Tipps: Reise nach Japan?

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7 Antworten

Du hast sehr viele Fragen in Deinem Text verpackt. Ich möchte eigentlich nur auf eines der Themen eingehen, nämlich den Reisebegleiter. Es gibt eine Webseite, die mir von einem japanischen Freund empfohlen wurde. Sie heißt Tokyo Free Guide. Man kann dort einen Reiseführer / Reiseführerin buchen. Soweit ich weiß, ist es gratis, aber die Führer freuen sich über ein Mitbringsel aus Deiner Heimat.

http://www.tokyofreeguide.org/

Lies Dir bitte die Webseite gut durch. Es ist alles erklärt. Und es ist eine vertrauenswürdige Seite. Es gibt sie schon seit 2004.

Und es stimmt. Die Japaner sprechen durchschnittlich kein gutes Englisch, aber Dein Reiseführer wird sicher besser sprechen.

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Deine Fragen sind sehr von Klischees getragen.

Erst mal zu den Kosten:

Direktflüge nach Japan (Japan Airlines, ANA, Lufthansa...) müssen sehr zeitig gebucht werden. Sonst sind sie teuer. Günstiger kämst du mit Umsteigen hin, der Flug ist dann allerdings länger. Aeroflot über Moskau liegt tatsächlich einigermaßen auf der ohnehin gewählten Flugroute von Deutschland nach Japan, sodass nur der Stop ins Gewicht fällt. Ähnlich günstig, wesentlich komfortabler, aber mit deutlich längerer Reisezeit aufgrund einer ungünstigen Flugroute wären die arabischen Golf-Airlines Qatar Airways (über Doha/Katar), Etihad (über Abu Dhabi/UAE) oder Emirates (über Dubai/UAE). In den Golfstaaten sind auch kurze Stopover-Aufenthalte von 1-3 Tagen sehr unbürokratisch möglich, falls dich die arabischen Länder auch interessieren. Mit Zwischenstop und einigermaßen zeitig gebucht kommst du für ca. 500-600 Euro nach Tokio und wieder zurück. Direktflüge gehen bei zeitiger Buchung bei 650 Euro Return los, je näher der Reisetermin rückt, umso wahrscheinlicher ist es, dass die Preise ins Vierstellige gehen.

Hotels können in Japan sehr teuer werden, wenn du großen Komfort erwartest. Sie können aber auch wahrhafte Schnäppchen sein. Ich war in Tokio zwei Wochen im Juyoh Hotel (findest du auf Agoda und Booking.com) und habe nicht mal 400 Euro für die Zeit bezahlt. Die nächste Metro-Station ist 5 Minuten Fußweg entfernt. Das Zimmer hat etwa die Maße einer Gefängniszelle und außer einem Bett (wahlweise klassisch-japanisch mit Futon auf Tatami-Boden oder westlich), einem Regal mit Fernseher und Kühlschrank und einem Tischchen mit Kissen zum davor Knien gab es da nichts. WCs waren pro Etage (sehr sauber und gepflegt und mit dem berühmten japanischen Toilettensitz Dusche für den Allerwertesten), Duschen alle drei Etagen (auch sehr sauber), Waschküche mit Münz-Waschautomat und eine japanische Badewanne (nicht zur Körperpflege sondern zur Entspannung) die man stundenweise gegen 300 Yen Gebühr reservieren kann.

Zur Einreise ist ein Reisepass mit mindestens 6 Monaten Gültigkeit bei Einreise nötig. Ein Visum brauchst du als deutscher Tourist nicht. Die maximale Aufenthaltsdauer ist 90 Tage, bei Überschreitung drohen empfindilche Strafen.

Geld holst du am Besten in Japan selbst. Deine Hausbank wird keinen attraktiven Wechselkurs haben, außerdem weiß man ja im Vorfeld nicht, wieviel man braucht. Geldautomaten (nicht erschrecken, die machen Musik) findest du am Flughafen und in Postämtern. In Banken kannst du nur mit japanischen Bank- und Kreditkarten abheben. Wichtig: Maestro oder Vpay kennen die Japaner nicht. Du brauchst unbedingt eine Kreditkarte von Visa oder Mastercard mit Abhebe-PIN! (bei einer Debit-Karte, also einer Prepaid Visa oder Mastercard wäre zu prüfen, ob die Abhebung in Japan funktioniert). 

Hotels und auch viele U-Bahn-Stationen haben kostenloses Wifi. Willst du permanent online sein, z.B. für Google Maps, brauchst du eine lokale SIM-Karte. Die Touristen-SIMs kosten ca. 5000 Yen (45 Euro) und haben zwei Wochen oder 50GB (je nachdem, was zuerst aufgebraucht ist) Guthaben, können aber nur Daten. Telefonieren gibts nur für Japaner und Eingewanderte mit festem Wohnsitz in Japan. WhatsApp und Skype Gespräche sind mit diesen Karten selbstredens möglich.

