haben immer ein solches Bild im Kopf: das Kind sagt bereits im Kindergarten „Mama/Papa, ich bin eigentlich XY“ oder ein Kind, welches sich schreiend gegen ein Kleid wehrt.

Allerdings muss ich sagen, dass ich da ganz andere Erfahrungen gemacht habe. Die meisten bemerken ihre Transidentität wohl erst mit der Pubertät, wenn der Körper sich eben in die falsche Richtung entwickelt. Auch kenne ich wesentlich ältere Personen, die es Jahrzehnten lang verdrängt und vergessen haben und sich erst sehr spät damit befasst haben.

Kurz: Nein, man merkt es nicht immer schon als Kind. Die meisten merken es wohl erst mit der Pubertät oder danach. Sich erst mit 20 zu outen macht einen auch nicht „weniger trans“.

Aber: Aus deinem Text geht hervor, dass du dich noch nicht all zu lange all zu intensiv damit beschäftigt hast.

Meist ist es ein langer (Monate bis Jahre) langer Prozess um auf eine Antwort zu kommen. Man sollte sich durchaus die Zeit geben die richtige Antwort herauszufinden.

An deiner Stelle würde ich mich weiterhin mit der Thematik beschäftigen, wenn es relevant für dich bleiben sollte. Du kannst außerdem mal nachsehen, ob es in deiner Nähe LGBT Treffs gibt, die gibt es häufig für 14-26 Jährige, manchmal gibt es sogar speziell Gruppen für trans* Menschen. Hier könntest du dich mit anderen „Betroffenen“ austauschen, das geht natürlich auch online in Foren oder WhatsApp Gruppen - auch, wenn du noch unsicher bist.

Ein wichtiger Punkt auf dem „Trans-Weg“ ist die psychotherapeutische Begleitung, am besten von einem „trans-erfahrenen“ Psychotherapeuten. Hier darf man selbstverständlich auch als Person hin, die sich noch unsicher ist. Vielleicht können dir die Gespräche dort helfen. Es tut durchaus gut sich mit jemandem zu unterhalten, der dich versteht, ernst nimmt und ein bisschen zum Nachdenken und Einsortieren hilft. Später, wenn denn nun feststeht man möchte wirklich den medizinischen Weg gehen (Hormone, OPs...) dann kommt man ohnehin nicht um diese Therapie drumrum, sie ist eine Voraussetzung.

Ich war auch keiner von den Kindern, der es schon so früh gemerkt hat. Geoutet habe ich mich „erst“ mit 14. Gut, das ist ein paar Jährchen jünger als du aktuell, aber passt auch nicht in das klassische Bild. Dadurch bin ich nicht weniger trans gewesen, den meisten geht es ähnlich.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Ich bin selbst FtM transgender.

Nachtrag: Hab gerade in einem Kommentar gelesen, dass du einen Termin bei einem Psychotherapeuten hast, der wohl recht schnell die Indikation für Testo gibt.

Du solltest auf keinen Fall etwas überstürzen, davon hat man nicht viel. Wenn man sich unsicher ist dann sollte man sich auch die Zeit geben. Ein guter Psychotherapeut sollte sich darauf einlassen und mit Dir ausführlich über die Thematik sprechen, so lange bis DU zu der Antwort kommst.

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Mir ging es auch eine zeitlang so und ich habe viel darüber nachgedacht, finde mich aber als eben nicht so feminine Frau ganz gut. Ich habe sogar einen Mann geheiratet (bin bi) und ein Kind bekommen.

Übrigens habe ich auch nie mit Mädchenkrams gespielt, mit Ausnahme meiner Barbies, ich fand es ziemlich cool die Klamotten zu wechseln etc.! Mein Sohn hingegen spielt auch nicht nur mit Jungszeugs, er steht total auf Pferde und Glitzer, aber eben auch auf Dinos, Roboter... Ich denke, da sollten wir endlich aufhören mit typisch Mädchen/Junge. :D

Aber du könntest/müsstest dich natürlich medizinisch beraten lassen. Deswegen dauert eine Umwandlung ja auch so extrem lange, damit man noch die Notbremse ziehen kann bevor man feststellt, dass man doch gar nicht das falsche Geschlecht hat.

Das Alter, wann man auf den Gedanken kommt, bzw sich outet spielt keine Rolle.

Habe mich mit 16 geoutet und war mir lange davor aber auch danach unsicher, eben weil viele an mir gezweifelt haben und außerdem auch gegen an gegangen sind.

War lange bei einem Sexualmediziner, bzw Psychotherapie, hat sich durch neben Diagnosen alles noch hin gezogen, aber ich wurde mir immer sicherer, dass ich trans bin. Ich wusste auch, dass auch wenn ich mich als Mann oute meine Probleme die ich davor hatte net weg gehen, (Nya bis auf das Genderding ein wenig) beziehungsweise dass ich keine Rolle spiele. Wurde mir im Laufe der Therapie immer sicherer und Joa.

Nya jetzt im Endeffekt bin ich seit über einem halben Jahr auf Testo und habe bald mein Vorgespräch für die erste OP.

Bei mir war es keine Phase.

naja das ist es jahr ich weiß nicht ob ich es schon eher bemerkt hätte, wenn ich mich nicht so angepasst hätte. an sich freue ich mich schon auf testo und will eine veränderung, aber es gibt noch viel worüber ich mich einlesen muss

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@98Luuke

Ich denke, dass ich es früher gemerkt und "zugelassen" hätte, hätte ich mich net so extrem angepasst.

Habe genau so viel gelesen und nachgeforscht, in den letzten Jahren, so wie du gerade.

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