Todkrank, wie gehe ich mit ihm um?

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6 Antworten

Wie wäre es denn, wenn du mal ein offenes, aber freundliches Wort mit ihm reden würdest. Also nicht um ihn anzugreifen und zu beschuldigen, sondern um ihm zu erklären, dass irgendetwas in eurer Beziehung nicht stimmt, dass du dich damit nicht wohlfühlst, dass du das schade findest und dass es doch besser wäre, wenn man das jetzt noch bereinigen könnte.

Sag ihm, dass Menschen halt so sind, wie sie sind, dass es niemandem leicht fällt, sich nach den Vorstellungen anderer zu ändern. Was ja auch gar nicht möglich ist, denn so viele Menschen haben ganz unterschiedliche Ansprüche an uns. 

Sag ihm, dass das für alle Menschen gilt, also auch für dich und für ihn. Und das es so schwer ist, Gewohnheiten zu ändern, selbst wenn man feststellen sollte, dass sie falsch sind.

Wenn du auf diese Weise an die Sache herangehst, dann ist es durchaus möglich, dass du ganz andere Seiten an ihm entdeckst. Denn er hat ja seinen ganz persönlichen Grund, warum er so ist. 

Kennst du sein Leben, weißt du, was ihm schon alles geschehen ist? Wie er früher behandelt wurde, vielleicht in seiner Kindheit? Solche Dinge werden im Unterbewusstsein gespeichert und können  uns das ganze Leben hindurch beeinflussen. Und wir sind dem meistens hilflos ausgeliefert,eil wir nicht wissen, wie wir damit umgehen sollen, wie wir das ändern können.

Wenn er nicht mehr da ist, dann kannst du nichts rückgängig machen. Kein einziges Wort kannst du zurückholen, wenn es einmal ausgesprochen ist.

Also handele jetzt lieber so, dass du später kein schlechtes Gewissen haben musst. Wer weiß schon, wie dein eigenes Leben noch verlaufen wird? Wer weiß, wie du in 10, 20 oder 30 Jahren sein wirst?

Das ist eine schwierige Situation.

Ich kann verstehen dass du keine Lust hast dich ständig schlecht machen zu lassen.

Er ist natürlich in einer psychischen Ausnahmesituation.

Trotzdem sollte man sich mit gegenseitigen Respekt behandeln. Das muss auch ein todkranker Mann berücksichtigen.

Ich würde dir empfehlen das du deinem Schwiegervater freundlich aber deutlich sagst, das du seine letzten Tage nicht mit ihm in ständiger Missgunst leben möchtest.

Auch kannst du ihm sagen, das du Respekt vor seinem Leiden hast,aber du auch Fairness verdient hast.

Halte Dich zurück. Es könnte Dir sonst hinterher Leid tun und Du kannst nichts mehr ändern.

Meine Schwiegermutter mochte mich nie so. Trotzdem bin ich an ihrem Krankenbett gesessen, hab sie gefüttert und sie war so dankbar dafür.

Heute bin ich froh, dass ich es gemacht habe, auch wenn es immer wieder genervt hat.

Was erhoffst Du Dir davon, wenn Du ihm "die Meinung sagst"?

Dann kannst Du auf seiner Beerdigung denken ""wenigstens habe ich es ihm noch sagen können!"  Das ist ein guter Gedanke, wenn man einem Sterbenden etwas Positives mit auf den Weg geben kann.

Ich würde es ertragen. Du änderst ihn sowieso nicht mehr.

Du kannst nur Deine Einstellung ändern.

Ich fände es ziemlich feige, ihm jetzt auf den Tisch zu kacken, wo er todkrank und schwach ist und du keine Angst vor seiner Retourkutsche haben must.

Warum hast du ihm nicht die Meinung gegeigt, als er gesund war?

Dann kannst du jetzt auch weiter den Mund halten.

DerBoH 26.02.2017, 00:48

Weil ich über viele Jahre darüber weggesehen habe in der Hoffnung das er mich akzeptiert. Und das es jetzt soweit gekommen ist hat nichts mit seiner Krankheit zu tun. Außerdem kann er sich noch sehr gut wehren und mir die Stirn bieten. Er ist noch voll da und ist auch nicht ans Bett gefesselt. Wir arbeiten zusammen an einem Haus. 

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Hmm schwere frage, man kann jetzt sagen, es bedrückt dich die nächsten 10 Jahre weiter wenn du es nicht sagst, allerdings ist es auch blöd für ihn, wenn er kurz vor dem Tod sowas zu hören bekommt..

Ich denke sag es nicht, du kannst damit bestimmt gut leben, und er denkt sich nichts

DerBoH 26.02.2017, 00:54

Wenn man sich so verhält wie er es tut, muss man dann nicht damit rechnen das mal jemand etwas sagt?? Er ist ja nicht erst seit gestern so und immer wurde es damit entschuldigt das er eben so sei. Es ist einfach nicht richtig das jemand alle um sich herum, die nicht direkt mit ihm Blutverwand sind, derart behandelt.

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