Toast-Hawaii-Rassistisch? Umbennung wird gefordert, richtig so?


18.10.2021, 20:21
 - (Liebe und Beziehung, Politik, Ernährung)

Das Ergebnis basiert auf 85 Abstimmungen

Eine Umbennung finde ich kritisch 91%
Eine Umbennung ist der richtige Weg, wir müssen sensibler werden 9%

Seit wann ist "Hawaii" eine Rasse?

Hey ich helfe dir gerne, im Artikel wir angeprangert, dass die Bezeichnung rassistisch ist(Aufgrund der dort Lebenden). Nicht das das Land Hawaii eine Rasse wäre. Grüße

34 Antworten

Eine Umbennung finde ich kritisch

Ich persönlich finde das für unsinnig. Die Pizza wird nicht so genannt, weil man einen Bezug zu einer spezifischen Bevölkerung sucht, sondern weil man die Ananas als Südfrucht eben mit einer dazu passenden Insel assoziiert. Was passt da besser, als das Paradies Hawaii?

Genauso gut könnte man eine solche Pizza als Pizza Thailand, Pizza Mauritius oder Pizza Brasilien nennen.

Es geht um einen gewissen regionalen Bezug und den findet man in etlichen Lebensmitteln. Teilweise sind diese sogar markenrechtlich geschützt.

Der weisse, oft männliche Tourist, der mit Hawaii Urlaubs- und Tropenstimmung in Verbindung brachte, fetischisierte insbesondere hawaiische Frauen

Und was hat das jetzt mit einer Pizza zu tun?

Ich vermute mal stark, dass 99,99% aller Hawaiianer nicht einmal wissen, dass in Deutschland ein Produkt namens "Pizza Hawaii" verkauft wird. Dennoch machen wir uns hier Gedanken über eine Umbenennung, die jedem Hawaiianer vollkommen egal wäre.

Eine Umbennung finde ich kritisch

Ich lehne 99% der Umbenennungswünsche ab. Befürworten würde ich in erster Linie, Straßen die nach Hindenburg (verhalf Hitler ins Amt) und Luther (Antisemit) benannt wurden umzubenennen.

Allerdings esse ich diese Pizza sowieso nicht. Ich bin Vegetarier und Ananas mag ich auch nicht. Das ist dasselbe wie mit dem Zigeunerschnitzel und dem Mohrenkopf: Entweder Fleisch oder ungesund. Statt umbenennen lieber gar nicht mehr essen!

Eine Umbennung ist der richtige Weg, wir müssen sensibler werden

Ach, Leute, wir wissen es doch - alles, was nicht deutsch ist, wird umbenannt.

Ich würde aus reinem Trotz allerdings keineswegs "Pizza Ananas" sagen, wie vorgeschlagen, sondern mir als Restaurant eine komplett eigene Bezeichnunge ausdenken oder diese vielleicht sogar in irgendwelchen Organen, in denen Restaurantbetreiber oder Köche lesen, diskutieren, so dass eine einheitliche Bezeichnung besteht. Warum nicht Pizza Anken (An-(nanas)-(Schin)ken. Oder ein kompletter Fantasiename. Pizza Blulalü. Sonnenaufgangspizza. Ferienpizza. Strandpizza.

Toast Hawaii war mal positiv konnotiert, dann wurde er altbacken und eher negativ konnotiert. Braucht man vielleicht nicht mehr, vielleicht kann man da wirklich Toast mit Ananas und Schinken sagen. ABER, den Herrentoast und den Damentoast dürfen wir behalten, der ist ganz deutsch, das ist doch mal was!

Und das ist es, was mich stört: Am Ende läuft es darauf hinaus, dass wir uns wieder extrem auf "unsere Kultur", also "UNSERE Kultur!" besinnen. Wir werden vielleicht von uns aus, in vorauseilendem Gehorsam oder aus einer Art neuem Patriotismus heraus, alles Deutsche feiern und alles "Fremde" ablehnen. So wird dann automatisch alles umbenannt, was nicht "deutsch" ist. Warte mal, das hatten wir doch schon mal....? Egal, jetzt ist es ein Zeichen von kritischem Denken und Kultursensibilität!

Demnächst essen wir auch wieder Nudeln statt Pasta, mit Hackfleischsauce, statt Bolognesesauce.

