Tochter wird von Mutter geschlagen

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7 Antworten

Um die "Sache" offiziell zu machen und mit genügender Rechtssicherheit für Deine Familie auszustatten, geht kein Weg am Jugendamt vorbei, - auch da es, wie von Dir angeschnitten, um das Kindergeld für das Mädchen geht. Allerdings könnt ihr es auch inoffiziell machen. Das widerum geht aber nur, wenn die Mutter des Mädchens mitspielt. Wenn allerdings die Situation in der Familie Deiner Freundin so desolat ist, wie Du sie beschreibst, solltet ihr eine schriftliche Vereinbarung aufsetzen. Die Geschichte mit ihrem Kindergeld kann dann allerdings auch nur auf freiwilliger Basis laufen, d.h. die Mutter Deiner Freundin müsste euch das Geld als eine Art Kostgeld überlassen. Das sollte auch in die schriftliche Vereinbarung rein. Wenn ihr das alles richtig anpackt, seid ihr auch auf der sicheren Seite, falls doch irgendwann mal das Jugendamt eingeschaltet werden muss, oder aus irgendeinem Grund von sich aus aktiv wird. So wie Du Dir das vorstellst, kann man es deswegen umsetzen, da Deine Freunin das 14. Lebensjahr bereits vollendet hat. Es gibt ja auch die Fälle, in denen Jugendliche während einer Berufsausbildung in die Familie des Lehrherrn ziehen. So unterschiedlich, wie Du meinst, können auch die Jugendämter bei euch (welches Bundesland, welcher Kreis?) nicht entscheiden, da es dafür bundesweit gültige Rechtsvorschriften gibt. Und wenn es doch dazu kommen sollte, gibt es den Weg des Einspruchs, der Beschwerde bei der übergeordneten Behörde und schließlich und endlich der Weg vors zuständige Familiengericht. In solch einem Fall müsste allerdings Deine Freundin klagen, da sie ja wohl mittellos ist und ihr deshalb auf Staatskosten einen Anwalt gestellt werden muß, der sie vor Gericht vertritt. Aber auch der freiwillige Weg ist ok, - wenn ihre Mutter mitspielt und sich an die Spielregeln hält, die ihr gemeinsam schriftlich festgelegt habt. Diese Vereinbarungen sind allerdings nicht rechtsverbindlich, werden aber vom JA anerkannt, wenn die Vereinbarungen nicht gegen geltendes Recht verstoßen. Deshalb vielleicht 50 Euro investieren und mal einen Anwalt drüberschauen lassen. Daß die private Regelung eures Problems in der von mir beschriebenen Art und Weise soweit in Ordnung ist, weiß ich, weil wir vor Jahren den gleichen Fall in unserer Familie hatten. Damals ging es um die Freundin meiner ältesten Tochter. Wir haben das privat geregelt und es ging 2 Jahre lang gut, dann war das Mädchen 18 und konnte selbst entscheiden. Nach etwa einem Jahr erhielt warum auch immer, das Jugendamt davon Kenntnis, kam vorbei, hörte sich an was zu sagen war, ging wieder und ward nie mehr gesehen :-) Ihr habt also 2 Varianten, wie ihr euer Problem angehen könnt. Deine Angst, daß das Jugendamt Deine Freundin einfach in ein Heim stecken würde, wäre begründet, wenn Deine Freundin das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hätte und daher rechtlich als Kind und nicht als Jugendliche gelten würde.

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Kommentar von TeAmoXVII
28.06.2014, 02:24

Baden-Würtemberg, Zollernalbkreis

Wobei, soweit ich es weiß, ist man doch erst mit 16 jahren kein Kind mehr oder verwechsel ich da etwas?

Danke für die gut ausgeschriebene Antwort, bin ich sehr dankbar dafür.

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Also entweder sie will Hilfe, dann muss sie zum Jugendamt, oder sie will keine. Eine andere Alternative gibt es nicht.

Und was du schreibst, ist doch Unfug. Das Jugendamt steckt Kinder nicht immer gleich ins Heim oder eine WG. Das kostet nämlich unsäglich viel Geld. Es gibt z. B. auch Erziehungsberatungsstellen oder Familienhelfer.

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Kommentar von TeAmoXVII
27.06.2014, 10:14

Was wir hier bei uns in der Umgebung erleben [Kreis Zollernalbkreis] entspricht häufig dem, was ich beschrieben habe. Wenn das bei euch besser klappt dann glückwunsch.

Mit Familienberater wäre ich vorsichtiger, da ihre Mutter wie gesagt wegen jeder Kleinigkeit schnell wütend wird. Und wenn ihre Tochter dann mit sowas ankommt ist dann der letzte Knotenpunkt zwischen beiden geplatzt.