Willst du rundreisen, empfiehlt sich der Japan Rail Pass. Der muss in Deutschland beantragt werden und mit dem Voucher das dann ausgestellt wird, bekommst du dann am Flughafen deinen Railpass, der dir alle Fernlinien (inkl. Shinkansen) zur Pauschalnutzung freigibt. Der Railpass gilt jedoch nicht(!) für die Metro. In Japan kann man ihn aber nicht direkt kaufen.

Hälst du dich nur in und um Tokio auf, kannst du mit der Pasmo-Card fahren. Das ist eine Prepaid-Karte mit RFID-Chip auf der du Guthaben aufladen kannst, mit der du deine Fahrten für die Tokyo Metro lösen (einfach an den Schranken auflegen, du bekommst das Restguthaben und den Fahrpreis angezeigt) und an Getränkeautomaten und sogar in manchen Geschäften zahlen kannst. Die Pasmo funktioniert in Tokio und Regionalzügen in Nachbarpräfekturen wie Chiba wunderbar. Metro und Lokalzüge sind sehr günstig, eine Fahrt kostet innerhalb Tokios selten mehr als 150 Yen (nicht mal 1,50 Euro), nach Noda (Präfektur Chiba) oder Takao habe ich nicht mal 10 Euro bezahlt.

Die Sprache ist so eine Sache. Japaner sprechen kaum Englisch und meistens ist es eher von skurriler Natur. Bedienstete der Bahn, der Hotels und in Geschäften sprechen aber meistens genug Englisch, um Touristen mit Händen und Füßen bedienen zu können. Nur in manchen ganz abgelegenen Ecken könnte es schwierig werden.

Verhungern und Verdursten ist unmöglich. Alle paar hundert Meter stehen Getränkeautomaten, kleine Supermärkte wie 7-Eleven oder Lawsons sind auch nicht viel seltener und kleine Restaurants findet man auch überall. Ein Mittagessen liegt um die 500-1000 Yen. In den kleinen Restaurants bestellt man meist an einer Art Zigarettenautomat auf dem Bilder von Menüs abgebildet sind. Daraus kommt dann ein Bestellzettel, einen Abriss gibts du ab, auf dem Anderen steht deine Nummer die dann ausgerufen wird, wenn dein Essen fertig ist. Bestellt wird nach Bild, alle Menüs sind in den Karten abgebildet oder stehen sogar als Plastik-Imitat in einer Vitrine. Sehr köstlich: Oyakudon (wörtlich "Mutter-Kind-Schüssel" - eine Reisschüssel mit paniertem Hähnchen und Ei - also Mutter und Kind), Okonomiyaki (eine Art Omelette mit Kohl und allem Möglichen - wörtlich "was du willst gebraten", denn die Zutaten sind fast frei wählbar) und Tempura (paniertes, frittiertes alles Mögliche, meist Gemüse oder Fisch).

Was dir noch auffallen wird: Du wirst deinen Müll mit ins Hotel nehmen und dort wegwerfen. Es gibt in Tokio keine Mülleimer außer explizit nur für Getränkedosen direkt neben den Getränkeautomaten. Auch die Japaner sind diszipliniert genug, ihren Müll mitzunehmen und zuhause wegzuwerfen, Tokio ist meiner Ansicht nach die sauberste Stadt der Welt (und ich war in Singapur, die diesen Titel für sich beanspruchen!)

Gute Ziele in Tokio:

  • Asakusa, die Tempelanlage
  • Ueno (Ueno Park mit dem goldenen Tempel und der moderne Stadtteil mit dem Markt und den Geschäften)
  • Akiharaba (das Manga und Technik Viertel)
  • Odaiba (eine künstliche Insel mit Shopping-Malls und Freizeit-Angeboten inkl. dem Indoor-Vergnügungspark Joypolis - und: für Manga-Fans ein Muss der 18 Meter hohe Gundam - der nur unweit von der 6 Meter hohen Freiheitsstatue steht)
  • Shibuya (die meistfotografierte Kreuzung der Welt, die Hachiko-Statue, der Moai-Kopf und die Zentrale des Fernsehsenders NHK mit Studio-Tour)
  • Takao (etwas außerhalb von Tokio den Berg Takaosan besteigen - schöne traditionelle Tempelanlagen und vom Gipfel aus ein Blick auf den Fuji)
  • Shinjuku (Bezirksrathaus Aussichtsplattform) und Kabukicho
  • Roppongi Hills die Aussichtsplattform auf dem Hochhaus und Akasaka (zwei schöne Schreine dort)
  • Tokyo Tower (der Eiffelturm in Tokio)
  • Tokyo Skytree (der neue Sendeturm und das zweithöchste Gebäude der Welt nach dem Burj Khalifa in Dubai)
  • Tokyo Central Station - der Bahnhof der verblüffende Ähnlichkeiten mit dem Amsterdam Centraal aufweist - und die Mall in der man auch einen Pokémon-Shop und einen Tamagotchi-Shop inkl. kleinem Tamagotchi-Museum (Schaukasten im Shop) findet.
  • Yoyogi-Park (hat einen Freizeit-Teil in dem sich am Wochenende Cosplayer und Performance-Künstler tümmeln und einen traditionellen Teil in dem der berühmte Meiji-Schrein steht)
  • Tsukiji Fischmarkt (die Eintreittskarten für die Thunfisch-Auktion werden schon ab 5 Uhr Morgens verkauft und sind um 5 Uhr 1 quaso schon weg - also früüüüühhhh da sein - aber auch das Marktgelände nach der Auktion und die Fischgeschäfte drumherum sind beeindruckend)
  • Der Kaiserpalast und das Parlamentsgebäude
  • Der Erdbeben-Simulator im Tokyo Rinkai Desaster Prevention Center

