Tipps für ein Lehramtstudium Geschichte (Realschule)?

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3 Antworten

Hallo angehender Kollege,

sinnvoll wäre, Dir bereits einen Überblick über die wichtigsten Bereiche und Epochen zu verschaffen.
Üblicherweise musst Du als Lehrämtler Leistungsnachweise in Alter, Mittlerer und Neuer Geschichte erbringen.

In der Alten Geschichte hat sich inzwischen das Forschungsinteresse in den letzten Jahren zunehmend weg von den traditionellen Feldern der Ereignis- und Verfassungsgeschichte verlagert hin zu Bereichen wie Kultur- und Mentalitätsgeschichte, der Sozialgeschichte und der Geschichte des Alltagslebens und der Wirtschaftsgeschichte.

Beim Studium des medium aevum beschäftigst Du Dich mit einem grob 1000 Jahre (~500 - 1500) umfassenden Zeitraum.
Die Mediävistik ist heute von einer thematischen Vielfalt gekennzeichnet; nach der lange Zeit vorherrschenden rechts-, politik- und verfassungsgeschichtlichen Sicht verschiebt sich seit einiger Zeit der Schwerpunkt zunehmend in Richtung einer `historischen Kulturwissenschaft´, die alle Lebensbereiche der mittelalterlichen Gesellschaft und die Vielfalt ihrer Lebensäußerungen erfassen will – also Wirtschafts- und Sozialgeschichte ebenso wie Alltags- und Mentalitätsgeschichte oder die Geschichte der Herrschaftspraxis.

Im Fach Neuere Geschichte beschäftigst Du Dich sowohl mit der Frühen Neuzeit (ab ~ 1500), der Neuesten Geschichte (ab ~ 1800) als auch mit unserer Zeitgeschichte.

Das Geschichtstsudium ist extrem leselastig und als Selbststudium konzipiert. es obliegt also Deiner eigenen Verantwortung, Dir Fachwissen anzulesen.

Für die Lektürefähigkeit von Quellen und wissenschaftlicher Literatur solltest Du fremdsprachlich solide aufgestellt sein: Zumindest Englisch, Französisch und möglichst Latein sollten keine Probleme darstellen.
Gegebenenfalls kannst Du die Zeit nutzen, hier Defizite aufzupolieren.
An den meisten Universitäten musst Du eh Deine Lektürefähigkeit in einer europäischen Fremdsprache außer Englisch, sowie in Latein nachweisen. (Brauchst Du für Deinen Studiengang das Latinum? Falls ja, und wenn es noch nicht vorhanden sein sollte, nutze die Ferien z.B. für einen Crashkurs!).

Was Du außerdem zur Vorbereitung machen kannst, ist, Dich mit Deinen Fach-Bibliotheken vertraut zu machen. Du könntest Dir das notwendige Überblickswissen gleich dort anlesen; das spart außerdem Kosten für die Bücher. ;-)

Hier eine - eher eklektische - kleine Lektüreliste für den angehenden Historiker:

Alte Geschichte studieren, Blum, Wolters, utb basics

Geschichte der Antike. Ein Studienbuch, Hans-Joachim Gehrke / Helmuth Schneider (Hrsg.), Stuttgart / Weimar 2000.

Geschichte der römischen Kaiserzeit, Karl Christ, 5. Auflage, München 2005.

Europa im frühen Mittelalter 500–1050, Hans-Werner Goetz, Stuttgart 2003

Bevölkerungsgeschichte Europas, Weigl, Andreas, utb

Der lange Weg nach Westen (Bd. 1), Heinrich August Winkler, München 2000.

Weimar. Deutschland 1918–1933, Hagen Schulze Berlin 1982.

Die Schlafwandler, Clarke, Cristopher, 2014

Werkzeug des Historikers. Eine Einführung in die Historischen Hilfswissenschaften, Brandt, Ahasver von,14. Aufl., Stuttgart 1996.

dtv-Atlas zur Weltgeschichte. Karten und chronologischer Abriss, 2 Bde., Kinder, Hermann/ Hilgemann, Werner (Hgg.), 35. durchges. Aufl., München
2002.


Internet-Handbuch Geschichte
, Jenks, Stuart (Hg.), Köln 2001.

Oldenbourg Grundriß der Geschichte, Bleicken, Jochen u. a. (Hg.), München 1979ff.

Lexikon Geschichtswissenschaft: Hundert Grundbegriffe, Jordan, Stefan, Stuttgart 2003.

Siedler Deutsche Geschichte
, 12 Bände, Siedler Verlag, 1994


Die Liste könnte man noch endlos fortsetzen..
Am Besten knöpfst Du Dir zum Einstieg erstmal Überblickswerke wie z.B. "Werkzeug des Historikers", "Oldenbourg Grundriss der Geschichte" oder das "Lexikon der Geschichtswissenschaft" vor.

Viel Spaß dabei!


Student79238492 03.08.2017, 22:33

Vielen Dank für diese konstruktive Antwort. Bin dir sehr dankbar :D

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Ich würde sagen, Geschichte wiederholen usw.

Aber wichtiger ist vielleicht, dass Du feststellst, ob Lehrer sein wirklich was für Dich ist. Hast Du schon mal ein Praktikum in einem Kindergarten oder in einer Schule gemacht? Falls nicht, würd ich dazu raten.

Man kann fachlich gut sein, aber trotzdem Probleme mit Schülern etc. haben, weil man schwer mit ihnen zurechtkommt. Wenn Du nämlich mal im Studium weiter bist und erst später feststellst, dass das mit den Kindern vielleicht doch nichts ist für Dich, ist es oft zu spät. Manche sind dann eben Lehrer, aber man merkt ihnen oft an, dass sie eine falsche Entscheidung getroffen haben.

Student79238492 03.08.2017, 22:35

Arbeite gerne mit Kindern. Habe selbst jüngere Geschwister und habe diese öfters betreut, wie auch Nachhilfe (außerhalb) gegeben. Mir macht es ebenfalls Spaß Kindern etwas beizubringen und diese auch zu ermutigen.

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Nur Geschichte?

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