Tochter möchte sich das Leben verbauen, was soll ich tun?

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5 Antworten

Verstehe Dich sehr gut. Ich habe zwei Mädels großgezogen, die gar keine Vorstellungen davon hatten, was sie mit ihrem Leben anfangen sollten. Bei beiden war schon der Schulweg kurvig. Beide sind vom Gymnasium zurück auf die Realschule, nicht unbedingt, weil sie das Gymnasium notentechnisch nicht geschafft hätten, die beiden wollten einfach noch Freizeit haben.

Nach dem Realschulabschluß habe ich mit den beiden die Möglichkeiten durchgesprochen. Wir haben jeden Aspekt und Berufsaussichten durchleuchtet. Schließlich haben sich die beiden doch noch für das Abitur entschieden und dann das zweisprachige Ernährungswissenschaftliche Gymnasium durchgezogen.

Nach dem Abi stand dann wieder die Frage: Wie geht's weiter? Die Ältere hat sich für ein 8monatiges Sozialprojekt in Guatemala entschieden, für das sie nicht einmal bezahlt wurde. Aus den 8 Monaten wurden dann 3 Jahre in denen sie in Guatemala ein Musikstudium durchzog, welches natürlich hier nicht anerkannt wird. Also ist das Mädel zurückgekommen und hat sich zu ihrem Musikstudium das technische Know how auf einer Medien-Uni geholt und mit Ingenieur Tontechnik abgeschlossen. Die arbeitet heute 4 - 5 Monate an Bord der AIDA als First der Tontechnik, macht den Rest des Jahres Urlaub in Guatemala und treibt dort ihre Musik-Karriere voran. Das Mädel ist glücklich und tourt mit ihrer Band mittlerweile nicht nur durch Guatemala, sondern auch durch Mexiko.

Meine jüngere Tochter hat einen ähnlich kurvigen Weg hinter sich. Die hat nach ihrem Abi eine Kurz-Ausbildung zum Deckhand (Matrose) gemacht und ist dann auf privaten Luxus-Yachten kreuz und quer über die Meere gefahren, bis das Mädel die Nase von den versnobten Leuten voll hatte. Es schloß ein Studium der Forstwirtschaft an. Nachdem sie 1 Jahr auf selbständiger Basis für mehrere Forstwirtschaftzweige gearbeitet hat, studiert sie nun auf Master weiter um international arbeiten zu können.

Du siehst, daß andere Mädels auch krumme Wege gehen und trotzdem ihren Weg meistern.

Allerdings waren meine Mädels damals leicht davon zu überzeugen, daß sie wenigstens ihr Abitur machen sollten, um dann alle Wege offen zu haben. Das war eine ganz rationale und logische Entscheidung mit vielen Argumenten für ein Abitur und gegen den eigenen (geschiedenen) Papa, der seine Töchter gern in einem "normalen" Beruf gesehen hätte um sich möglichst schnell von den Unterhaltszahlungen befreien zu können.

Eine private Ausbildungsakademie kann durchaus ihren Wert haben und im Metier sehr anerkannt sein - manchmal sogar mehr, als eine FH oder Uni.

Vielleicht hilft es Dir und Deiner Tochter ja auch, wenn Ihr beide Euch mal in aller Ruhe hinsetzt und mit einer handfesten Strichliste das Für und Wider abwägt. Ruft doch einfach mal große Grafik-Agenturen an und erkundigt Euch da nach dem Ruf dieser privaten Akademie. Das wird entweder Dich oder Deine Tochter überzeugen.

Bloß nicht mit Druck drangehen, dann wird die Nachkommenschaft bockbeinig. Gib Deiner Tochter das Gefühl, daß sie eine Mutter hat, die uneingeschränkt hinter ihr steht - egal, was sie macht. Schließlich muß sie sich ja in ihrem Leben einrichten und mit ihren Entscheidungen leben.

Tja, liebe Elephantin, das "Loslassen" der Kinder bleibt keiner Mutter erspart. Hab' ein wenig Vertrauen in die Entscheidungen Deiner Tochter. Viel Liebe und Licht für Euch beide!

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Kommentar von Tamtamy
06.11.2016, 12:43

Respekt für deinen ausführlichen Beitrag!

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Es gibt Berufskollegs, an denen man Abi und zeitgleich eine abgeschlossene Ausbildung als gestaltungstechnischer Assistent machen kann.

Wenn es so etwas bei Euch gibt, wäre dies wahrscheinlich Eure Kompromisslösung.

Vielleicht käme auch (erst einmal) "nur" eine Ausbildung zum gestaltungstechnischen Assistenten in Frage, anschließend Abi oder Fachabi.

Bei beiden Varianten hätte sie einen anerkannten Abschluss.

Ich kann dich absolut verstehen. Eine so lange Zeit für nichts (keinen anerkannten Abschluss) würde ich im Sinne meines Kindes nicht unterstützen und nicht finanzieren. Später wird sie dich wahrscheinlich verstehen und dankbar sein. Selbst wenn nicht, hast du sie aber aus meiner Sicht vor einem schwerwiegenden Fehler bewahrt. Du bist Mutter, manchmal muss man auch unliebsame Entscheidungen zum Wohl des Kindes treffen, da musst du dann m. E. durch (und sie auch).

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Ich würde es ihr erlauben. Vll ist die Joblage nachher gar nicht so schlecht. Und selbst wenn sie danach nix findet: es gehört zum Leben dazu, dass man manchmal gegen eine Wand rennt. Das heißt ja außerdem nicht, dass sie danach nie wieder an eine staatliche Uni kann. Ein passendes Abi kann man ja außerdem nachholen dafür.


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Kommentar von MaxMW997
04.11.2016, 22:15

Man kann aber verlorene Jahre nicht zurück holen

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Ich bezweifle, dass die Lage so schlimm ist bzw. ihr Studium so nutzlos ist.

Ich gebe dir einen gut gemeinten Ratschlag: Lass sie das durchziehen.

Ich würde es niemals verzeihen, wenn meine Eltern mich zu einem anderen Studiengang gezwungen hätten, wäre ich darin mangels Interesse gescheitert, dann würde ich ihnen das ihr Leben lang vorhalten.

Es ist ihr Leben, es sind ihre Interessen und wenn ein junger Mensch sein Abitur gemeistert hat, dann ist er auch alt genug, um selbst zu entscheiden, was er wie studieren möchte.

Deine Sorgen in allen Ehren: Es ist ihr Leben und wenn es ihre Leidenschaft ist, dann verbaut sie auch nicht ihre Zukunft damit.

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Kommentar von Elephantin
04.11.2016, 21:24

Du hast die Fragen nicht Mal gelesen. Sie hat kein Abitur. Gegen ein richtiges Studium würde ich nie was sagen. Es geht um eine Privatakademie, welche nach 5 Jahren wertlose Abschlüsse verteilt, die nicht IHK anerkannt sind.

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Kommentar von MaxMW997
04.11.2016, 22:13

Doch wenn man mit solch ein privat ding kommt findet man nix

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Welchen bundesland lebt ihr?

Und nie Privatschule oder -Akademie oder - uni
Da die nur stattlich anerkannt oder geprüft sind
Und kein akademischen grad haben

Eine Ausbildung in den Bereich ist besser schlag das ihr vor

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