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siehe unter "auswärtiges Amt - Reiseinformationen Japan", und google mal nach top ten z.B hier: http://travel.nationalgeographic.com/travel/top-10/things-to-do-in-japan/#page=1 Im Sommer ist es sehr heiss mit extrem hoher Luftfeuchtigkeit, dann aber wieder in klimatisierten Gebäuden sehr kalt, bereite Dich darauf vor. Japanischkenntnisse sind von Vorteil, für die erste Reise und wenig Zeit würde ich geführte Gruppentouren zu Tempeln und Schreinen empfehlen

Also ich esse hier normal wie fast alle anderen Japaner meine Schalen Reis und Misosuppe (mit Tofuwuerfeln, Fruehlingszwiebelringen und Zwiebel) und dann halt Reste vom Abend, die nicht ins Bento gepasst haben. Hin und wieder auch mal mit Gurke gefuellte Chikuwa (Fishcakerollen) oder statt dem Ganzen vorher genannten Omeraisu (Reis im Omlett) oder Yakisoba (gebratene Nudeln) wenn was uebrig ist. Ey gibt auch westlich orientierte Japaner, die morgens Muesli oder ein Sandwich essen oder aufm Weg zur Schule/Arbeit ein Broetchen kaufen, aber die sind dann doch eher der allein lebende oder sehr beschaeftigte Typ

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Läden wo Sachen nur auf Englisch ausgezeichnet sind, sind definitiv die Regel. Auch in Tokyo und Kyoto werden Artikel meist nur auf japanisch beschriftet sein und kein Verkäufer Englisch sprechen.

Eine Woche Japan kostete 600 Euro für den Flug + was immer du bereit bist für ein Hotel zu zahlen (guck mal auf booking.com was so dein Anspruchslevel ist), sonstige preise für U-Bahn und Attraktionen sind auch eher teuer, aber nicht vollkommen aus dem Rahmen. (3-5Euro für Tempel, 20Euro und mehr für Aussichtsplattformen wie Skytree)

Soweit ich weiß ist die Basis für japanisches Frühstück Reis. Generell überschätzt du glaube ich wie sehr sich dort verschiedene Einrichtungen nach westlichem Interesse richten. Selbst in Tokyo und Kyoto ist es keinerlei Schwierigkeit Läden ohne irgendwelche westlichen Anpassungen zu finden.

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Kommentar von SelfEnergy
06.02.2017, 09:28

Sehe gerade das mein 1. Satz einen Typo hat, sollte heißen:

Läden wo Sachen nicht auf Englisch ausgezeichnet sind, sind definitiv die Regel.

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Zu deinen Fragen über die Reise an sich kann ich leider nicht allzuviel sagen, aber zum Thema japanisches Essen. Hier zum Thema Frühstück : http://www.diefruehstuecker.de/japan-das-gesunde-fruhstuck/

Zum Mittagessen oder Abendessen gibt es viele Möglichkeiten. 

Ich könnte mir vorstellen, dass es speziell Gruppenreisen gibt, die versuchen die traditionellen Lebensweisen in Japan zu zeigen. Kannst dich ja mal im Reisebüro beraten lassen.  

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Zum ersten, lese am besten Reiseführer, dann weisst du wo du hinmöchtest. 2 Wochen Japan+Flug können bei Low-Budget für 2000€ gehen(1 Woche fände ich wegen der Flugzeit zu kurz). Natürlich gibt es auch Reisegruppen, ist aber natürlich wesentlich geplanter und weniger individuell. Man kann sich in fast jedem Land sprachlich durchschlagen. Mit Willen geht alles. Wenn du aber erst 16 bist, könntest du auch ein paar Worte lernen.

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Hallo

ich habe geschäftlich viel mit Japanern zu tun gehabt und kann dir auf jeden fall sagen, mit Englisch, selbst wenn du es ziemlich gut kannst, kommst du nicht arg weit, ausser vielleicht im Hotel oder an touristischen Anziehungspunkten.

Man versteht Sie auch sehr schlecht, wenn sie Englisch sprechen :-/

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