Todesstrafe eine gute Sache oder Schlechte?

31 Antworten

Ich bin absolut gegen die Todesstrafe. Natürlich ist nichts, was diese Menschen getan haben zu entschuldigen und es ist richtig, dass sie ihre Strafe an einem Ort absitzen müssen, wo sie keinem schaden und natürlich ist das Leid betroffener Familien groß und natürlich verändert so etwas mitunter das ganze Leben des Opfers.
Aber - wären alle derartigen Straftäter immer gleich getötet worden, wäre wohl unsere psychologische Forschung noch in den Kinderschuhen. Wären alle immer getötet worden, wäre man auch selbst Mörder weil auch die Täter Familie haben und dann halt diese Familie AUCH NOCH leidet. Man macht es also nicht "besser" mit der Todesstrafe, sondern eigentlich belastet es noch mehr Menschen mit dem Tod eines geliebten die vielleicht ein Leben lang darunter leiden. Der einzige Grund, warum die Todesstrafe überhaupt zur Debatte steht ist "Rache" und "Vergeltung". Es "NÜTZT" niemandem auch nur ein kleines bisschen und die Opfer haben oft mehr davon, wenn sich die Betroffenen gut um sie kümmern, als dass man nur mehr mit dem Gedanken beschäftigt ist sich zu rächen.

Es gibt da einen sehr guten Film zu dem Thema wo die Tochter eines Mannes vergewaltigt wird und dieser wochenlang auf der Suche ist nach diesem Mann und alle Hebel in Bewegung setzt ihn zu finden. Letztendlich spricht ihn seine Tochter darauf an und meint sie fühlt sich vom Vater allein gelassen, weil die Rache am Vergewaltiger wichtiger zu sein scheint als sie. Menschen halten sehr viel aus - wenn sie Menschen um sich haben, die ihnen zur Seite stehen. RACHE ist etwas Negatives und wird NIEMALS zu positivem werden. Weil auch wenn der Mörder tot ist, ist das Gefühl des Opfers kein Anderes. Es geht darum die Tat zu verarbeiten und dabei ist der Täter an sich als Person irrelevant. Psychologisch gesehen.

Nachdem es - mal abgesehen von moralischen Gründen - also keinen Grund gibt auch den Täter zu richten, sondern es - im Gegenteil - noch viel mehr Geschädigte dadurch gäbe ist es absolut richtig, die Todesstrafe nicht durchzuführen. Man kann aber mit diesen Menschen gut Forschung betreiben um herauszufinden, wie es soweit kommen konnte um vielleicht in Zukunft diese Dinge weitestgehend zu vermeiden.

Nur kurz zur Klärung: für Deutschland kommt die Todesstrafe eh nicht in Frage, weil sie gegen das Grundgesetz verstoßen würde.

Aber abgesehen davon, ist die Todesstrafe allgemein das falsche Mittel zur Bestrafung. 

Erstens würde der Staat Gleiches mit Gleichem vergelten, er würde aus Vergeltung töten, sich rächen und das könnte bereits das Mordmerkmal der "sonstigen niederen Beweggründe" erfüllen.

Dem Staat darf es nicht um Rache, sondern nur um Gerechtigkeit gehen. 

Sicherlich ist ein rechtskräftig verurteilter Mörder nicht mit Samthandschuhen anzufassen, denn er hat vorsätzlich, rechtswidrig und schuldhaft ein Leben ausgelöscht.

Doch hat er sein Recht auf Leben verwirkt? Sicherlich nicht!

Mord wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe geahndet. 

Auf der Rechtsfolgenseite ist der Mord sehr starr geregelt, d.h. er bekommt lebenslänglich. Das bedeutet wiederum, dass ein Mörder mindestens 15 Jahre ins Gefängnis muss, danach wird der Fall erneut geprüft.

Nach § 57 a StGB setzt das Gericht den Strafrest zur Bewährung aus, wenn nicht die besondere Schwere der Schuld des Verurteilten die weitere Vollstreckung gebietet,  wenn das Sicherheitsinteresse der Allgemeinheit nicht gefährdet wird und der Verurteilte dem nicht zustimmt. 

Wer noch nie ein Gefängnis von innen gesehen hat, mag das unfair finden aber 15 Jahre in einem kleinen Raum zu verbringen, während draußen das Leben tobt, das ist schon eine Strafe, die es in sich hat. 

In der Einsamkeit der Zelle hat man viel Zeit nachzudenken, viel Zeit Reue zu empfinden und Reue ist die zerstörerischste Kraft im Universum. 

Darüber hinaus gibt man dem Verurteilten die Möglichkeit sich zu bessern . 

Würde man die entsprechende Person direkt töten, wie könnte sie jemals eine Wandlung vollziehen und sich bessern?

Außerdem sind Justizirrtümer nie ausgeschlossen.

Einer eingesperrten Person kann man die Freiheit wiedergeben und sie für die zu unrecht festgehaltene Zeit mit Geld entschädigen aber jemand, der getötet worden ist, wie kann man da noch etwas gut machen, wenn sich Jahre später herausstellt, dass er trotz der erdrückenden Beweislage bei der Verurteilung, trotzdem unschuldig gewesen ist?