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Kann sie, theoretisch gesehen, wenn meine Eltern dazu bereit sind, zu mir ziehen?

Das ist möglich, allerdings läuft das für gewöhnlich über das Jugendamt. Da gibt es auch nichts bedrohliches, es wird ein Antrag gestellt, indem die Gründe benannt werden und gut is.

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Kommentar von TeAmoXVII
27.06.2014, 10:25

Okay... danke für die Antwort (y)

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Das wird sicher kein leichter Weg werden, der ohne das Jugendamt kaum zu machen sein dürfte. Schließlich haben ihre Eltern die Erziehungsberechtigung. Wie siehts denn mit dem Vater aus? Ist der auch so veranlagt oder kann man mit ihm mal reden?

Was mir dazu noch einfällt: Wie ist es denn, wenn sie tatsächlich bei euch wohnt und ihr seid nicht mehr zusammen? Die Situation könnte schwierig werden, denke ich.

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Kommentar von TeAmoXVII
27.06.2014, 10:16

Die Mutter hat den Vater verlassen, da dieser zu Gewalttätikeiten neigte. Die Tochter hat einen Stiefvater.

Also zusammen sind wir [noch] nicht und natürlich wäre diese Situation dann schon extrem dämlich, aber ich bin leider ein Mensch, der ungern andere in Stich lässt :/

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Die Eltern haben das Aufenthaltsbestimmungsrecht für ihre 15jährige Tochter. Wenn die zustimmen, dass sie zu dir ziehen darf, geht das. Wenn nicht, ist das Kindesentzug, dann steht irgendwann die Polizei vor deiner Tür und ist gar nicht gut drauf. Das Kindergeld ist für den Kindesunterhalt gedacht, d. h., wenn das Kind nicht mehr zu Hause wohnt, muss die Mutter ihr das Geld überweisen. Sie muss allerdings das Kindergeld nach wie vor beantragen. Was Kinder kosten, das wissen deine Eltern ganz bestimmt selbst. Ansonsten bleibt nur Jugendamt.

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Kommentar von TeAmoXVII
27.06.2014, 10:17

Das wir ihnen mutwillig die Tochter nehmen ist kein Thema, das wäre ja extrem dämlich [mein Vater ist selber Polizist.]

Würde das also heißen, dass wenn sie zu uns ziehen würde, dass ihre Mutter ihr dann das Kindergeld schicken Müsste?

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Hat das Mädchen eventuell Großeltern, wo sie leben könnte? Andere Verwante die sie aufnehmen würden? Das Mädchen kann auch in einer Pflefamilie untergebracht werden. Und sogar bei Deinen Eltern. Das Mädchen ist 15 und kann selbst entscheiden wo sie leben möchte- allerdings führt dieser Weg auch nicht am Jugendamt vorbei.

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Kommentar von TeAmoXVII
27.06.2014, 10:19

Mit den Großeltern oder Allgemein mit anderen Familienmitgliedern hat sie keinen Kontakt. Ihre Familie ist ohnehin schon gespalten genug. Es gibt zum einen die, die ihr Leben genießen wollen aber auch vorsichtig sind, zu denen sie selbst zählt, dann gibt es die, die einfach Absturz sind und andere, die komplett gegen alles Schädliche sind und dadurch "zu Grunde" gehen.

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Jugendamt ist auf jeden Fall der richtige Adressat bei Kindermisshandlung in der eigenen Familie. Die können auch entscheiden, wie es weitergeht. Anstatt Heim kommt auch Pflegefamilie in Betracht, was Ihr übernehmen könntet. Sofern Ihr dazu bereit wäret, wäre das für das Mädchen eine feine Sache.

Es müsste der Mutter allerdings gerichtlich das Sorgerecht entzogen werden, das ist eine hohe Hürde und hängt im Wesentlichen von den Aussagen Deiner Freundin ab. Aber eine Pflegefamilie, die mit der Pflegeperson befreundet ist, müsste in der Regel einem Heim etc. vorgezogen werden. Ich würde dafür auf jeden Fall einen Anwalt/eine Anwältin für Familienrecht hinzuziehen, bevor etwas schiefläuft.

Pflegefamilien bekommen Kostenersatz vom Amt.

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Kommentar von TeAmoXVII
27.06.2014, 10:22

Das heißt also, das man im schlimmsten Fall über das Jugendamt steuern muss. Ihre Familie ist leider sehr stark gespalten und sie kennt kaum Verwandte.

"Aber eine Pflegefamilie, die mit der Pflegeperson befreundet ist, müsste in der Regel einem Heim etc. vorgezogen werden." - das heißt, dass sie auf jeden Fall einen bestimmten Zeitraum meine Eltern kennen muss und umgekehrt oder? [Man nimmt ja keine Fremden auf]

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