Todesstrafe für NS-Kriegsverbrecher?

Das Ergebnis basiert auf 19 Abstimmungen

Ja, die Todesstrafe ist immer falsch. 78%
Nein, das waren außergewöhnliche Umstände. 21%

24 Antworten

Nein, das waren außergewöhnliche Umstände.

Vorweg: Ich habe diese Antwortmöglichkeit gewählt, nicht weil ich der Meinung wäre, dass das, was damals geschehen ist irgendwie zu rechtfertigen wäre, sondern weil ich auf dem Standßpunkt stehe, dass das in diese Form aus technischen Gründen überhaupt nicht möglich ist, es fehlte aber eine Auswahlmöglichkeit "Andere Meinung".

Von den veritablen Kriegsverbrechern ist heute kaum mehr einer am Leben, insofern unsinnige Frage, vor 50 Jahren wäre sie sinnvoll gewesen.

Kommt hinzu, dass "Kriegsverbrecher" ein viel zu unscharfer Begriff ist, denn nach heutiger völkerrechtlicher Auslegung (Kriegsächtungspakt) ist jeder Kriegerische Aggression, ohne eindeutige Mandatierung durch die UN in sich bereits ein Kriegsverbrechen und die Angehörigen der Armee des betreffenden Staates, würde sich somit allesamt der Vorbereitung und Durchführung eines Angriffskrieges schuldig gemacht haben.

Demnach hätte man jeden Deutschen, der in der Wehrmacht, SA, SS Volkssturm, oder als Flakhelfer bei der HJ war, wegen Konspiration gegen den Frieden im Rahmen der Mitgliedschaft der Streitkräfte des Kriegsiniziators zum Tode verurteien und hinrichten müssen. Da hätte summa summarum vermutlich so an die 20 Milionen Todesurteile angestanden und man hätte die KZs um das zu bewältigen wohl noch etwas länger laufen lassen müssen, bei allerdings ausgetauschten Belegschaften.

Nach damaliger völkerrechtlicher Auffassung (und dass ist ja auch eine immer wieder vorgebrachte Kritik an den Nürnberger Prozessen) deckten diverse dieser Handlungen gar keinen Tatbestand eines Verbrechens ab, weil es zu ihnen schlicht keine internationalen Abkommen und Regelungen gab.

"NS-Kriegsverbrecher Hinrichten", klingt von dem her also moralisch sicherlich unterstützenswert, birgt aber die Frage, wie definiert man das.

Auf Basis der damaligen Konventionen müsste man sogar einige in Nürnberg (meiner Meinung nach zurecht) verurteilte Kriegsverbrecher rehabilitieren.

Legt man heutige völkerrechtliche Maßsstäbe an, wird man sich dem Argument ausgesetzt sehen, dass es gegen jegliches rechtsstaatliches Prinzip verstößt, etwas rückwirkend zu einem Straftatbestand zu erheben und jemanden dafür zu belangen.

Legt man das alles zugrunde, komme ich zu den folgenden Auffassungen:

  • Es müssen grundsätzlich die Maßstäbe der damaligen Zeit auf die damaligen Taten angewandt werden, alles andere wäre eine Aufweichung juristischer Kriterien, zwecks Erreichung eines (ohne Zweifel wünschenswerten, aber ) politisch motivierten Urteils. Hier bin ich der Auffassung darf man nicht mit anderen Maßstäben rann gehen, weil man sonst einen Präzedenzfall schaffen würde, der geeignet wäre, das gesamte Justizsystem auszuhölen.
  • Es muss unterschieden werden, was an der Front und was hinter der Front geschah. Für dass, was an der Front geschah, gibt es einen kriegsrechtlichen Rahmen und Verbrechen dagegen sind ganz klar zu erfassen und abzuurteilen.
  • Im Hinblick auf das, was hinter der Front mit gefangenen Soldaten insbesondere Rotaristen geschah, müsste die Genfer Konvention einen Ansatzpunkt hergeben.
  • Was hingegen in diesem Kontext eher kompliziert ist, ist der Holocaust. Den könnte man als Kriegsverbrechen klassifizieren, und ihn entsprechend der Tatsache, wie mit der Bevölkerung besetzter Gebiete umgesprungen wurde, als eklatanten Verstoß gegen internationales Kriegsrecht betrachten, was die Behandlung feindlicher Nichtkombattanten betrifft. Ob es sich dabei um eine tatsächliche Kriegshandlung handelte, kann man aber auch anzweifeln. In jedem Fall wird man ihn jedoch als staatlich ausgeübten Massenmord angehen können.

Insofern, sind direktbeteiligte am Holocaust als Verbrecher in diesem Sinne leicht auszumachen und abzustrafen. Bei den sonstigen Kriegsverbrechen wird es aus oben genannten Grund schwierig, weil sie formaljuristisch mitunter erst retrospektiv als Verbrechen gelten können.

Würde man die entsprechenden Maßsstäbe aber anlegen, müsste man, wenn man dafür die Todessttrafe kategorisch forderte, mehr oder weniger sämmtliche auf deutscher Seite am Krige irgendwie beteiligte Personen hinrichten.

