Thrombose durch Glioblastom?

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2 Antworten

Eine Sinusvenenthrombose kann schon entstehen, allerdings wäre es hier unwahrscheinlich dies mit einem paraneoplastischen Syndrom zu erklären, sondern vielmehr durch das Infiltrieren/Komprimieren des Sinussystems. Thrombosen/Embolien, die durch Malignome verursacht sind können zwar überall auftreten, sie werden typischerweise aber durch die Klassiker (LAE, Lebervenenthr., TVT,...) auffällig. 

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Also du möchtest wissen, ob ein  schnellwachsender Hirntumor des WHO-Grads IV eine Hirnvenenthrombose auslösen kann?

Dazu muss man tiefer in das Thema gehen:

1 Definition

Als Sinusvenenthrombose, kurz SVT, bezeichnet man den thrombotischen Verschluss eines Hirnsinus.

ICD10-Code: I67.6 - Nichteitrige Thrombose des intrakraniellen Venensystems

siehe auch: Hirnvenenthrombose

2 Epidemiologie

Sinusvenenthrombosen kommen in etwa 60mal seltener vor als Verschlüsse der Arterien. Bei den Erwachsenen liegt die Inzidenz bei 3-4 Fällen/1 Million. Bei Kindern liegt sie mit 7 Fällen/1 Million etwa doppelt so hoch. Bei 75% der Patienten handelt es sich um Frauen.

3 Ursachen

Grundsätzlich unterscheidet man bei den Ursachen zwischen einer septischen oder infektiösen SVT und einer blande SVT, die unter anderem durch bereits vorliegende Erkrankungen, wie zum Beispiel Gerinnungsstörungen ausgelöst wird.

Die am häufgsten auftretende, septische SVT ist die Sinus-cavernosus-Thrombose.

3.1 Infektiöse Ursachen

Staphylococcus aureus-Infektionen im Mittelgesichtsbereich

Mastoiditis,

 

Otitis media,

 

Tonsillitis,

 

Sinusitis

Stomatitis, Zahnabszesse

Hirnabszess,

 

Empyem,

 

Meningitis

3.2 Generalisierte Ursachen

Bakteriell:

 

Septikämie,

 

Endokarditis,

 

Typhus,

 

Tuberkulose

Viral:

 

Masern,

 

Hepatitis,

 

Enzephalitis

 

(HSV,

 

HIV),

 

Zytomegalie-Virus

Parasitär:

 

Malaria,

 

Trichinose

Pilzinfektionen:

 

Aspergillose

3.3 Häufige Ursachen einer blande SVT

Orale

 

Kontrazeptiva

 

(bei 10% der Fälle alleiniger Auslöser), postpartal, seltener im letzten Trimenon der

 

Schwangerschaft

Gerinnungsstörungen:

 

Faktor-V-Leiden-Mutation mit APC-Resistenz (10-25% der Fälle),

 

Prothrombin-Mutation G 20210 A,

 

Antithrombin III-Mangel,

 

Plasminogenmangel, Hyperhomozysteinämie, Dysfibrinogenämien, disseminierte intravasale Gerinnung, heparininduzierte

 

Thrombozytopenie

 

IIMalignome:

 

Karzinom,

 

Lymphom,

 

Karzinoid,

 

Leukämie

Hämatologische

 

Erkrankungen:

 

Polyzythämie,

 

Sichelzellanämie, paroxysmale nächtliche

 

Hämoglobinurie, hypochrome bzw. immunhämolytische Anämie,

 

essentieller Thrombozythämie

Kollagenosen

 

(Lupus erythematodes,

 

Sjögren-Syndrom)

Vaskulitiden (Morbus Behçet, Wegener-Granulomatose,

 

Sarkoidose)Idiopathisch

 

(20-35% der Fälle)

3.4 Seltene Ursachen einer blande SVT

Intrakranielle

 

Hypotension

 

(Liquorunterdrucksyndrom)

Lumbalpunktion

Lokal:

 

Schädel-Hirn-Trauma,

 

neurochirurgische

 

Operationen, 

mechanische Abflussbehinderung durch Tumoren

Störungen mit venöser Stase:

 

zentralvenöse Katheter, Strangulation, durale arteriovenöse Malformation

Medikamentös toxische Ursachen:

 

Androgene, Chemotherapeutika,

 

Kortikosteroide,

 

Epoetin,

 

Vitamin A-Überdosierung,

 

Drogen

Metabolische

 

Erkrankungen:

 

Diabetes mellitus,

 

Thyreotoxikose,

 

Urämie, nephrotisches Syndrom

Magen-Darm-Trakt:

 

Leberzirrhose,

 

Morbus Crohn,

 

Colitis ulcerosa

Kardiale

 

Erkrankungen:

 

Herzinsuffizienz,

 

Kardiomyopathie

4 Symptome

Bei knapp 1/3 der Betroffenen verläuft eine SVT asymptomatisch. Bei den anderen 2/3 sind die Symptome mehrdeutig, also nicht eindeutig einer Erkrankung zuzuordnen, wie zum Beispiel Kopfschmerzen. Handelt es sich um eine entzündliche SVT, so liegt meist auch hohes Fieber vor.

Häufig bestehen Kopfschmerzen als alleiniges Symptom.

4.1 Frühe Symptome

Druckschmerz

 

im Nasenaugenwinkel

Sehstörungen

4.2 Spätere Symptome

starke

 

Schmerzen

 

im

 

Kopf- und

 

Nackenbereich

Ödeme

 

der

 

Augenlider

 

und der

 

Nasolabialfalte

epileptische Anfälle

psychologische

 

Symptome und Wesensveränderungen

4.3 Vollbild

hohes Fieber

Lähmungen

Motilitätsstörungen

 

der Augen bis hin zum Sehverlust

Protrusio bulbi

Chemosis

4.4 Spätfolgen

erhöhter

 

Hirndruck

Tod

5 Pathophysiologie

Nicht jeder Thrombus muss automatisch zu einer klinischen Symptomatik führen. Dies liegt an der hohen Variabilität des venösen Systems des Gehirns und der vielen möglichen Kollateralen, die eine Flussumkehr ermöglichen können. Die wesentliche Ursache für die Symptomatik ist die venöse Kongestion, also eine Zunahme des Blutvolumens. Diese verringert den Perfusionsdruck in den Venen, was zu einem erhöhten zerebralen Blutvolumen führt. Als Folge dessen steigt der intrakranielle Druck während der Blutfluss lokal sinkt. Die Störung der Blut-Hirn-Schranke und der gestiegene Druck in den arteriellen Gefäßen induziert eine vasogenes Ödem während der reduzierte Blutfluss mit Hypoxie einen venösen Infarkt und Stauungsblutungen verurusacht.

6 Diagnose

Da die Symptome, wie oben beschrieben, nicht eindeutig für eine SVT sind, ist die Diagnose nicht einfach zu stellen. Eine Kontrolle des D-Dimer-Spiegels ist hilfreich, aber kann einen bestehenden Verdacht nur erhärten und nicht beweisen. Daher ist der Einsatz von schnittbildgebenden Verfahren unabdingbar.

Somit kann es durch die Blockade der Vene durch den Tumor tatsächlich zum Tod kommen.

Sorry. :(

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