Totes Kind zur Welt bringen?

15 Antworten

Da gibt es die unterschiedlichsten Gründe. Dafür muss nicht zwingend ein Drogen- oder Alkoholmißbrauch vorliegen. Ursache kann zB ein genetischer Defekt oder anderweitig krankheitsbedingt beim Kind oder auch bei der Mutter sein. Manchmal findet man auch gar keine Ursache für eine Totgeburt. Eine Schuld gibt es hier nicht.

Das ist ein Schicksalsschlag und eigentlich immer ein traumatisches Erlebnis für die Eltern und es ist nur zu verständlich, das die betroffene Mutter hier therapeutische Hilfe in Anspruch genommen hat.

Wenn das Kind während der Schwangerschaft oder bei der Geburt stirbt und mindestens 500 Gramm wiegt, handelt es sich um eine Totgeburt.

Von 1.000 Geburten kommen in Deutschland ungefähr zwei bis drei Kinder tot zur Welt. Jungen sind etwas häufiger betroffen als Mädchen – im Verhältnis von 52 zu 48 Prozent.

Gründe für eine Totgeburt können Störungen der Plazenta (z.B. vorzeitiges Ablösen der Plazenta oder Durchblutungsstörungen) sein.

Oder es ist ein Sauerstoffmangel aus anderen Gründen als einer Plazentastörung entstanden.

Infektionen, die das Kind oder die Plazenta schädigen und über das Fruchtwasser oder die Eihäute übertragen wurden, können die Ursache sein.

Auch eine unzureichende Versorgung des Kindes über die Nabelschnur (bedingt durch Nabelschnurknoten, Nabelschnurvorfall, Nabelschnur um den Hals) kommen infrage.

Kindliche Fehlbildungen können zum Absterben der Leibesfrucht führen.

In einigen Fällen ist eine Obduktion des toten Kindes sinnvoll, um ein Wiederholungsrisiko für nachfolgende Schwangerschaften oder Behandlungsfehler auszuschließen. Mancher Frau hilft eine Obduktion auch, um sich von Schuldgefühlen am Tod des Kindes und Selbstvorwürfen zu befreien. Grundsätzlich ist eine Obduktion aber nicht zwingend notwendig, zum Beispiel, wenn bereits während der Schwangerschaft eine Chromosomenstörung festgestellt wurde. Außerdem: Manchmal findet sich trotz Obduktion kein Grund für diesen Schicksalsschlag.

https://www.netdoktor.de/schwangerschaft/totgeburt/

Alles Gute für dich!

Woher ich das weiß:Beruf – Ich bin seit über 30 Jahren Hebamme

Es können halt Probleme auftreten, so wie unser Körper auch ohne ungesunden Lebensstil krank werden kann, kann das auch ein Babykörper. Tatsächlich ist es sogar so, dass auch eine relativ hohe Prozentzahl aller Schwangerschaften in den ersten Wochen in einer Fehlgeburt enden.

Das ist gar nicht so selten, meist halt so früh, dass man von einer Fehlgeburt spricht.

Bei einem späten Kindstod kann es eine Fehlbildung des Kindes sein, eine Chromosomen-Fehlverteilung oder irgendeine (Erb)Krankheit. Es kann sich auch die Plazenta lösen, weil sie an einer ungünstigen Stelle angewachsen ist, dann bekommt das Kind keinen Sauerstoff mehr und stirbt.

Hin und wieder kann auch eine Erkrankung der Mutter der Auslöser sein oder eine Lebensmittel-Vergiftung mit zb Listerien.

Ich habe eine Freundin, der das auch passiert ist. Die Ursache war eine Fruchtwasservergiftung. Wie es dazu kam, weiß ich aber nicht. Sie war im 8. Monat und das Kind ist einfach gestorben.

Sie musste es dann auch ganz normal entbinden. Mit Wehen und allem. Muss eine furchtbare Erfahrung sein. Sie wusste ja die ganze Zeit, dass sie da ihr totes Kind auf die Welt bringt. Ich mag mir das gar nicht vorstellen.

Sie musste es dann auch ganz normal entbinden. Mit Wehen und allem.

Sollte der Frau zusätzlich zu den seelischen Narben auch noch körperliche zugeführt werden?

Sollte der Frau durch einen Kaiserschnitt schlechtere "Bedingungen" für weitere Schwangerschaften und Geburten aufgebürdet werden?

Sollte der Frau die Chance, sich von ihrem Kind zu verabschieden und zu realisieren, dass es auch wirklich tot ist, genommen werden?

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@Kittyhawkins

Danke - ich kannte die Antworten aber schon aus jahrzehnterlanger Berufserfahrung.

Dann schreibe bitte nicht das (negative) "musste" - sondern besser "Sie hat ihr Kind dann auch ganz normal geboren."

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@isebise50

Sie musste es aber eben doch. Aus gutem Grund. Eben um darüber hinwegkommen zu können. Meine Wortwahl sollte meiner Betroffenheit Ausdruck verleihen, nicht Kritik an der Methode üben.

Meine Großeltern mussten auch aus Ostpreußen fliehen. Ebenfalls aus gutem Grund. Manche Dinge sind eben negativ. Im besten Fall führen sie trotzdem zu einem guten Ende.

Meine Freundin hat in den Jahren danach noch 3 gesunde Kinder zur Welt gebracht und meine Großeltern lebten fern der Heimat glücklich bis an ihr selig Ende. 😉

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