Töten als Notwehr?

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7 Antworten

NOTWEHR wird geregelt in §32StGB, 

www.gesetze-im-internet.de/stgb/__32.html

danach darf man alles ! tun was "erforderlich" !!! ist einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

Lass dir nicht einreden du dürftest erst reagieren wenn der Angriff schon im Gange ist, bei einem Angriff mit Tötungsabsicht wäre das eindeutig zu spät.
Im §32StGB steht nichts von verhältnismäßig. Es kann auch Notwehr sein einen unbewaffneten Angreifer zu töten, wenn kein milderes erfolgversprechende Mittel verfügbar ist.

Man muss sich auch keinesfalls auf einen Kampf mit ungewissem Ausgang einlassen. (Von wegen Angriff nur mit gleichen Mitteln abwehren).
Selbstverständlich endet das Recht auf Notwehr sobald der Angriff beendet ist.

Andererseits wird jede Körperverletzung nachträglich durch unser Rechtssystem im Einzelfall untersucht und dann werden Unbeteiligte anhand der Fakten und Zeugenaussagen entscheiden ob die Tat "erforderlich" war oder bestraft wird. 

Es gibt kein Rezept und keinen Freibrief für eine Situation die jemand von vornherein ein Recht auf ein bestimmtes Notwehrverhalten zuspricht.
Wenn du dir einen Überblick verschaffen möchtest was Gerichte für Urteile fällen lies hier:
https://dejure.org/dienste/lex/StGB/32/1.html

Ein besonders interessantes Urteil weil hier zur Notwehr eine illegale Schusswaffe eingesetzt wurde:
http://www.quellengrun.de/index.php?option=com_content&view=article&id=160

Oder hier mit einer legalen Schusswaffe gegen die Polizei:
http://www.stern.de/panorama/stern-crime/polizist-erschossen-bundesgericht-spricht-hells-angel-frei-3875278.html

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Wenn es erforderlich ist, sich mit tödlicher Abwehr zu verteidigen, dann wird es durch die Notwehr gerechtfertigt. Notwehr unterliegt nicht einer Verhältnismäßigkeitsprüfung! 

Ausnahmen: 

Bei erkennbar im Kindesalter befindlichen, Betrunkenen oder provozierter Notwehr gilt ein eingeschränktes Notwehrrecht.

Auch wenn zwischen angegriffenem und verteidigtem Gut ein derart krasses Missverhältnis besteht, das auch ohne gesonderte Verhältnismäßigkeitsprüfung als solches erkannt wird (z.B. um eine Beleidigung zu stoppen, erschießt der Verteidiger den Angreifer) liegt keine Notwehr vor. 

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Hi DDD777,

da die bisherigen Antworten deine Frage m.E. nicht ganz zutreffend beantworten, versuche ich das mal.

Ich habe das Gefühl, dass die Tötung hier nun gar nicht das Ziel gewesen sein soll. Das vereinfacht den Sachverhalt.

Wichtig ist nämlich nur, dass die Verteidigungshandlung erforderlich gewesen ist (Niederschlagen des Angreifers um den Angriff zu stoppen).
Welcher Verteidigungserfolg dann eintritt (Angreifer stirbt infolge des Schlages), ist für die Rechtfertigung irrelevant.

Es kommt damit nur darauf an, ob der Schlag zur Verteidigung nötig gewesen ist. Das wird im Regelfall zu bejahen sein. Insbesondere mit Blick auf die Tatsache, dass sich der Verteidiger niemals auf einen ungewissen Kampf einlassen muss, wenn Zweifel bezüglich der Mittel bestehen.

Viele Grüße, JS

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Kommt sehr drauf an, was Du tust um Dich zu verteidigen und wie er Dich angegriffen hat. Wenn Du den Täter von Dir schubst und er doof auf den Kopf fällt, ist das auf jeden Fall gerechtfertigte Notwehr. Wenn Du jemanden erschießt, der Dich 'nur' ausrauben wollte, ist es keine Notwehr, da es nicht angemessen ist. Genauso wenn Du mit der Faust oder einem Hammer oder sonst was auf ihn einschlägst und nicht aufhörst, obwohl der Täter von Dir abgelassen hat, dann ist das keine Notwehr mehr bzw. es kommt noch was oben drauf.

Bei Notwehr kommt es meines Wissens nach auf die Angemessenheit an.

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Kommentar von ES1956
20.11.2016, 18:12

Bei Notwehr kommt es meines Wissens nach auf die Angemessenheit an.

Nein. Die Notwehrhandlung muss erforderlich sein.

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Die Gewalt, die ausgeübt wird, um einen Angriff abzuwehren und die nicht bestraft wird, ist die Notwehr. Jedoch darf man auch bei der Notwehr niemanden mehr verletzen als es notwendig ist. Wie eine Notwehr-Situation vom Gericht betrachtet wird, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab.

Vielleicht hilft der dieser Artikel weiter: https://www.expertehilft.de/strafrecht/notwehr-die-wichtigsten-fakten

Viel Erfolg

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Kommt auf die Umstände an und auf die Verhältnismäßigkeit. Außerdem müsstest du nachweisen können das es Notwehr war.

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Kommentar von ES1956
20.11.2016, 18:15

Wenn Verhältnismäßigkeit in der Notwehr vorgeschrieben wäre dürfte ein Vergewaltigungsopfer den Täter nicht mit tödlicher Gewalt aufhalten denn der will das Opfer ja nur verletzen. Das ist Quatsch.

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