Therapien gegen Aggressionen

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3 Antworten

Gut sich damit zu beschäftigen.... aber gur gemeint ist nicht immer auch gut gemacht.

Welche Formen der Aggression willst Du überhaupt angehen?

Sind es "normale Pubertätserscheinungen", dann ist der Hintergrund und damit auch die Art und Weise sich damit auseinanderzusetzen ein völlig anderer, als wenn Du schon mehrfach wegen Körperverletzung vor dem Richter getsanden bist.

Aggression, die ungesteuert ausgelebt wird ist natürlich per se nie einfach gut.... andererseits ist Aggression ein natürlicher Betsandteil unseren menschlichen Wesens.... und fürs Überleben... aber auch zur Motivierung eigenen Antriebs notwendig und in uns verankert.

Kommmt halt drauf an, wie ich "Aggressivität" nutze. Schon den "Hintern hochzureißen" und endlich den Weg ins Fitneßstudio anzugehen, den ich seit einem halben Jahr plane hat etwas mit dieser Aggressivität zu tun. Und so gelebt erlebe ich sie sogar als positiv, weil ich sonst nie ins Fitneßstudio käme.

Andererseits: Wenn ich schon den 2. Schulausschluss habe.... oder mich als 16-jähriger mit meinem Vater so gestritten habe, dass ich ihm ein blaues Auge verpaßt habe... auch das ist Aggression.... und eine, die ich nicht mehr beherrsche.

Darum: Sollte es sich um die "pubertäre" Version mit Kraft und Unwohlsein, Körperspannungen und Hormonschüben, Unsicherheiten im Erleben dieser Welt sein: dann kann ausreichend Sport, ein guter Freundeskreis, in dem ich gut über soetwas reden kann und ernstgenommen statt ausgelacht werde , dazu vielleicht sogar etwas Yoga, Thai-Chi und ne flotte Freundin Wunder wirken.

Ist meine Aggressivität aber doch weiter geschritten und ich habe Angst irgendwann strafrechtlich belangt zu werden... dann geht es um Therapie. Dann habe ich Unsicherheiten, Ängste.... ja, ein Trauma, dass ich mit dieser Aggressivität überdecken.... und eigentlich schützen will. Dann will ich meine Verletzlichkeit überdecken... und habe leider keine anderen Mittel.

Sollte dies der Hintergrund Deiner Frage sein: Dann geh zu einer Beratungsstelle, einem Psychater-ologen.... oder "SonstwieFachmann".

Auch wenn es Überwindung kosten würde.... würdest Du von der Polizei vernommen werden müssen, (oder gar abgeführt) und/oder vor dem Richter stehen... dann wäre es auch offensichtlich: Und den Besuch bei einen therap. fachmann.... den sieht man Dir nicht an: Der steht nicht auf Deiner Stirn.... und wem Du was wann davon erzählen würdest läge allein in Deiner Entscheidung

Sincerly Norbert

Thorag 25.01.2013, 14:49

Vielen Dank für die Antwort.Ich suche keine Therapie für mich sondern verschiedene Therapiemöglichkeiten für aggressive Kinder- und Jugendliche wie beispielsweise den heißen Stuhl. Also einfach viele verschiedene Thrapiemöglichkeiten auch für straffällig gewordene Jugendliche.

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Thorag 25.01.2013, 18:19

Ich bin studiere Soziale Arbeit und muss in der mündlichen Prüfung Therapien zur Aggressionsbewältigung vorstellen. Das habe ich bisher ausgearbeitet.

Bewältigungsstrategien 1. über Aggression reden 2. schreien 3. Sport 4. Genussmittel (Zigaretten, Schokolade) 5. Ball mit voller Wucht gegen eine Wand werfen 6. durchatmen 7. laute Musik

Antiaggressionstraining: Ziel- Aggressionen abbauen, verhindern der Entstehung von Aggressionen, Betroffene sollen lernen bei üblichen Aggressionssituationen gewaltfrei zu reagieren. Einsatzbereich: Jugendvollzugsanstalten, Kinderheime Übungsbereiche: Coolness- Training: Welche Gründe/Situationen/Faktoren lösen beim Betroffenen Aggressionen aus und wie kann man diese Aggressionen vermeiden. Kooperationsübungen: Erfüllen von Aufgaben kann nur gemeinsam erreicht werden, dadurch soll Vertrauen gegenüber den anderen Teilnehmern geschaffen werden und sich dadurch gegenüber der anderen Öffnen zu können (Bsp: Klettern mit Mutter und Kind).

Körperübungen: Meistens Kampfsport. Jugendliche lernen nach Regeln zu kämpfen B.z.w. das Kräftemessen mit normgeleiteten Regeln. Dazu sind sie ausgepowert und haben eine Aufgabe da oft Gewaltsituationen durch Langeweile/Perspektivlosigkeit entstehen.

Rollenübungen: Teilnehmer schlüpfen in Täter/Opfer Rolle und spielen eine Szene nach. Hierbei sollen die gefühlten Erlebnisse reflektiert werden und die Wahrnehmung der Rolle gestärkt werden

Opferperspektive: Auseinander setzen mit den Emotionen, Empfindungen der Opfer. Dadurch werden die späteren Folgen die das Opfer hat verdeutlichst.

Entspannungsübungen: Autogenes Training -> Körperwahrnehmung mit Entspannungsübungen in Form von Hören ruhiger Entspannungsmusik und dabei liegen und somit Muskeln entspannen und Anspannungen abbauen.

