Tönnies beantragt Lohnkostenerstattung? Wie findet ihr das?

13 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wegen mir kann er das gerne beantragen und ihn jetzt als Sündenbock für ein generelles Problem "hinzurichten" halte ich auch für falsch, zumal die Zustände ja keine neue völlig überraschende Erkenntnis sind. Ist ein wenig so wie bei Dieselgate (wobei ich dabei nicht VW meine, die haben ja definitiv was illegales gemacht) wo plötzlich alle total überrascht waren das Normaustoß und Realaustoß stark voneinander abweichen können. War auch alles bereits seit Jahren bekannt, hat nur niemanden interessiert, da braucht man jetzt auch nicht rumjammeren und Sündenböcke für das eigene Versagen zu suchen.

Long Story short: Anstatt sich um die Vergangeheit zu kümmern sollte man sich mehr darum kümmern, das es in Zukunft besser läuft. Ich bin mal gespannt wie lange es dauert bis auch in anderen Branchen ganz überraschend festgestellt wird das es da ganz ähnlich läuft, oder glaubt man wirklich die ganzen unterbezahlten Osteuropäischen Bauarbeiter residierne jeweils allein in großzügig geschnittenen Wohnungen?

Sehr gut. Sehe ich genau so. Ich kann mich doch nicht beschweren wenn ich es doch weiß.

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Ja, so ist es - leider. Das Herr Tonnies sich auf Kosten anderer Menschen, seinen Arbeitern, bereichert hat, ist zwar in höchstem Grad unmoralisch, jedoch ist er nicht der Einzige.

Viele Menschen wollen nun mal billigstes Fleisch (hauptsache viel) konsumieren. Ihnen ist nicht klar, was sie sich, den Tieren und den Verarbeitern damit antun.

Fleisch müßte viel teurer sein. Die Herstellungsbedingungen müßten gesetzlich geregelt sein. Dieses Thema wäre unendlich ausbaufähig.

Da bin ich bei Dir. Danke.

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Der Mensch will das doch, anscheinend.

Nicht alle, aber die meisten, ja.

Und ja, die Politik hält seit Jahrzehnten schützend die Hand über solche Unternehmen und ihre Zulieferer, ja über eine ganze Branche, die gar nicht anders kann, als in dieser Form zu produzieren. Unter Frau Klöckner noch mehr denn je.

Der Wähler ist gleichzeitig der Kunde der fleischproduzierenden Industrie. Er hätte also nicht nur einen, sondern gleich 2 Hebel in der Hand, würde er wirklich etwas ändern wollen.

Aber da hört der Spaß dann halt auf, wenn man selbst auf etwas verzichten soll.

Formal ist Toennies im Recht.
Es brauchte dieses Recht nicht, wenn niemand sich darauf berufen dürfte.

Die Verhältnisse bei Toennies & Co. sind seit Jahren bekannt, nur schaute die Politik bewußt weg.

Soweit es die Preise betrifft, so können Verbraucher nur das kaufen, was sie sich per Kaufkraft auch leisten können.
Hierfür ist weniger Toennies verantwortlich, als eben die Politik, die vorsätzlich die Niedriglöhne beföderte und damit die Kaufkraft reduzierte.

Das Infektionsschutzgesetz sieht das erstmal so vor. Das dient im Wesentlichen ja dem Erhalt der Arbeitsplätze, die ansonsten einfach gekündigt würden.

Wenn man dem Unternehmen ein Fehlverhalten nachweisen kann, dann soll man das tun und daraus dann Strafen ableiten.

Aber man kann nicht einfach geltendes Recht willkürlich beugen.

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