Der Tod ist kein Spielzeug und gehört nicht als Instrument in die Hände des Staates. 

 

stimmt hast du Recht aber jetzt wenn wir mal von Lebenslang reden in den USA lebenslang... ist doch auch eine Art Todesurteil oder nicht ? da sitzt man nicht nur 15 Jahre einige 60 oder eine 80 da kommt man auch nicht mehr Lebend raus

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@noname637

Wenn ich mich richtig erinnere, gibt es auch im  amerikanischen Recht verschiedene Arten der lebenslangen Freiheitsstrafe. Auch da kann eine Freiheitsstrafe zeitig enden und muss nicht bis zum Lebensende vollstreckt werden. Zurück zu Deutschland: auch hier bedeutet lebenslang nicht automatisch, dass man nach 15 Jahren entlassen wird. Auch in Deutschland bedeutet lebenslang erst einmal auf unbestimmte Zeit. Nach 15 Jahren wird zum ersten mal geprüft, ob eine Strafaussetzung zur Bewährung in Frage kommt. Wenn ja, dann wird der Strafrest zur BEWÄHRUNG ausgesetzt. Ich benutze Großbuchstaben, weil das Wort sehr wichtig ist. Die Bewährungszeit beläuft sich auf 5 Jahre. Begeht die entsprechende Person innerhalb dieser Zeit eine weitere Straftat, die zu einer Verurteilung führt, na dann hat er ein Problem. Außerdem kommt eine frühzeitige Haftentlassung nicht in Frage, wenn das Gericht bei der Verurteilung eine besondere Schwere der Schuld festgestellt hat oder das Sicherheitsinteresse der Allgemeinheit dem entgegensteht. Es hat schon RAF Terroristen gegeben die weit mehr als 40 Jahre eingesessen haben. Jemanden nach 40 Jahren aus der Haft zu entlassen, ist noch schlimmer als "ein Leben lang eingesperrt zu sein". Irgendwann wird das Gefängnis zu der einzigen Realität, die man hat. Es wird zur "Heimat". Man arrangiert sich mit den Umständen. Stell Dir mal vor, Du wärst 1977 ins Gefängnis gekommen und würdest 2017 aus der Haft entlassen werden. Stell Dir weiter vor, dass Du 1977 30 Jahre alt gewesen bist und Heute 70. Du hast in Deinem ganzen Leben noch nie einen PC gesehen, ein Notebook, ein Handy...Die Welt, die Du 1977 verlassen hast existiert nicht mehr. Viele der Menschen, die es damals gegeben hat, sind bereits tot. Deine Nächsten, sind für Dich Fremde.  Du wirst in eine Welt entlassen, die Dir so fremd ist, wie ein anderer Planet und mit der Du nichts anfangen kannst.  Ich fände das beängstigend. 


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@bambirossa

In den USA sitzt man in den meisten Staaten dann wirklich das ganze Leben und darf auch nicht mehr raus.

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Also ich bin gegen Todesstrafe. Ich verstehe die Argumente dafür durchaus. Aber aus meiner Sicht haben wir Menschen uns gar nix verdient. Kein Mensch hat "verdient", am Leben zu sein. Es ist ein so großes Geschenk, dass wir uns es nicht rückwirkend erarbeiten können. Und nur weil jemand keine Straftat begangen hat und brav Steuern zahlt, heißt das nicht, dass er ein "guter" Mensch ist. Es wäre also vielleicht gerecht, einen Mörder zu töten. Aber dann wäre es auch gerecht, jeden, der seinen Partner betrogen hat, zu betrügen, jeden, der seine Eltern nie respektiert hat wie Abschaum zu behandeln, jeden, der einmal vorschnell geurteilt hat in eine Schublade zu stecken. Ein solches Verhalten führt natürlich nirgends hin. Es wäre trotzdem unehrlich, bei einem Mord oder bei Vergewaltigung so zu reagieren, aber im alltäglichen Leben alles Mögliche ungestraft durchgehen zu lassen. Im schlimmsten Falle inspiriert es gewisse Leute dazu, das Todesstrafenprinzip eben doch auch auf andere Lebensbereiche zu übertragen.

Und grade das Argument "so jemand kann ja nicht mehr normal werden" hat sich in vielen Fällen schon als falsch erwiesen. Wenn jemand sich im Gefängnis ändert, kann er Vorbild sein für andere und "verdient" sich mit seinem neuen Lebensstil eine zweite Chance in der Gesellschaft. Genau wie jemand, der einmal (oder auch zehn mal) betrogen hat das später bereuen und sich ändern kann, kann das auch ein Vergewaltiger oder Mörder, so krass das klingt. Nicht alle kommen wieder auf freien Fuß. Aber wenigstens ein Leben hinter Gittern sei ihnen dann doch gegönnt - mit Büchern und erbaulichen Gesprächen. Diejenigen, die nie bereuen - nun, in deren Fall ist das Leben auch überschattet von Hass und Bitterkeit, und das in einer einsamen Zelle tagein tagaus in sich hineinfressen zu müssen ist auch nicht so viel gnädiger als der Tod.

nein ich meinte das Opfer kann doch nie mehr normal werden das sind Todeskandidaten zum Beispiel ändern können weiß ich und das sehr gut

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