Tonart erkennen: dürfen Vorzeichen zwischendurch auftauchen?

 - (Musik, Musiktheorie, Tonart)

5 Antworten

Hi

Das ist ein gebrochener E-Dur-Akkord

das Stück

ist kein Stück, oder? Sind nur 4 Töne ohne Zusammenhang außer dass sie einen gebrochenen E-Dur Dreiklang bilden.

was ich auch verstehe da neben dem Notenschlüssel keine Vorzeichen angegeben ist

Könnte dann ja auch C-Dur sein oder gar keine Tonart oder die Vorzeichen sind seltsam gesetzt oder...

aber was ich nicht verstehe ist, dass es hier noch ein gis gibt, müsste es dann nicht eigentlich G-Dur sein bzw parallelton von G-Dur (habe gerade nicht meinen Quintenzirkel da) oder dürfen Vorzeichen einfach so aufkreuzen, ohne dass sie eine Auswirkung auf die Tonart haben

In welcher Tonart ein Stück steht, ist nicht immer ganz klar. Außerdem neigen, vor allem längere Stücke der klassischen Musik dazu, die Tonart zu wechseln. (Modulation), Popsongs machen auch gerne einfach Tonartwechsel ohne Modulation. Ob man das und ab wann man das auch in den Vorzeichen am Anfang der Zeile mitmacht ist eine Frage der Lesbarkeit, des Geschmacks, wie lange und wie endgültig eine andere Tonart bedient wird usw. Stücke die nicht traditionelle Harmonik benutzen werden oft ohne Vorzeichen am Ende der Zeile notiert, nur mit einzelnen Vorzeichen vor den Noten.

Ganz früher (16. Jahrhundert) gab es am Zeilenanfang nur keine Vorzeichen oder 1 b. Trotzdem waren die Stücke nicht alle in C-Dur, a-Moll, F-Dur oder d-Moll weil es die Tonarten im Prinzip noch nicht gab.

und warum ist es überhaupt a-moll und nicht C-Dur? Der letzte Ton wäre ja in einem C-Dur-Akkord enthalten ,aber nicht in einem a-Moll Akkord oder ? Lg

Das ist ja egal. g# ist nicht in der C-Dur Tonleiter. Aber in der melodischen und harmonischen a-Moll Tonleiter.

E-Dur allerdings ist die Dominante von a-Moll. Also könnte man, aber nur wenn man auch weiß dass das Stück in einer Tonart geschrieben ist, sagen es ist wahrscheinlich eher a-Moll. Aber man kann auf gar keinen Fall definitiv an so einem Takt erkennen dass ein Stück in a Moll sein muss.

PS

 dass es hier noch ein gis gibt, müsste es dann nicht eigentlich G-Dur sein bzw parallelton von G-Dur 

G-Dur hat ein fis, kein gis.

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Könnte dann ja auch C-Dur sein oder gar keine Tonart...

Nein, in der klassischen Musik gibt es kein Stück ohne Tonart. Und in einer Harmonielehre-Aufgabe schon gar nicht.

In welcher Tonart ein Stück steht, ist nicht immer ganz klar.

Doch, das ist im Bereich der klassischen Musik eindeutig. Die ganz seltenen Ausnahmefälle, auf die das nicht zutrifft, sind nicht Grundlage der Allgemeinen Musiklehre und der Grundlagen der Harmonielehre.

Aber man kann auf gar keinen Fall definitiv an so einem Takt erkennen dass ein Stück in a Moll sein muss.

Doch, das kann man. Die Aufgabenstellung ist wohl fehlerhaft, da der Leitton falsch geführt wird und die Quinte als nicht 'schlussfähig' galt. Aber dieses kleine Notenbeispiel ist als Anfänger-Harmonielehre-Aufgabe eindeutig a-Moll. Wie Mutti sagen würde: alternativlos. 🙃

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@Arlecchino
Nein, in der klassischen Musik gibt es kein Stück ohne Tonart. 

Kommt drauf an wie man klassische Musik definiert. Wiener Klassik und Romantik ja. Hab ich aber nicht so gemeint.

