Transaktion von festverzinsliche Wertpapiere?

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Du gibst über Deine Bank eine Kauforder für eine Anleihe. Dazu gehört neben der Wertpapierkennnummer (WKN) die Stückzahl (die Stücke entsprechen meist je 1.000,- EUR Anleihe) und im Idealfall auch ein Kurslimit, damit Du nicht versehentlich in einem Hochpunkt kaufst.

Die Bank rechnet dann die aufgelaufenen Zinsen vom letzten Zinszahlungstermin bis zu Deinem Kauf aus und schlägt diese anteiligen "Stückzinsen" auf Deinen Kaufpreis auf. Dazu kommen die Ordergebühren, Courtage usw. und das alles wird dir vom Konto abgerechnet.

Am Tag der Zinsfälligkeit wird Dir dann einfach der Zinsbetrag für das ganze Jahr ausgeschüttet, weil Du ja für den anderen Zeitraum die Zinsen an den Vorbesitzer schon ausgezahlt hast.

Genauso funktioniert ein Verkauf, nur umgekehrt. :-)

Solltest Du die Anleihe bis zur Endfälligkeit behalten, wird Dir eine letzte Zinszahlung und der Nominalbetrag (NICHT zwingend Dein Kaufbetrag, weil Du ja z.B. zu 105% oder 95% gekauft hast) wieder ausgezahlt und das Papier aus Deinem Depot gelöscht.

Daraus leitet sich dann auch die Rendite ab. Da die Mehr- oder Wenigerzahlung zum Nominalbetrag sich anteilig auf deine jährliche Zinszahlungen verrechnen lässt, hast Du also eine Rendite über (unter) der Verzinsung, wenn Du unter (über) dem Nominalkurs von 100% gekauft hast. Sollte es ein "Verlust" sein: Schwamm drüber, den kann man mit der Steuererklärung verrechnen. Aber das führt schon weeeiiit über Deine Frage hinaus... :-)

Festverzinsliche WP kannst Du an der Börse problemos kaufen.

Derzeit lohnt es sich jedoch nicht, da man kaum Zinsen bzw. Rendite auf diese Anlage bekommt. Wer mehr als 4 bis 5% an Rendite bringt muß man mit Vorsicht genießen, denn es wimmelt derzeit nur so von Mittelstandsanleihen die von der Bonität fragwürdig sind. Wir hatten in den letzten Jahren schon über 30 Pleiten, daher rate ich davon ab solche Qualität zu kaufen, denn dann ist das Geld weg. Wenn man Glück hat bekommt man auf 10 Jahre Laufzeit um die 1,5% bis 2% von guten Schuldnern die mind. ein A Rating haben.  

Bei Kauf von 10.000€ nominal muss man zudem die Stückzinsen berücksichtigen. Die Stückzinsen stehen dem Verkäufer zu. Daher zahlnt man beim Kauf nicht nur den Kurswert der Anleihe, also z.B. Kurs = 105%, dann bei einem Nominal über 10.000€ ergibt das 10.500€ + Stückzinsen + Kosten der Transaktion = Kaufpreis. 

Stückzinsen entstehen, da der Zins 1 x im Jahr gezahlt wird und währen der Laufzeit zwischen den Kupon dem Verkäufer der Anleihe zusteht bis zu dem Zeitpunkt des Verkaufs, da er die Anleihe besessen hat. 

javacake 16.01.2017, 13:46

Und mit Staatsanleihen sieht es momentan auch nicht besser aus oder ?

1
christl10 16.01.2017, 14:14
@javacake

Die Renditen von den Staatsanleihen sind derzeit sogar negativ. Deutsche Staatsanleihen haben die beste Qualität, d.h. AAA Rating. Für spanische oder italienische Staatsanleihen bekommts man noch einigermaßen Zinsen. Kannst Du selbst unter www.boerse-stuttgart.de googeln, was die so zahlen. 

0
javacake 16.01.2017, 15:43

Danke:)

1

Du kannst sie kaufen oder zeichnen. Ach, verkaufen kannst du sie meist auch. Das ist auch eine Transaktion...

Was möchtest Du wissen?