Tingeln bedeutet etwas negatives?

4 Antworten

So wirklich positiv ist das nicht gemeint.

Wenn ich im Garten arbeite, tingel ich manchmal hin und her. Ich mähe Rasen, plötzlich fällt mir ein, ich müsste doch besser den Giersch entfernen. Dort wird es mir nach kurzer Zeit auch langweilig und ich fege den Hof. Hier ist es mir zu warm und ich entschließe mich, mit dem Schneiden der Hecke zu beginnen. Auf einmal denke ich, ich müsste nach den jungen Eschen schauen, wie sie wachsen.

Ich finde Tingeln nicht negativ. Darunter verstehe ich ein Umherziehen, das offen ist für spontane Entscheidungen. In unserer ziel- und erfolgsorientierten Gesellschaft wird es oft negativ gesehen, wie überhaupt Spontaneität. Mir bietet es aber mehr Glücksgefühle als irgendwelche geplanten Erfolge.

Etwas ähnliches ist Schlendern, ich sehe es wie Ulla Meinecke als preiswerten Luxus:

https://www.youtube.com/watch?v=PKR4LlF_RUM

Direkt negativ ist es nicht, aber etwas abwertend.

Wenn jemand z: B an einem Abend von Bar zu Bar tingelt bedeutet das im Prinzip nichts anderes als eine Sauftour.
Künstler die durchs Land oder die Provinz tingeln, gehören nicht zur ersten Garde und haben meist damit zu kämpfen sich von den Einnahmen über Wasser zu halten.

Tingeltangel ist eigentlich so simples herumziehendes Straßentheater, deswegen ist tingeln auch ein abwertendes Wort für so rumziehen und nichts richtig anpacken und zu ende bringen.

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