Das ist technisch nicht möglich, sondern hier muss zwischen eindeutigen Kapitalverbrechen (Holocaust), schweren Verbrechen (aus heutiger Perspektive) (Herbeiführung eines Angrffskrieges) und minderschweren (Mitgliedschaft in den Streitkräften eines solchen Staates und damit Beihilfe zur Herbeiführung eines Angriffskrieges) unterschieden werden, wobei man letztere dann gehen lassen muss, einfach weil eine geregelte Bestrafung von ein paar milionen Menschen nicht durchführbar ist.

Aus heutiger Sicht würde ich persönlich auch keine Todesstrafe gegen Naziverbrecher mehr verhängen.

In der damaligen Zeit hat man das in Abhängigkeit vom Zeitkontext anders gesehen.

Aber es ist offensichtlich, dass der Vericht auf die Todesstrafe und die Etablierung von menschenrechtlichen Maßstäben mehr zur Verhinderung von Menschenrechtsverbrechen beitragen als die Androhung der Todesstrafe.

Insofern würde ich die damalige Todesstrafe nicht als "falsch" ansehen, heutzutage sie aber nicht mehr anwenden.

Ja, die Todesstrafe ist immer falsch.

Es wäre weitau besser gewesen die Verbrecher des NS regimes auf Ewig ins Gefaengniss gesperrt zu haben. Der Tod dauert doch nur ein paar Sekunden und hat nur einen Zweck- Rache. Rache steht aber nicht im Gesetzt.

Warum wird Albert Speer trotz seiner Kriegsverbrechen heroisiert?

Habe mir neulich das Buch "Spandauer Tagebücher" von Albert Speer besorgt und durchgelesen. Als Hitlers Rüstungsminister – im Vorwort wird er nicht ganz verkehrt als „Wirtschaftsdiktator Europas“ bezeichnet - war Speer dafür verantwortlich, dass dank seines zweifellos glänzenden Organisationstalentes das NS-Imperium durch die von ihm geleitete Vervielfachung der Rüstungsproduktion auch nach der Wende von Stalingrad noch über zwei Jahre durchhalten konnte (Speer selbst schreibt, dass der Krieg wahrscheinlich schon 1943 mit dem militärischen Zusammenbruch Deutschlands geendet haben würde, wenn da nicht seine fieberhaften Maßnahmen zur Steigerung der Waffen- und Munitionsproduktion voll zum Tragen gekommen wären). Drei Jahre, in denen noch einmal Millionen Juden vergast und erschossen wurden, Millionen Menschen bei Kampfhandlungen getötet und tausende Städte und Dörfer in ganz Europa in Trümmer gelegt wurden. Erreicht wurde diese immense Produktionssteigerung zur Kriegsverlängerung vor allem durch den massenhaften Einsatz osteuropäischer Zwangsarbeiter, darunter auch hunderttausende KZ-Häftlinge, die in der Rüstungsindustrie und bei der Rohstoffgewinnung als Sklavenarbeiter an die deutschen Großkonzerne vermietet und von diesen, unter Aufsicht der SS, unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen verheizt wurden. Speer, daran kann heute kein Zweifel mehr bestehen, wusste nicht nur um KZ-System und Holocaust, er hat selbst KZ inspiziert und die zigtausendfache Verwertung von KZ-Häftlingen als Billigarbeitskräften organisiert.

Aber neben dem skrupellosen Karrieristen und NS-Kriegsverbrecher Speer gibt es auch noch den zweiten, präsentableren Speer, der bis heute die Vorstellung der Öffentlichkeit prägt. Der Architekt, der Künstler, der hochgebildete, kultivierte Bildungsbürger Speer, der als politisch naiver junger Mann von Hitlers Charisma fasziniert worden und sich der Bewegung nur aus fehlgeleiteter Romantik angeschlossen habe, wenn auch später geblendet von der Vision, durch Hitlers Protektion ein gefeierter, in die Annalen der Geschichte eingeschriebener großer Architekt zu werden. Der Speer, der 1945 Hitlers „Nero-Befehle“ zur Vernichtung der ökonomischen Lebensgrundlagen Deutschlands angesichts des alliierten Vormarsches sabotiert haben, ja ein Attentat gegen Hitler geplant haben soll. Der Speer schließlich, der sich nach 1945 als geläuterter, reuiger Ex-Nazi gab, der (als Hitlers Rüstungsminister?) nichts vom Holocaust gewusst haben wollte und überhaupt den Antisemitismus und die verbrecherische Energie Hitlers immer völlig unterschätzt habe. Der Speer, der damit in Nürnberg tatsächlich durchkam, der Todesstrafe entging, stattdessen zu 20 Jahren Haft im Kriegsverbrechergefängnis Spandau verurteilt wurde.

Also: Wie kam es dazu, dass er trotz dieser Tatsachen zum Liebling des konservativen ehrbaren Bürgertums der Bundesrepublik wurde (Im Gegensatz zu Schirach, die Admiräle Raeder und Dönitz)?

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