Tipps zum Songwriting: Wie kann ich mich verbessern?

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8 Antworten

Zunächst einmal würde ich davon weggehen "am Klavier" zu schreiben. Das wichtigste Werkzeug beim Komponieren ist zunächst mal die eigene Vorstellungskraft und die solltest du nicht durch die Grenzen deiner eigenen Spielfähigkeit oder die Limitationen des Instrumentes an sich einschränken. 

Wie deine Vorstellungen dann konkret umgesetzt werden, sind Gedanken, die erst später im Prozess kommen.

Versuch mal, das Klavier nur als Werkzeug zu benutzen, die Töne und Akkorde herauszufinden, die du ohnehin schon im Kopf hast. So hab ich das früher auch gemacht. Inzwischen brauch ich kein Klavier mehr dazu.

Mein anderer Rat ist es, dir Musik anzuhören, die du magst und sie zu analysieren. Versuch die Parameter zu finden, die wichtig dafür sind (besondere Rhythmik, wie ist die Melodie aufgebaut, Motivarbeit, benutzter Tonvorrat, Harmonik, was tut sich dynamisch in dem Stück, wie ist die Form des Stückes, wie bewegt sich die Begleitung in Relation zur Melodie, etc.), dass dir das Stück gefällt. Versuch an den anderen Parametern herumzuspielen und probier aus, was sich tut. Probier auch mal aus, was passiert, wenn du die Parameter änderst, die dir gefallen..

Falls du ein System dazu brauchst, beschäftige dich mit Musiktheorie.

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Finde deine erkenntnis wirklich toll dass inspirationsumsetzung auch mit "techniken" bzw. handwerk zu tun hat!

Auch von mir der rat dich vom "zwang des klaviers" zu lösen, denn die spezifik des instruments schränkt deine ideenfreiheit ein.

Wirklich "atmende" oder strömende musik entsteht zuerst im kopf. Dann muss sie festgehalten werden (schriftl. Skizzierung oder aufnehmen) da musikalische ideen äusserst flüchtig ist (nur selten fällt dir eine idee morgens wieder ein, die du nachts hattest. Der "flow" ist nicht so einfach wieder rückrufbar).

Hierfür wäre wichtig:

a) eine weitgegende beherrschung der tonlängen- & tonhöhen-notation sowie akkordsymbolik.

Das thema wäre notationskunde!

b) Um auch ohne klavier überhaupt etwas notieren zu können braucht es ein geschultes gehör: was ist denn das, was ich da innerlich höre, und wie schreibt man das?

Das thema wäre gehörbildung, v.a. rhythmen, intervalle und akkorde!

c) Nun musst du aus den meist kurzen inspirations-bausteinen etwas formen, etwa songteile eines songs. Hierbei spielen v.a. die themen melodische und harmonische entwicklung eine rolle.

Die themen wären melodiebildung und harmonik!

d) Aus diesen formteilen wird schliesslich z.b. ein song, der sozusagen "in form" gebracht werden muss. Auch das kann man stink-schematisch und langweili machen, aber auch raffiniert und interessant.

Das thema wäre formbildung!

Das wären mal die wichtigsten baustellen. Generell empfehle ich da abstand vom internet! Besser ist ein gutes buch (hier müsstest du fachlichen rat einholen!), noch besser kompositionskurse oder eine art persönlicher erfahrener kompositionscoach.

Für wirklichen fortschritt muss man bereit sein einiges an zeit und auch geld zu investieren!! Wirklich umsonst ist bekanntlich nur der tod :-)

Noch eins: Es gibt verschiedene impulstypen: dem einen fallen überwiegend zunächst melodien ein, ein anderer kommt eher von der harmonik oder rhythmik. Und wieder andere gehen stark von texten aus. Welcher typ bist du?

Versuch es dann mal andersherum: bist du eher der melodietyp dann nimm z b. mal eine akkordfolge als ausgangspunkt und schau was dort herauskommt.

Nun viel erfolg, und wenn du es schon machen willst, dann machs richtig! Lg max

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Kommentar von xXSnowWhiteXx
09.05.2016, 00:11

Wow vielen Dank! Das klingt alles zwar mega kompliziert, aber auch sehr interessant! 

Ich gehöre eher zu denen, die vom Text stark ausgehen. Ich habe eine Idee, schreibe Lyrics und versuche dann die Begleitung dazu zu komponieren. 

Also wo ich einen Kompositionscoach her kriege, weiß ich nicht. Aber vielleicht kann ich erstmal meinen Lehrer fragen? Er komponiert selbst und hat sogar schon eine CD raus gebracht. 

Danke für die Hilfe! :)

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Wenn du wirklich an dir arbeiten möchtest und auch bereit bist, dafür etwas zu tun, biete ich dir hiermit meine Hilfe an. Dir sollte klar sein, dass ich das aus Spaß mache und mir deine Motivation deswegen wichtig ist. Darüberhinaus habe ich relativ wenig Zeit, weshalb ich nichts für dich vorbereiten kann, nur in angemessen pädagogischer Art und Weise auf deine Impulse eingehen kann.

Wenn das alles zutreffen sollte, kannst du mich kontaktieren und wir tüfteln zusammen an deinem Fortschritt.

