Tongefäß nur vorgebracht, trotzdem drin kochen?

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1 Antwort

Wenn sie "vorgebrannt" sind, dann sind sie "geschrüht", wie ein Keramiker sagen würde. Der "Scherben", also die gebrannte Masse, ist nicht dicht - nur stabil. Der Ton ist noch mehr oder weniger durchlässig für Wasser, er entspricht in etwa einem dieser roten Blumentöpfe, die immer so schnell zerbrechen.

In der Regel werden Keramikgefäße zweimal gebrannt. Der erste Brand, der Schrühbrand, erfolgt bei etwa 800 °C oder etwas mehr und dient dazu, die Keramik zu verfestigen. Der zweite Brand, der Glattbrand, erfolgt - je nachdem, ob es Steingut, Steinzeug oder Porzellan ist - bei Temperaturen von 1050 bis zu mitunter 1350 °C. Bei dieser Temperatur bekommt das Gefäß die für seinen Verwendungszweck vorgesehene "Endqualität" - es wird (wenn gewünscht)  wasserdicht, noch härter und widerstandsfähiger. Auch Glasuren werden erst mit dem Glattbrand auf die Keramik aufgebracht.


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Kommentar von GanMar
10.06.2016, 09:35

Wenn der Verkäufer sagt, man müsse sie noch "fertigbrennen" lassen, dann ist das Geschirr noch nicht als Kochgeschirr geeignet.

Geschrühte Ware wird angeboten, damit der Kunde diese selbst mit Unterglasurfarben, Engoben und/oder Glasuren versieht und sich dann seine (nicht vollständig) selbstgemachte Keramik glattbrennen läßt. Das Bemalen der Schrühware erfolgt nicht selten in Workshops und ist eine Art der Freizeitgestaltung in einigen Urlaubsregionen.

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Kommentar von muray80
10.06.2016, 09:44

Vielen Dank für die sehr informative Antwort, generell gilt es mir darum ob wenn man die in ihrer jetzigen Form zum Auflauf im Ofen benutzt irgendwelche Giftstoffe ins Essen kommen würden.

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