Tod des Nationalismus - Schluss mit Nationalstaaten und seinen Relikten?

15 Antworten

Was heute noch wie eine Märchen klingt, kann morgen Wirklichkeit sein. Hier ist ein Märchen von übermorgen. Es gibt keine Nationalstaaten mehr. Es gibt nur noch die Menschheit...

Das ist ein Zitat aus dem Vorspann von "Raumpatrouille", einer Science-Fiction-Fernsehserie, die vor einem halben Jahrhundert im Fernsehen lief. Ich war noch ein kleiner Junge, aber ich verstand schon, daß Staaten und Grenzen keine Zukunft haben, sondern zur Vergangenheit gehören, so wie Saurierknochen, Steinäxte und Faustkeile. Ich wuchs mit dem Bewußtsein auf, daß ich ein Bürger dieses blauen Planeten bin. Ich hoffe, daß dieses Bewußtsein sich durchsetzen wird, so wie Schreiben und Lesen und Rechnen, und daß Nationalismus, Rassismus und Klassengesellschaft vom Strom der Geschichte hinweggespült werden.

www.youtube.com/watch?v=ftDXbIDfce8

Sorry, aber wer in diesem Streifen auch nur einen Hauch von einer irgendwie erstrebenswerten Zukunft sieht, muss wohl .....  (ich erspare mir die Ausformulierung).

Da gibt es eine "oberste Raumbehörde", einen "Herrn General", Strafversetzungen, stellare Kriege,  etc.

Weiterer Kommentar überflüssig.

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@rumar

Danke für diesen berechtigten Widerspruch. Hier mein weiterer Kommentar dazu: Ja, das in der Serie tonangebende militaristische und zentralistische Gesellschaftsmodell ist vollkommen idiotisch. Nicht zufällig ist es typisch für die Science Fiction dieser Zeit. Denn die ist eben eine Projektion des Bewußt- und Unterbewußtseins der Epoche, aus der sie stammt. Und da sie in der "Zukunft", d.h. in sicherer Distanz stattfindet, schaltet sie auch die Schamschwellen aus und ermöglicht ein ziemlich ungefiltertes psychisches Selbstporträt. So kommt zutage, wie sehr die Mentalität in Westdeutschland 1965 von dem 20 Jahre zuvor untergegangenen Nazi-Reich und der Wehrmacht geprägt war. Auch in der Heftchenserie Perry Rhodan wurde das deutlich: Da führten ein "Großadministrator" und seine Clique die Menschheit an und anstelle der Supermächte auf der Erde, die mit überlegener außerirdischer Waffentechnik abgeschafft wurden, gab es ein "Solares Imperium".

Darum habe ich mich hier auch *nur* auf den zitierten Anfang des Einleitungstextes bezogen, weil er zur oben gestellten Frage paßt. Dieses Zitat war und ist für mich der Hauch von einer irgendwie erstrebenswerten Zukunft. Der Link auf das Video ist als Quellenbeleg hierfür gedacht, weiter nichts. Wer die Serie kennt, findet allerdings, auf ganz widersprüchliche Weise vermengt mit all dem spießigen Schund, den Hauch des Wünschenswerten noch an etlichen Stellen der Handlung, wo sich - ebenfalls kennzeichnend für die Mitte der 1960er Jahre - antiautoritäre Gesinnung bemerkbar macht, Subversion stattfindet, die Geschlechterrollen in Frage gestellt werden, durch Diplomatie ein Krieg verhindert und eine Klimakatastrophe abgewendet werden muß und immer wieder das Individuum gegen die Dominanz des Apparats verteidigt wird. Der Satz "the present now will later be past" war schon gesungen. "Imagine there's no countries" noch nicht. Ich war, als die Serie gezeigt wurde, erst neun Jahre alt, aber ich hatte schon miterlebt und verstanden, wie Deutsche und Franzosen abgemacht hatten, nun Freunde zu sein und nie wieder aufeinander zu schießen. Meine Frage, wieso es überhaupt verschiedene Länder geben muß, hatte mir niemand einleuchtend beantworten können. Als dann im Fernsehen gesagt wurde, es werde in Zukunft keine mehr geben, hörte ich das mit tiefer Genugtuung.

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Um den (übertriebenen) Nationalismus abzuschaffen, muss man (oder sollte man) nicht einfach die Nationen abschaffen. Die unterschiedlichen Kulturen, Identitäten und auch Nationalitäten stellen einen großen Schatz dar. Wer meint, alles würde in einem "Einheitsbrei" besser, irrt sich wohl gewaltig. 

Ich bin kein Nationalist, aber ich bin ein Schweizer (sogar mit einer lokalen Heimat, in welcher nur wenige Zehntausend Menschen leben) und will das auch bleiben. Auf Reisen in der ganzen Welt habe ich viele andere Menschen aus anderen Ländern und Kulturen kennen und schätzen gelernt. Nach meiner festen Meinung ist es keine gute Idee, dass Krethi und Plethi von irgendwoher in charakterlosen Megastädten auf der ganzen Welt zusammengemixt werden. 

Der Nationalstaat ist ja mal zunächst nichts anderes als eine Konstruktion für das Zusammenleben von Menschen mit der selben Sprache und Kultur. Daran ist nichts verwerflich oder diskriminierend. Solange die Nationalismusidee nicht in Chauvinismus oder Hass auf andere Nationen ausartet sehe ich ehrlich gesagt kein besseres umsetzbares Modell.

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