Und statt zu warten, bis die Aktivisten uns etwas vorschreiben, werden wir selbst anfangen, "fremde" und "unpassende" Worte und Bezeichnungen aus unserer "schönen Sprache" zu entfernen und zu ersetzen, z.B. alles, was "Schwarz" im Namen trägt (wie beim schwarzfahren) oder alles, was Wortbestandteile enthält, die nicht der englischen Sprache entstammen (die Engländer können das ja ab).

Überlegt euch schon mal Alternativnamen für Kaffee und Kakao. Curry steht ja schon auf der Abschlussliste, das wird demnächst nur noch als "Eintopf" bezeichnet, zumindest das Gericht. Die Würzmischung wird dann eventuell zur "indidischen Gewürzmischung", wer weiß?

Alternativnamen für Kaffee und Kakao? So ein Schwachsinn. Ein höchst undifferenzierter Beitrag, der die eigentliche Problematik des sensiblen Themas komplett verfehlt.

Ich würde aus reinem Trotz

Ja, das trifft es gut, eine trotzige, infantile Antwort.

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@upbrunce

Kaffee und Kakao kommen sowohl als Bohne, als auch von der Wortherkunft her ebenfalls nicht aus Deutschland, könnten also in ihrer Bezeichnung ebenfalls als rassistisch betrachtet werden, weil man sich an Worte anlehnt, die fremde Regionen bezeichnen - ähnlich Toast Hawaii - oder aus fremden Sprachen stammen. Das könnte man heute auch als Aneignung verstehen!

Oder anders gesagt: Wenn die Bohnen heute entdeckt würden, "dürften" sie vermutlich laut einigen Menschen nicht diese Bezeichnungen in anderen Sprachen erhalten, nehme ich an.

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@Tasha

Merkst du eigentlich, dass du gerade rumschwafelst oder glaubst du wirklich an den Blödsinn, den du da schreibst? Das alles hat nichts mit der Frage zu tun.

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Eine Umbennung finde ich kritisch

Kritisch finde ich die Umbenennung nicht, aber ich kann sie schwer nachvollziehen.

Was hat die Pizza Norddeich mit Norddeich zutun? Steckt in der Pizza Diablo der Teufel? Wie fühlen sich die Magarethen, wenn sie ne Pizza Magarita essen?

Klar, wenn die Hawaii-Bewohner sich dadurch an schlimme Zustände erinnert fühlen, kann und sollte man eine Umbenennung vornehmen. Dann essen wir eben demnächst Ananaspizza.

Warum nicht?

Ich möchte nur, dass mir wirklich nur da Flexibilität abverlangt wird, wo sie nötig ist. Es sollten sich also wirklich viele Hawaiianer schlecht fühlen, wenn man die Pizza "Hawaii" nennt und sie nicht deswegen umbenennen, weil ein Diskriminierungswissenschaftler damit unzufrieden ist.

Eine Umbennung finde ich kritisch

Dass in der Vergangenheit nicht immer alles reibungslos und problemlos ablief, ist bekannt. Kolonialismus war ein dunkles Kapitel und der Kolonialismus hat selbstverständlich die Gesellschaft beeinflusst, sodass heute koloniale Überbleibsel an der ein oder anderen Stelle zu finden sind.

Der Versuch alles, was irgendwie mit dem Kolonialismus in Verbindung steht, aus der Sprache zu verdrängen, ist aber der falsche Ansatz, da damit auch ein Stück Geschichte zerstört wird.

Besser wäre es, wenn wir mehr über Kolonialismus und über die Einflüsse des Kolonialismus auf unsere Sprache erfahren. So können wir den Kolonialismus kritisch reflektieren. Forderungen von Sprechverboten sind hingegen reine Symbolpolitik.

Man sollte sich vor Menschen in acht nehmen, die die Geschichte neu scheiben wollen. Zur Geschichte gehören auch traurige Ereignisse. Diese sollte man aus der Geschichte nicht entfernen, indem man beispielsweise die Sprache ändert, im Musikunterricht keine weißen Musiker mehr behandelt oder im Kunstunterricht breite Debatten über Rassismus führt, anstatt sich mit der Kunst zu befassen.

Geschichtsrevisionisten sind brandgefährlich.

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