 Und in einer Harmonielehre-Aufgabe schon gar nicht.
  1. Ist es eine Harmonielehre-Aufgabe? Oder einfach "krieg den Quintenzirkel und die Tonleitern ins Hirn hinein"?
  2. Ich antworte nicht ganz ohne Grund so. Das was ich schreibe wurde uns im Musikunterricht an der Schule eben NICHT klar gemacht. Dort wurde eben nicht eingegrenzt, dass es um common practice geht sondern da waren einfach Noten und dann die Frage welche Tonart ist das.
Die ganz seltenen Ausnahmefälle, auf die das nicht zutrifft, sind nicht Grundlage der Allgemeinen Musiklehre und der Grundlagen der Harmonielehre.

ganz selten- wie gesagt- kommt auf die Klassikdefinition an. Und ganz alte Musik ist auch nicht so gut für Tonarten.

Doch, das kann man.

Nicht in der freien Wildbahn.

Die Aufgabenstellung ist wohl fehlerhaft, da der Leitton falsch geführt wird und die Quinte als nicht 'schlussfähig' galt.

Das kann auch aus anderen Gründen natürlich keine Stimme einer Kadenz in a Moll sein. Deshalb ist es ja so blöd.

Aber dieses kleine Notenbeispiel ist als Anfänger-Harmonielehre-Aufgabe eindeutig a-Moll. 

Ist aber super merkwürdig und didaktisch seltsam wenn man jemanden zur Übung einen einzigen E-Dur Akkord ohne Vorzeichen zeigt und er soll dann a-Moll dazu sagen.

Im übrigen: Was wenn es C-Dur ist? Kann ja sein, warum nicht? Nicht naheliegend, aber nicht unmöglich.

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@Grobbeldopp
Das kann auch aus anderen Gründen natürlich keine Stimme einer Kadenz in a Moll sein. Deshalb ist es ja so blöd.

PS- das nehem ich zurück, es ist der einzige Grund, aber ich weiß nicht ob das Beispiel so gemeint ist. Ja, da ist ein "Endbalken" nach dem 2. Takt aber soll das ein Ende eines Stücks sein oder wie?

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@Grobbeldopp

Es ist mir jetzt einfach zu spät, auf mehr einzugehen. Nur dies:

Ist aber super merkwürdig wenn man jemanden zur Übung einen einzigen E-Dur Akkord ohne Vorzeichen zeigt und er soll dann a-Moll dazu sagen.

Die Schüler haben ihr Unterrichtsmaterial und ihren Lernstoff, die Aufgabe kommt ja nicht aus dem Nichts. Dazu gab es von der Fragestellerin auch schon eine andere Frage hier au gf.

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@Arlecchino

Ah habs kapiert und gefunden.

es steht ausdrücklich da es sind die zwei letzten Takte einer Melodie :-)

Dann ist da in der Tat va. das Problem, dass es irgendwie nicht wie eine Melodie wirkt. Alle Beispiele sind Dominante in irgend einer Anordnung im zweitletzten und irgend ein Ton der Tonika am Schluss.

Ich dachte es wäre ein Ausschnitt.

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"... oder dürfen Vorzeichen einfach so aufkreuzen...?"

Ja! In jedem größeren Stück gibt es eine Vielzahl von Vorzeichen, die von den Vorzeichen am Anfang des Stückes abweichen. Dadurch ändert sich nicht die Grundtonart des Stückes.

"... warum ist es überhaupt a-Moll und nicht C-Dur?"

Entsinnst Du Dich an meine Antwort zu Deiner Frage "Wie erkenne ich in einem Stück die Tonart?" Dort habe ich u. a. geschrieben: Sieh auf die Schlusskadenz.
Hier sind die Töne des vorletzten Taktes die Töne des E-Dur-Dreiklangs. E-Dur ist die Dominante (= 5. Stufe) in A-Dur und a-Moll. A-Dur kann es nicht sein, denn es sind ja keine Vorzeichen vorgezeichnet. a-Moll ist möglich, also muss es a-Moll sein. Zudem ist der Schlusston e ein Ton aus dem a-Moll-Dreiklang (a c e).
(Es gibt ihn auch im C-Dur-Dreiklang [c e g], wegen des E-Dur im vorletzten Takt ist C-Dur jedoch ausgeschlossen).

das ist nur ein gebrochener Edur Akkord. Wer daraus eine ganze Tonart ableitet, der soll mir bitte meine Zukunft aus einem heruntergefallenen Schlüsselbund lesen.

Ja die dürfen noch zwischendurch da sein. Bringt ja nichts in einer anderen Tonart zu schreiben und alle anderen Noten mit Auflösungszeichen zu besetzen.

C- Dur und a- moll sind parallel Tonarten.

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