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Ich denke auch, dass du dich vom komponieren am klavier eher distanzieren und größer denken solltest. So wie ich das verstehe würdest du am klavier eine stimme komponieren, auf die sich die ganze band dann angleicht. Versuch doch mal das gegenteil und mach vorher mal den rest der band. Falls du einen mac hast gibts zum bsp das programm "garage band"... Da hast du alle möglichen instrumente als samples und als midisounds. Oft bekommt das was du schreibst eine ganz andere bedeutung, wenn schon was steht, wo du dich mit deiner stimme drüberlegen kannst. Probier doch mal eine simple drumm/bass/gitarre basis zu schreiben und versuch dann deinen part dazu zu komponieren

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Du hast sicher schon mal Deine Stimme auf einer Aufnahme gehört? Übel, echt schlimm.. weil man das anders gewohnt ist.

Eigene Stücke sind speziell, weil man sie selber ausgereizt hat. Was dem Hörer gefällt ist, das er das alles noch nie gehört hat. Für uns ist das Alltag, Hintergrundrauschen, nichts besonderes. Und andere haben das noch nie so gesehen. Ist was ganz anderes.

Beim songs schreiben ist es speziell. Ich habe oft keine Ideen, aber eine miese Technik. Und daraus entstehen Fehler. Wenn ich diese Fehler aufmerksam anhöre und wiederholen kann, entsteht daraus ein neuer drive, der nicht planbar ist, aber mich mitnimmt. Verlasse die Technik, höre auf Deine Ohren!

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Wenn ich Songs schreibe, dann versuche ich häufig einen Song zu kopieren. Ich versuche irgendwas nachzumachen und dabei entsteht dann häufig etwas ganz Neues.

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Kommentar von xXSnowWhiteXx
08.05.2016, 03:02

Coole Sache! Danke ich werde das mal ausprobieren! :)

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Kommentar von PurpurSound
10.05.2016, 09:40

Sehr kreativ!

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Hi, hoffe, du bist in knapp einem Jahr dank toller Ratschläge weitergekommen.

Falls nicht wirklich, was schade wäre, wie wärs mit einem solchen Versuch?

Stell dir vor, du bist ADELE und kreierst gerade SOMEONE LIKE YOU.

Was richtig Anspruchvolles, zunächst sehr ruhigen Stückes bis hin zur emotionalen Explosion ... Und du vollziehst ihre Arbeit so gut wie möglich nach, Musik und Text ... bis der Text sich bei dir gefestigt hat.

Und jetzt beginnst du damit, dich von ihrer Musik zu lösen. Du versuchst, ihren Text durch einen anderen zu ersetzen. Darauf konzentrierst du dich und viel weniger auf die Musik. Lass den Text in deinem Köpfchen die Oberhand gewinnen ... bis dann eine andere Musik rauskommt als die von ADELE. 

Und dann versuchst du, dein nächstes Ziel in Form einer neuen, für dich wichtigen Geschichte zu formulieren. Bei der der Text nun ebenfalls dominiert. Du "spielst" solange, bis deine TEXT-Vorgaben dich einer Harmonie zwischen Text und Musik führen.  Und dabei machst du bitte nicht zu viele Kompromisse in Richtung Text, weil bei dir offenbar das Musikalische Talent dominiert ... versuch also, dein Textziel ohne große Kompromisse zu erreichen. Wenns dann gut wird, kannst du deiner Musik bestimmt noch weiteren feinschliff geben ...  

Ist das einen Versuch wert ?

Viel Glück,

harry 

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Du musst dir immer im klaren sein, entgegen aller Regeln der Musiktheorie, du kannst aus Müll etwas vernünftiges herausbekommen.

Kopieren ist meistens nicht so toll, da man oft an dem Schema des Originals hängenbleibt und dann viel zu sehr daran orientiert ist, sodass am Ende wirklich nur eine Kopie herauskommt.

Spiel doch einfach mal zwei, nicht zueinander passende Akkorde und versuch was draus zu machen. Meistens funktioniert das. Oder mach es wie Filmkomponisten. Stell dir visuell etwas vor und konvertiere das in Musik. 

Trotzdem solltest du nicht zu wirr spielen und ebenfalls eine Struktur, also z.B. Thema oder Refrains + Strophen.

Wenn du Hilfe brauchst, schreib mich einfach an.

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Kommentar von TheStone
08.05.2016, 04:23

"Du musst dir immer im klaren sein, entgegen aller Regeln der Musiktheorie, du kannst aus Müll etwas vernünftiges herausbekommen." Du kannst davon ausgehen, dass es, sobald es sich nach "konventioneller Musik" anhört (und keine Geräuschkompositionoder atonal ist), auch eine theoretische Erklärung dafür gibt.

"Kopieren ist meistens nicht so toll, da man oft an dem Schema des Originals hängenbleibt und dann viel zu sehr daran orientiert ist, sodass am Ende wirklich nur eine Kopie herauskommt." 

Ohne andere Musikstücke zu analysieren und sich daran zu orientieren bleibt das musikalische Vokabular und auch die eigene Vorstellungskraft sehr beschränkt.

"Spiel doch einfach mal zwei, nicht zueinander passende Akkorde und versuch was draus zu machen." 

Zwei Akkorde sind zu wenig um nicht zueinander zu passen... ;)

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Kommentar von xXSnowWhiteXx
09.05.2016, 00:21

Ahhh Danke vielmals! Das erinnert mich an eine Doku die ich mal gesehen habe, in der ein Komponist sagte, "Um die Musik zu erlernen, müssen wir die Regeln kennen, doch um sie machen, müssen wir sie vergessen.", oder so ähnlich. 

Sehr hilfreich, danke ich werde es versuchen! :)

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