Tod der besten freundin verkraften?

13 Antworten

Ich weiß, wie Du Dich fühlst. Ein Psychologe wäre die beste Möglichkeit, wenn Du sonst mit niemanden drüber reden kannst. Wichtig ist, dass Du Deine Trauer raus lässt.

Du darfst traurig sein und trauern das ist jetzt erstmal voll verständlich.

Wenn Du Dich aber nicht zum Psychologen trauen solltest, kannst Du auch anonym mit der Nummer gegen Kummer reden.

https://www.nummergegenkummer.de/

Ich wünsche Dir alles Gute!

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Hallo Amandako,

ich kenne das Gefühl nur zu gut, ich habe es selbst erlebt. Mitte Februar ist meine beste Freundin bei einem schweren Autounfall tödlich verunglückt, auch noch unverschuldet. Seitdem stürze ich mich in die Arbeit und kann darüber schwer reden, da es ist als wäre ein Lichtschalter umgelegt worden. Vielleicht wäre es für dich gut mal einen Psychologen aufzusuchen oder mit engen Freunden oder Verwandten darüber zu reden...kannst mir auch gerne mal schreiben zum Austausch. Bin derzeit auch am rausklamüsern, was ich gegen dieses traurige Gefühl tun kann, derzeit versuche ich mich mit Ablenkung, Sport, Musik, Tieren als Seelentröster. Viele Grüsse

Ja. Wenn es nicht anders geht, dann such einen Psychologen auf. Ansonsten kannst du auch mir schreiben. Ich bin weiblich, 23 Jahre alt und habe meine Freundin ebenfalls durch den Tod verloren. Meine Freundin starb letztes Jahr im Januar 2018 gerade mal mit 23 Jahren an den Folgen eines epileptischen Krampfanfalls. Sie war gerade mal so alt wie ich. Sie war leider Epileptikerin. Aber ihr Krampfanfall kam für alle unerwartet und plötzlich. Es ging alles so schnell. Sie hörte nicht mehr auf zu krampfen, ihr Gehirn wurde nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt und sie starb.

Was mich für einige Zeit ablenkt, ist Gitarre spielen, Keyboard spielen, Klavier spielen, zeichnen und eigene Geschichten schreiben, doch dann gibt es immer mal wieder Tage, an denen ich um sie weine und trauere. Ich lass meine Trauer zu. Lass du deine Gefühle auch ruhig zu und versuche es nicht zu verdrängen, denn das ist nicht gut für die Psyche.

Wenn du traurig bist, dann sei traurig. Wenn du weinen musst, dann weine. Wenn du wütend bist, dann sei wütend. Ich bin auch hin und wieder mal wütend, wegen den Verlusten. Das liegt daran, dass sich meine Trauer manchmal in Wut umwandelt. Durch meine Hobbys die mich ablenken, komme ich noch ohne einen Psychologen aus, aber jeder geht anders damit um. Wenn du der Meinung bist, dass du den Tod deiner Freundin mit der Hilfe eines Psychologen verarbeiten kannst, dann mach das ruhig. Ansonsten versuche es mit Ablenkung. Und wenn du darüber schreiben willst, kannst du auch mich anschreiben.

Mein Beileid für deinen Verlust.

Ich wünsche dir alles Gute und dass du die Trauer, den Schmerz, den Tod und den Verlust verarbeiten kannst. Sei es mit Hilfe eines Psychologen oder mit Hilfe von Ablenkung.

Hallo Amandako

Herzliches Beileid. Ich habe mit meinen 85 Jahren leider schon viele enge Freunde und Verwandte verloren, auch meine Frau nach fast 50-jähriger Ehe. Ich weiß, wie tief man da in die Traurigkeit gestoßen wird.

Aber es gibt einen Gedanken, der dir vielleicht hilft, wieder zu einem normalen Leben zurückzufinden: Stell dir vor, deine Freundin ist in Gedanken bei dir und muss nun mit ansehen, wie du dich grämst und dein eigenes Leben entwertest. Sie fühlt sich dadurch schuldig, obwohl sie ja nichts dafür kann. Gerade weil sie deine beste Freundin war, solltest du ihr nun helfen und nicht exzessiv trauern, sondern ihr durch ein behutsames aber stetiges Überwinden der Trauergedanken zeigen, dass du mit dem Schicksalsschlag fertig wirst und langsam wieder zur alten Lebensfreude zurückkehrst. Das ist das Beste, was du ihr tun kannst. Mit Trauer belastest du sie, mit dem Verarbeiten des Schmerzes entlastest du sie. Wenn sie schon sterben musste, so möchte sie doch, dass wenigstens du das Geschenk des Lebens voll annimmst. Erweise dich dieser engen Freundschaft als würdig und kehre ihretwegen wieder ins normale Leben zurück, ohne sie zu vergessen.

Und noch eines: Du hast sie ja nicht ganz verloren: In deiner Erinnerung lebt sie weiter. Lass zu, dass sie dir auch ab und zu im Traum erscheint, um dich zu trösten. Als meine Frau vor 8 Jahren gestorben war, war sie in meinen Träumen fast immer bei mir. Einmal ist es mir im Traum gekommen, dass sie ja schon tot ist, und ich habe sie gefragt (im Traum): "Du bist doch schon tot?" und sie hat mir geantwortet: "Na und?" So als wollte sie mir sagen, du siehst doch, dass ich noch bei dir bin.

Alles Gute wünscht HEWKLDOe.

Hallo,

ich kann das gut verstehen.

In Deiner Situation wäre es sicher hilfreich, wenn Du einen Trauerbegleiter zu Rate ziehst, mit dem Du Deine Trauer Stück um Stück aufarbeiten kannst.

Hospizvereine oder auch Pastoren der Kirchengemeinen kennen sich da aus, bei der Vermittlung solcher Trauerbegleiter.

Eine Trauerbegleitung ist NICHT das gleiche wie eine Psychotherapie oder das Aufsuchen eines Psychotherapeuten: Trauerbegleiter sind speziell auf die Aufarbeitung eines Trauerfalles spezialisiert, während Psychotherapie alles erfasst - und viele "normale" Psychotherapeuten sind für das Thema Trauerbegleitung einfach die falsche Adresse.

Eine Trauerbegleitung hilft Dir, mit dem Verlust besser umgehen zu können, und vor allem bekommst Du dort, was Du in Deiner Familie /Freundeskreis schmerzlich vermisst: Ein offenes Ohr und einen verständnisvollen Zuhörer!

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft.

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