Tipps um mein Leben wieder in den Griff zu bekommen?

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6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hi P! Es ist großartig und bewundernswert, dass du dich der Situation stellst und bald fachärztliche Hilfe annehmen wirst. Leider bin ich kein Profi, doch durch betroffene Bekannte weiß ich sehr gut, wieviel Mut und Selbstüberwindung dazu gehört. Die Depression als Krankheit zu akzeptieren und sie richtig behandeln zu lassen, ist wirklich das Allerbeste und das einzig Sinnvolle, was du jetzt tun kannst. Du solltest mit dir selbst nur bitte nicht so hart ins Gericht gehen, denn die beschriebene Antriebslosigkeit gehört definitiv mit zum Krankheitsbild.

Im Rahmen deiner Therapie wirst du ganz bestimmt sehr gute Impulse bekommen, um dein Leben dauerhaft wieder strukturiert, sportlich und abwechslungsreich gestalten zu können. Dich jedoch zum aktuellen Zeitpunkt selbst unter den riesigen Druck zu setzen, trotz Depression einen ganz "normalen" Alltag führen zu wollen, sehe ich sehr kritisch. Mein Ratschlag an dich ist daher unbedingt, dich auch schon vor dem anstehenden Klinikaufenthalt von einem Facharzt betreuen zu lassen, damit dieser gegebenenfalls erste, ambulante Behandlungsschritte einleiten kann.

Ein kleiner Tipp aus meiner persönlichen Zeit der Trauerbewältigung ist es, jeden Tag mit wenigstens einer winzig, winzig kleinen Aufgabe (Duschen, Spülen, Emails checken, Unkraut zupfen, ein Kapitel im neuen Buch lesen, Bettwäsche wechseln, Müll raustragen etc.)zu füllen. So unbedeutend sie einem auch erscheinen mag, erschafft man sich damit dennoch zumindest eine solide Grundmotivation, überhaupt aufzustehen und dem Tag eine Chance zu geben.

Zum Abschluss möchte ich dich nochmals darum bitten, fürs Erste den selbstgemachten Druck, Leistung abliefern und nahtlos an das alte Leben anknüpfen zu wollen, völlig herauszunehmen. Gerade in der heutigen Zeit und innerhalb unserer "Ellbogen-Gesellschaft" werden die Besinnung aufs Innere und das Gefühl für die eigenen körperlichen und seelischen Grenzen immer wichtiger, um sich nicht zu verlieren.

Alles erdenklich Gute für dich und ganz viel Kraft wünsche ich dir, deine Ninni*

Die Wartezeit bis zur Klinik beträgt nur noch wenige Wochen und bis dahin hab ich für alle 2 Wochen einen Ambulanten Psychologen von der Klinik für den Übergang jedoch hilft mir die Gesprächstherapie alleine nicht sehr viel weiter

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@98Papagei98

Das kann ich sehr gut verstehen, denn alle 2 Wochen Gesprächstherapie erscheint mir viel zu wenig zu sein. Ich hätte erwartet, dass man dir für die nächsten Wochen zumindest schon einmal entsprechende Medikamente verschreiben würde. Das ist jetzt nur eine spontane Idee- aber vielleicht könntest du derweil den Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe aufnehmen?

Leider habe ich keine diesbezüglichen Erfahrungen, doch ich stelle mir solche Treffen sehr hilfreich und befreiend vor, weil man sich auf gleicher Ebene begegnet, sich offen über die Krankheit austauschen kann und dazu noch erfährt, wie andere Betroffene mit der Situation so umgehen. LG*

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Hi,
Ich kann dir auch nur meinen Respekt zollen, denn das Problem zu erkennen und anzunehmen ist ein erster Schritt zur Besserung. Ich habe selbst keine Erfahrung mit Depression, aber jeder Mensch hat sein Päckchen zu tragen und Probleme mit denen er sich rumschlagen muss. Diese Probleme anzugehen ist ein harter Weg, aber glaub mir, irgendwann wirst du ankommen. :)
So blöd es jetzt klingen mag, ich habe in meinem Leben entdeckt, dass es jemanden gibt, auf den man sich immer verlassen kann: Jesus. Ich glaube daran, was in der Bibel steht, wenn Jesus sagt: "Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdrückt werdet, ich werde sie euch abnehmen." (Matthäus 11,28)
Das Gebet gibt mir Kraft und erlöst mich von Druck, den ich mir selbst mache, weil ich wissen darf: Am Ende ist es nichts, was ich schaffen muss, sondern Gott wird mir immer helfen. Diese Hilfe kann durch ein Fachbuch sein, das kann durch andere Menschen sein oder bei dir kann das der Klinikaufenthalt sein, aber egal was du tust, er ist auf deiner Seite. :)

Ich wünsche dir das beste für deine Zeit in der Klinik und wie auch mein Vorredner schon gesagt hat, mach dir nicht zu viel Druck! Du bist schon auf dem richtigen Weg und ich bin mir sicher, dass du ihn erfolgreich bestehst.

Hier haben zwar schon viele Leute geantwortet, doch ich möchte auch meinen Senf dazu geben. :D
Ich bin leider auch depressiv, doch mittlerweile geht es mir besser. Ich habe mich (trotz der Anstrengung) wieder meinem Hobby, dem Fußball gewidmet. Zuerst alleine, in dem ich mit Köpfhörern auf'n Bolzplatz ging und einfach mit mir selbst kickte. Ich habe mich mit den Dingen beschäftigt, die mich mal glücklich gemacht haben. Das Leben hat so viele schöne Seiten, die gilt es zu entdecken. Manchmal tuen auch Tage gut, an denen ich mal nichts mache und mir Filme reinzieh', auch da gibt es bestimmte Filme die zeigen, dass das Leben immer eine schöne Wendung haben kann.
Ich bin sehr religiös und glaube an die Kraft Gottes. Das war für mich immer schon ein unglaublich starker Halt.
Eigentlich gibt es nur noch zu sagen, wir packen das!
Bald sind wir wieder glücklich, ich glaube fest daran!
Ich wünsch' dir viel Erfolg in der Klinik. :)
Und nicht vergessen, nie nie niemals aufgeben!

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