Tonstudio: Nachhall komprimieren

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2 Antworten

Grob gesagt macht ein Kompressor zunächst einmal laute Stellen in einem Signal leiser, erzeugt also einen kleineren Dynamikumfang. Danach ist es möglich, das Signal in der Gesamtlautstärke anzuheben, häufig auf den vor der Kompression erzeugten Maximalpegel. Als Ergebnis hast du nun ein dichteres Signal, also einen kleineren Dynamikumfang als vorher, die leisen Stellen sind lauter als vorher, währen die lauten Stellen gleich geblieben sind. Du hast also eine höhere Durchschnittslautstärke erzeugt. Diese höhere Durchschnittslautstärke macht den eindruck, als wäre die Klangquelle näher am Hörer. Ein extremes Beispiel hierfür sind die frühen Songs von Britney Spears, in welchen der Gesang wirkt, als würde sie dem Hörer direkt ins Ohr singen.

Dieses Verfahren kann man auf jedes Signal in einem Song anwenden, also auch auf den Nachhall.

Der Gesang selber wird dadurch nicht Besser, sondern das Gesamtsignal klingt "Aufgeräumter" und "Kontrollierter" Allerdings kann man, wenn man nicht weiß, wie man einen Kompressor richtig einstellt, sehr viel Falsch machen und aus einem guten Song ein grauenhaftes Machwerk machen.

Ach ja, der "Tisch mit vielen Knöpfen" ist übrigens das Mischpult ;)

Wenn du (in audacity z.B.) den aufgenommen Song über den Kompressor laufen läßt (Voreinstellungen nicht verändern, das ist was für die, die was davon verstehen) dann wird das wirklich dichter und lauter, klingt einfach besser, Vorher kopieren und draufkopieren, bringt auch schon etwas Dichte und Fülle, Nur den Hall komprimieren ist nur möglich, wenn der auf einer einzelnen Spur aufgenommen wird, so wie das im Studio üblich ist. Im Amateurbereich eher unüblich

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