Transmissionsmechanismen Geldpolitik

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hmm, also wenn ich das richtig lese in Wiki meint Zinskanal die Weitergabe der Maßnahme über den Zins.

Dann wundert mich das natürlich nicht.

Die Umstellung von Zins auf Mengentender hat praktisch keinen Einfluss auf die Zinshöhe. Höchstens marginal in der Gestalt, dass es immer der Fix-Satz ist und nicht eben manchmal 1,2 oder 3 Basispunkte drüber.

Ebenso hat die unbeschränkte Zuteilung zum Mengentender keinen direkten Einfluss auf den Zins, da die Zentralbank schon immer unbeschränkt, also soviel wie gebraucht wurde, zur Verfügung gestellt hat.

Das Gleiche gilt für die Sicherheiten. Die Akzeptanz schlechterer Sicherheiten erleichtert den Banken die Besicherung. Deshalb wird der Kredit nicht billiger, und die Banken brauchen deswegen auch nicht mehr Zentralbankgeld ( Merke !!! : Banken verleihen Geld, kein Zentralbankgeld ).

Das QE wäre das Einzige , was u.U. über den Zinskanal wirkt. Aber ich denke es wird schon schwierig, bei 10-jährigen Anleihen , die auch ohne QE im Zeitverlauf heftig schwanken, dann eine Bewegung direkt auf QE zurückzuführen. Außerdem würde die Wirkung auf den Zinskanal voraussetzen, dass die Finanzierungskosten ( i.d.R. Interest Rate Swap bzw. Bankanleihenrendite ) sich im gleichen Maße ändern, und dass z.B. wenn man Substitutionseffekte sieht, Eigenkaptial ausreichend vorhanden ist.

Vielen Dsnk für deine Mühe und die lange Antwort!! Deine Antwort ist echt toll - jetzt kenn ich mich nämlich aus^^ keine meiner unkonventionellen Maßnahmen hatte direkten Einfluss auf den Zinskanal^^ das hat mich so verwirrt, aber es ist anscheinend so.. Vielen Dank auf jeden Fall :)

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Also, ob ich "besser" informiert bin ? .....

Aber nach meiner Orientierung ist doch der Zinskanal der Rahmen, in dem sich die Zinsbewegung abspielt im von der EZB vorgegebenen Rahmenwerk (bei Zinsvorgabe sonundso führen z.B. Nachfrageschwankungen im Rahmen von soundso zu den und den Veränderungen - ganz einfach gesagt).

Wenn die EZB nun diese ganzen "Easing"-Maßnahmen betreibt, verändert sich der Zinskanal dergestalt, dass er sich praktisch "verengt" - heißt, bei vergleichbaren Vorgängen verringern sich die Zinseffekte.- Ob diese Veränderung des Zinskanals tatsächlich eine Verbesserung darstellt, muss sich erst noch zeigen. - Ein "Deflationsrisiko-Problem" haben wir ja schon. - Mal sehen, was noch kommt.

Schau doch mal hier: http://welfens.wiwi.uni-wuppertal.de/fileadmin/welfens/daten/Skripte/WS\_09\_10/GuW/Folienset\_3\_-\_091105.pdf - da stehts etwas wissenschaftlicher (Zitieren nicht vergessen !)

Viel Erfolg !! :)

Vielen Dank für die schnelle Antwort!!

Könntest du mir bitte den Link nochmal schicken? Der funktioniert leider nicht :(

Herzlichen Dank!!

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@RastaNina

sorry - die Linkdatei wurde offensichtlich gelöscht - aber unter welfens.wiwi.uni-wuppertal.de findest Du viele Files zu den Vorlesungen.

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Meines Erachtens nach, wird der Zinskanal (aktuell zw. 0,1% bei guter Bonität und 12% bei schlechter) bei jeder Intervention seitens der EZB verkleinert. Wenn also die EZB alle Kreditforderungen über 6% kauft, dann liegt der Höchstzins bei 5,99%. 

Theoretisch würde bei einem unbegrenztem Aufkauf aller Anleihen über 3% durch die EZB der Zinssatz für Staatsanleihen auf 3% gesenkt werden. Die Länder hätten eine wesentlich geringer Zinslast zu tragen und die EZB könnte die Anleihen wieder an den Markt zurückgeben. 

Die Frage die sich stellt ist, warum fängt die EZB erst jetzt damit an? Ich vermute weil die Regierungschefs und Finanzminister bisher dagegen waren da diese allesamt Halblaien, bzw. komplette Laien auf diesem Gebiet sind.

Vielen Dank für die tolle Antwort!! :))

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