Thora Ver- und entschärfung?

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3 Antworten

Wir haben es in der Begrpedigt weder mit einer Verschärfung, noch mit einer Entschärfung,

      sondern mit einer Vertiefung zu tun.

Jesus hat klar darauf hingewiesen, dass

     er nicht gekommen sei aufzulösen,
     sondern zu erfüllen.


    Was bedeutet erfüllen?

Erfüllen bedeutet einerseits das

  Gesetz in praktischer Weise zu leben 

und andereseits

  den Heilsplan Gottes zu erfüllen, 

der bereits im Opferdienst um im Passahfest sichtbar dargestellt wurde.

Er hat die 10 Gebote erneut zusammengefasst in den beiden Liebesgebote (Matthäus 22, 37-40), die es bereits in 5. Mose 6,5 u. 3. Mose 19,18 gegeben hat.

 "Liebe Gott von ganzem Herzen

  und liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst."

Wenn von mancher Seite behauptet wird, dass die beiden Liebesgebote an die Stelle der 10 Gebote getreten wären, dann ist das nicht die Auffsassung Jesu und des NT gewesen.

Paulus hat genauso die volle Gültigkeit und Unveränderlichkeit der Gebote betont - Römer 3, 31;

   dass durch den Glauben das Gesetz nicht aufgehoben,
   sondern aufgerichtet wird.

Denn nicht auf legalistische Weise kann das Gesetz erfüllt werden, sondern einzig und allein durch die Liebe.

   Darin ist Jesus den Menschen das große Vorbild geworden

weil er mit seinem Leben in praktischer Weise gezeigt hat

   was es beutet  Gott und seinen Nächsten zu lieben.

Darum stehen sich die Thora und Jesus nicht gegenüber, sondern stellen eine untrennbare Einheit dar, indem er als einziger gezeigt hat, was es praktisch bedeutet das Gesetz (Liebe) zu leben.

Er ist somit die sichtbare Verkörperung des Gesetzes geworden, indem er es mit seinem Leben lebendig gemacht hat.

Auf diese Weise hat er gezeigt was Gott unter dem "wahren Menschsein" versteht und wie es im Leben der Menschen verwirklichen werden soll.

Diese Verwirklichung der Thora ist nur aus der innigen Beziehung zu Gott möglich, darauf hat Jesus immer wieder hingewiesen.

Ohne dieser Verbindung wird der Mensch scheitern oder sogar zerbrechen, weil seine seelische Kraft nicht ausreicht, um die göttliche Liebe zu leben.

In Johannes 15, 1-5 hat Jesus darauf hingewiesen:

        "Ohne mich könnt ihr nichts tun......"

So wir er mit seinem Vater verbunden war, um seinen Willen erfüllen zu können, genauso müssen wir mit ihm verbunden sein.

Er ist die "geistliche Kraftquelle", die es uns ermöglicht das Gesetz durch die Liebe zu erfüllen, bzw. unser wahres Menschsein zu verwirklichen.

    Schlussbemerkung:

Diesen erweiteren Hinweis habe ich deshalb gegeben, damit wir nicht nur über die Thora und die Bergpredigt fachsimpeln, sondern was sie für uns bedeutet und wie sie auf praktische Weise verwirklicht werden kann.

Es ist wohltuend zu erleben, dass es in theologischen Zusammenhängen auch Antworten "sine ira et studio" gibt. Danke an Sonnenschnauz!

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Traditionell sagt man, dass die Bergpredigt Jesu aus Antithesen zur Tora bestehe. "Zu den Alten ist gesagt worden" wäre dann die These. Das ist das, was die Tora sagt. Jesus sagt: "Ich aber sage euch" - Dies wurde bisher als eine Antithese aufgefasst. Als wäre das, was Jesus sagt, ein Gegensatz.zur Tora.

Oder es wird eine Verschärfung der Tora angenommen. Mose hat gesagt, man solle nicht ehebrechen. Verschärfung: Jesus sagt, man solle nicht einmal den Gedanken an einen Ehebruch im Herzen haben.

Diese bisherige Auslegung hat dazu geführt, dass man zwischen Jesus und dem Judentum, zwischen der Kirche und der Synagoge einen Gegensatz gesehen hat. Zwischen Christen und Juden gab es (und gibt es weiterhin) einen Graben.

Die neuere (protestantische) Auslegung des Matthäus-Evangeliums, und damit der Bergpredigt, sieht diesen Gegensatz nicht. Jesus steht danach in voller Kontinuität mit der Tora. Er ist nicht der Antipose und Überbieter des Mose. Nach Matthäus hebt er die Tora nicht auf, sondern er legt sie aus. Er "erfüllt alle Gerechtigkeit", wie schon bei seiner Taufe duch Johannes gesagt wird.. Diese Gerechtigkeit wird besonders in Psalm 119 beschrieben. Jesus (im Mt-Ev) ist der besonders treu zur Tora stehende Jude.

(Ich verweise auf den ziemlich neuen Kommentar zu Matthäus von Peter Fiedler.)

Kleiner Zusatz: Peter Fiedler, verstorben 2009, war katholischer Theologe. Der von mir angesprochene Kommentar erschien als ThKNT1, einer Reihe, wo hauptsächlich Protestanten schreiben. Dass er katholisch ist, erweitert den konfessionellen Konsens glücklicherweise.

Antipode (Ständig diese Tippfehler!)

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christus: ich aber sage euch = verschärfung

christus: ich bin nicht gekommen,das alte gesetz zu brechen. ich gebe euch ein neue gesetz = entschärfung

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