Heißer Stuhl: Der betroffene Teilnehmer wird in die Mitte eines Stuhlkreises gesetzt. Dort hat er sich der Gruppe zu stellen und Rechenschaft für sein negatives Verhalten abzulegen. Ziel ist es, die Neutralisierungs- und Rechtfertigungsstrategien des dissozialen Verhaltens abzuschwächen und Schuldgefühle und Empathie zu wecken und hierbei zu erkennen das es immer die Möglichkeit des friedvollen Lösungswege gibt.

Gordischer Knoten: Die Teilnehmer stehen im Kreis, Hände nach vorne gestreckt, Augen fest geschlossen. Alle gehen gleichzeitig vor bis zur Kreismitte, bis jeder Teilnehmer mit jeder Hand jeweils eine fremde Hand zu fassen bekommt – und ganz fest hält. Augen auf, und jetzt besehen sich alle das grässliche Gewirr. Der Knoten wird gelöst, ohne auch nur eine einzige Hand aufzumachen: mit Behutsamkeit, Übersicht, Akrobatik und viel Kommunikation.

Aber es gibt andere Therapiemöglichkeiten nur finde ich keine weiter...

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norbert9014 25.01.2013, 22:23
@Thorag

Was Du beschreibst sind verschiedene Module innerhalb eines Therapieansatzes: Und das wirst Du immer ähnlich vorfinden, weil man aich nie nur auf einen Aspekt einlassen kann. Nur "heißer Stuhl" oder nur "Opferperspektive" ... das ist keine Therapie.

Die Therapie wird immer aus den genannten Teilen bestehen... mal mit mehr Schwerpunkt auf dieses oder jenes. das kommt auf den Klienten an, und darauf was der Therapeut als notwendigen nächsten Schritt als sinnvoll erachtet.

MfG Norbert

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Thorag 25.01.2013, 22:34
@norbert9014

Naja,mehr habe ich nicht gefunden dazu...Ich sehe schwarz für diese Prüfung...

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norbert9014 25.01.2013, 22:58
@Thorag

Dein "Schwarzsehen" hat mehr damit zu tun, dass Du Dich selbst unsicher fühlst.... und Dich anscheinend zu wenig mit der Antiaggressionstherapie auseinandergesetzt zu haben scheinst.

"Gewalt im Griff" (Jens Widner/Rainer Kilb/Dieter Kreft)

"Eskalation undDe-eskalation in Einrichtungen der Jugendhilfe" ((Matthias Schwabe" sind z.B. Bücher, die sehr umfassend über das Thema und die Möglichkeiten und in der WIrkungsweise eingehen.

Solltest Du noch Zeit haben empfehel ich Buch # 1.... und ich glaube, es gingen Dir Lichter an ... :-)

Und wenn Du vielleicht sogar #2 auch noch reinkriegst.... dann hättest Du einen guten Ansatz!

Kopf hoch! Norbert

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Thorag 26.01.2013, 09:34
@norbert9014

ich gehe heute in die bibo und schau was ich finden kann.vielen dank für die hilfe und schönes wochenende

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O.K.- Du suchst also Therapiemöglichkeiten wie den heißen Stuhl- also scheinst Du im weitesten Sinne mit Sozial- , bzw. Jugendarbeit zu tun zu haben.

Geht es da um ein Projekt im Rahmen eines Praktikums o-ä.?

Also dann, wenn es darum geht, dass Du da was anbieten sollst/willst, dann brauchst Du einen fundierten Hintergrund.

Und Begleitung!

Einen "heißen Stuhl" anzubieten kann gefährlich nach hinten los gehen und bedarf fundierter Ausbildung. Da werden Sozialpädagogen sehr gezielt in mehrmonatigen Modueln darauf vorbereitet und zertifiziert.

Also ich hoffe nicht, dass Du so etwas ähnliches im Rahmen offerner Jugendarbeit oder einer Konfigruppe o.ä. anbieten willst. Zumal Du dann tatsächlich haftbar gemacht werden könntest.

Ansonsten gibt es derart verschiedene Anbieter und Angebote, die sich wiederum teilweise gar nicht großartig unterscheiden.

Viele Anbieter kommen aus dem Bereich der Selbstverteidigung (TaekWonDo-Trainer, Aikido...)

Antaggressionstraining hat immer was mit der körperlichen Eben zu tun, die auch für den Teilnehmer selbst erst wieder spürbar werden muss. Dann gibt es Teilinhalte die was mit Empathie/ Mitfühlen für das Opfer zu tun haben werden, ferner mit eigener Problemwahrnehmung, Suchen und Erarbeiten alternativer Lösungsstrategien usw.

Sollte das alles Teil einer Hausuafgabe/Facharbeit sein, wirst Du um differenziertes Googeln nicht herum.... weil diese Thema einfach zu komplex ist um hier mit 2,3 Angeboten aufgelistet zu werden.

Sincerly Norbert

Hallo Erik,

es gibt verschiedene Anbieter, achte aber auf deren Zertifizierung! Außerdem: Therapien und Trainings in diesem Bereich sind unterschiedliche Dinge. Vielleicht versuchst du es mal unter: www.anti-gewalt-arbeit.de Hier sind auch einige Links zu "ergattern". Vielleicht auch etwas für Deine Region dabei?

Gruß Bubu

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