Tourismus als Entwicklungschance und die Folgen bzw Probleme die damit verbunden sind.

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ChancenTourismus Individual- und Massentourismus spielen eine wichtige Rolle für die Philippinen und sind eine bedeutende Devisenquelle. Laut UNWTO wurden im Jahr 2005 rund 1,7 Milliarden Euro bei rund 2,3 Millionen Gästen im Tourismus umgesetzt. Den größten Anteil bilden mit 20 Prozent Touristen aus den USA; gefolgt von Japan, Korea und Hongkong. Aus Westeuropa kommen jährlich etwa 88 000 Touristen, aus Deutschland 41 000. Nach Plänen der Regierung soll der Tourismussektor im Zuge der weiteren Orientierung des Landes am Weltmarkt noch stärker ausgebaut werden.

ProblemeKommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus In den letzten Jahren wurden auf den Philippinen viele Bars und Diskotheken eröffnet, was unter anderem auch durch eine Zunahme des Tourismus bedingt war. Im Zusammenhang mit dieser ausgebauten Vergnügungsinfrastruktur ging eine ansteigende Nachfrage nach Prostitution und eine Häufung der Fälle von Menschenhandel einher. Die Philippinen gelten als "traditionelles" Ziel von Kindersex-Tourismus. Nach realistischen Schätzungen von CSEC gibt es auf den Philippinen 300.000 bis 500.000 Prostituierte, davon sind 75.000 bis 100.000 noch minderjährig. Allein in der Metropolregion der Hauptstadt Manila gehen Schätzungen von bis zu 20.000 jungen Opfern sexueller Ausbeutung aus. Die Philippinen stehen damit an vierter Stelle der Länder mit den meisten Kinderprostituierten. Die Zunahme der Kinderprostitution beruht auf mehreren Faktoren. Neben der bestehenden Nachfrage nach minderjährigen Prostituierten durch manche Touristen spielt auch die schwierige finanzielle Lage, die durch die asiatische Wirtschaftskrise noch potenziert wurde, eine wichtige Rolle. Immer häufiger werden Kinder in die Prostitution getrieben, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Zeitungsberichten zufolge prostituieren sich manche Kinder sogar, um sauberes Trinkwasser zu erhalten. Als fatal erweißt sich für die Mädchen und Jungen die irrtümliche Annahme, dass sich Kinder weniger leicht mit HIV infizierten. Dem ist natürlich nicht so. Gerade für Kinder, deren Immunsystem durch die Folgen der Armut oft geschwächt ist, besteht ein hohes Risiko einer Infektion mit dem Virus beim erzwungenen Geschlechtsverkehr mit Erwachsenen, da sie dabei häufig nicht nur seelisch, sondern auch körperlich schwer verletzt werden. Die Länder in Südostasien gelten als besonders betroffen von Kinderprostitution. Schätzungen von UNICEF gehen alleine in diesem Gebiet von mehr als einer Millionen Kinderprostituierten aus. Prostitution ist auf den Philippinen verboten. Die Philippinen haben außerdem am 21. August 1990 die UN Konvention über die Rechte des Kindes ratifiziert und sich verpflichtet, Kinder vor allen Formen sexueller Ausbeutung und sexuellen Missbrauchs zu schützen. Sie waren das erste asiatische Land, das ein Gesetz gegen Kindesmissbrauch eingeführt hat. 1995 hat der philippinische Senator Ernesto Herrera einen Gesetzesentwurf eingebracht, wonach Personen, die Kinder in die Prostitution drängen oder ein Kind unter zwölf Jahren missbrauchen, das eigene Recht auf Leben verwirkt hätten und mit 30 Jahren Freiheitsstrafe oder sogar mit dem Tod bestraft werden sollten. Dieses Gesetz wurde 1996 verabschiedet. Ihm war bereits 1992 eine Gesetzesreform vorausgegangen, nach der sich ein Tourist bereits dann strafbar macht, wenn er ein einheimisches Kind mit auf sein Hotelzimmer nimmt. Das Gesetz definiert Prostituierte unter 18 Jahren erstmals als Opfer von Missbrauch. Diese härtere Gangart setzt sich allmählich auch in der Strafverfolgung durch. Fälle, in denen Touristen wegen Kindesmissbrauchs angeklagt und auch verurteilt werden, nehmen zu. 1997 haben die Philippinen ein Anti-Pädophilie-Abkommen mit Australien und Großbritannien abgeschlossen, das den verstärkten Informationsaustausch zwischen Polizeibehörden sicherstellen soll. Außerdem wurden bilaterale Kooperationen mit anderen Staaten intensiviert. Im Jahr 2000 hat der Council for the Welfare of Children einen "Aktionsplan gegen die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern 2000-2004" ins Leben gerufen. Seine Hauptinhalte sind Prävention, Schutz, Genesung und Reintegration von Opfern. Wer einen Fall von Kindesmissbrauch beobachtet, kann dies dem Reiseveranstalter, der Reiseleitung und/oder dem Hotelmanager vor Ort melden. Auch die Polizei - manche Polizisten wurden durch Kollegen aus Großbritannien im Umgang mit den Opfern sexueller Gewalt geschult - , die Botschaften sowie Nichtregierungsorganisationen nehmen Hinweise entgegen und gehen Fällen nach.
Da Prostituierten fast kaum verhüten, kommen städnig Kinder zu Welt ohne VaterHIV/ AidsDurch die vermehrten Fälle von Prostitution besteht die Befürchtung einer verstärkten Ausbreitung von HIV und AIDS. Nach Schätzungen von UNAIDS und der World Health Organization waren im Jahr 2007 etwa 8.300 Menschen auf den Philippinen mit HIV infiziert, darunter waren 2.200 Frauen. Wieviele Kinder mit HIV infiziert sind, konnte nicht geschätzt werden

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