Tipps gegen Migräne mit starker Übelkeit abgesehen von Medikamenten?

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Hallo NicoXR,

mir hilft bei meiner Migräne die Vorbeugung gut, indem ich die möglichen Migräneauslöser vermeide:

Bestimmte Nahrungsmittel sind häufig Auslöser von Migräneattacken. Das können bei jedem Migränepatienten andere sein - man muss einfach beobachten, was man in den Stunden vor einer Attacke gegessen oder getrunken hat.

Häufig sind Geschmacksverstärker wie Glutamat Migräne auslösend. Sie sind in den meisten Fertigprodukten enthalten: Tütensuppen, Chips, xxx-fix - Kochhilfen, Fertiggerichten, Gewürzmischungen, usw.

Menschen mit einer Veranlagung zu Migräne reagieren sehr sensibel auf Veränderungen, deshalb können bei ihnen ein regelmäßiger Schlaf-/Wachrhythmus und ausreichend Schlaf der Migräne vorbeugen. Man sollte auch einen geregelten Tagesrhythmus haben und vor allem die Mahlzeiten regelmäßig einnehmen (keine Mahlzeit auslassen). Immer ausreichend zu trinken ist sehr wichtig!

Histaminreiche Lebensmittel (Alkohol, reife Käsesorten, Nüsse,…) können bei Menschen, die zugleich auch eine Histaminintoleranz haben, auch zu einem Migräneanfall führen.

Aktiv-/Passivrauchen begünstigt ebenfalls Migräneattacken.

Auch Stress kann ein Auslöser sein. Wobei die Migräne häufig erst nach der Stressphase in der Entspannungsphase auftritt. Die Vermeidung von Stress ist wichtig. Regelmäßige Entspannungsübungen und leichter Ausdauersport können vorbeugend helfen.

Weitere (nicht immer vermeidbare) Auslöser der Migräne sind: Wetterumschwung, Hormonschwankungen, grelles oder flackerndes Licht.

Der erste Weg sollte aber immer erst mal zum Neurologen sein - für die Diagnose und zur Verschreibung der speziellen Migräneschmerzmittel (Triptane, z. B. Sumatriptan) – nur für den Notfall... (Für Migränepatienten mit starkem Erbrechen, gibt es Triptane auch als Nasenspray oder als Zäpfchen.)


LG Emelina


Danke für den Stern :)

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Für die Arbeit habe ich keine medikamentfreie Lösung. Zuhause hilft mir ein kalter Waschlappen auf die Stirn. Ich stell mir immer eine Schüssel Wasser neben das Bett, wo ich den Lappen immer wieder eintauchen kann, weil zwischendrin aufstehen wieder mehr Schmerzen verursacht. Fenster auf, und unter die Bettdecke. Licht aus, Raum verdunkeln. Geräusche und Gerüche vermeiden. Mir hilft auch klassische Musik (Brandenburgische Konzerte von Bach). Gegen Übelkeit kalte Cola und evtl. Salzstangen.

An Medikamenten helfen Triptane relativ schnell, das ist das Mittel, was ich auf der Arbeit einnehme. Zuhause nehme ich meist nix, weil ich zu oft Migräne habe und nicht zu viele Schmerzmittel nehmen will. Aber für die Arbeit wüsste ich keine Hausmittel die helfen könnten

Als Auraprophylaxe nehme ich ein Antiepileptikum (Lamotrigin). Seitdem habe ich keine Aura mehr und die hatte ich früher öfter als die Migräne selbst. Kann ich nur empfehlen.

Ich muss Emelina zwar in vielen Punkten recht geben, allerdings ist der Punkt der Nahrungsmittelsensitivität in der Medizin umstritten. Häufig meinen Migränepatienten ein bestimmten Lebensmittel als Migränetrigger ausmachen zu können, allerdings ist eine "Heisshungerphase" vor einer Migränattacke häufig. So schreibt man dann diesen Nahrungsmittel den Grund für die Migräne zu, obwohl das meistens nicht der Fall ist. Wichtiger ist es- hier gebe ich Emelina recht- auf Auslöser wie Stress, Schlafmangel, Alkohol,..usw. zu achten. Am besten man führt über einige Zeit ein Kopfschmerztagebuch (bei Frauen am besten mit einer Zyklusapp kombinieren. Achtung- auch die Pille kann Migräne verstärken).

Liebe Emelina: wenn du natürlich mit dem Vermeiden von bestimmten Nahrungsmitteln gute Erfahrungen gemacht hast, möchte ich diesen Erfolg auf keinen Fall kleinreden :-)

Bei einer Attacke haben sich Triptane bewährt (wobei diese nicht immer helfen müssen), allerdings sehe ich den Umgang kritisch. Häufig ist ein Rebound-Effekt, also ein Wiederkehren der Migräne nach Nachlassen der Triptanwirkung. Auch sollte man Triptane nicht zu oft einnehmen, da sie selbst einen Kopfschmerz auslösen können.

Ein häufiges Problem bei Migräne sind Übelkeit und Erbrechen, verbunden mit einer Peristaltikhemmung des Magens (das heisst, dass die Medis nicht aufgenommen werden, da der Magen gelähmt ist). Hier wird Paspertin (ein Mittel gegen Übelkeit welches zusätzlich die Magenbewegungen anregt) empfohlen. Erst danach (nach 30 min) kann ein Schmerzmittel genommen werden.

Ich persönlich finde auch Vomex (bzw. ein Generikum) gut. Es wiirkt gegen Übelkeit, macht allerdings auch müde. Bietet sich also eher an, wenn die Migräne nachts kommt. Im Anschluss kann dann häufig schon 1000mg ASS (Aspirin oder ein Generikum) genommen werden. Empfolen wird ebenfalls ein Kombipräparat aus niedrig dosierten ASS, Paraceamol und Koffein. Durch das Koffein wirkt das Schmerzmittel schnell. In Deutschland gibt es als Präparat bspw. Neuralgin.

Migräne und Arbeit- das ist so eine Sache. Arbeit bei Migräne ist leider kontraproduktiv, da man sich schonen sollte und die Schmerzen bei körperlicher Aktivität zunehmen.

Ich wünsche auf jeden Fall gute Besserung.

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