Therapie Gefühle schwierige Situation?

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2 Antworten

Es tut mir sehr leid, dass Du in den vergangenen Jahren so viel Leid erfahren musstest. Es ist nicht einfach, dass alles zu verdauen. Vor allem die Pflege eines geliebten Menschen zu Hause zu bewerkstelligen ist sehr schwer durchzuhalten. Weinen sollte tatsächlich helfen...sich einfach mal gehen lassen und den ganzen Frust, den man in sich trägt nach außen spülen. Doch dazu muss man bereit sein. Man muss für sich selbst anerkennen, dass es eine schwere Zeit mit vielen Verlusten war und dass es da völlig in Ordnung ist, wenn man Trauer zulässt. Es ist gut, dass Du selber sagst, dass Du Deiner Therapeutin vertraust und sie magst, aber es ist dennoch schwer, einem fremden Menschen seine Gefühle zu offenbaren. Das fällt einem ja schon manchmal in der Familie schwer. Es gibt jedoch nichts für das Du Dich schämen müsstest - auch dass es Dir weh tut, Deinen Opa zu sehen, ist völlig verständlich. Sein Anblick erinnert Dich an die schwere Zeit mit Deinem Stiefvater. Ein Mensch versucht unangenehme Momente zu vermeiden, um sich selbst zu schützen. Auch das ist völlig normal. Vermutlich hast Du ein schlechtes Gewissen, Deinem Opa gegenüber, aber es ist verständlich, dass Du im Moment noch nicht bereit bist, ihn so zu sehen. Vielleicht kann Dir die Therapeutin dabei helfen, das Vergangene zu akzeptieren und hinter Dir zu lassen. Es ist vorbei!! Ich weiß nicht, wie schlecht oder gut es Deinem Opa geht und was Du für ein Verhältnis zu ihm hast. Vielleicht reichen zu Anfang wenige Besuche, die auch nicht so lang sein brauchen. Es reicht ihm das Gefühl zu geben, dass Du ihn magst. Es soll ja auch nciht sein, dass Du Dir irgendwann einmal Vorwürfe machst, ihn nicht besucht zu haben. Mit einem Therapeuten zu sprechen, kostet Überwindung, aber wenn Du es langsam versuchst auch mal über Deine Gefühle zu sprechen, wird es Dir auch besser gehen. Du musst nur den ersten Schritt machen und auf sie zugehen, dann wird sie Dich schon lenken. Da Du so viel mitgemacht hast - denke ich -, dass Du versuchst nicht mehr verletzlich zu sein und Deine Gefühle unterdrückst bzw. in die hinterletzte Schublade schiebst, aber das ist nicht gut. Sie müssen einmal durchkommen, damit einem der nächste Schritt wieder leichter fällt. Anderen Familienmitgliedern wird es genauso gehen wie Dir, da sie das Gleiche mitgemacht haben wie Du. Sprecht Ihr über das Erlebte? Wie geht Deine Mutter damit um? Zeigt sie sich stark - vielleicht für Dich? Willst Du es ihr gleich tun? Vielleicht setzt Ihr Euch mal zusammen und sprecht darüber und weint einfach mal gemeinsam.

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Tut mir leid, was du durchmachen musstest. Das mit deinem Stiefvater klingt wirklich sehr hart. Wäre in dem Fall nicht vielleicht eine Traumetherapie angebracht? (Das wird deine Therapeutin aber am besten wissen)

Wieso man nicht weinen kann... das ist eine gute Frage. Fällt es dir denn allgemein schwer, vor anderen Menschen zu weinen? Vor deiner Mutter oder deiner besten Freundin?

Wo bei dir die Gründe liegen, kann ich dir so leider nicht sagen. Ich habe aber ein ähnliches Problem. Deswegen beschreibe ich dir einfach mal, wie es bei mir ist:

Ich konnte in meinen Therapien auch nie weinen. Ich kann das nicht mal auf einer Beerdigung, selbst wenn ich möchte. Ich fühle mich dann so nackt, so entblößt. Bei mir hat das vermutlich was mit meiner Erziehung/Kindheit zu tun. Meine Eltern haben starke Gefühle auch nie offen gezeigt. Und während meiner Kindheit wurde ich viele Jahre gemobbt und alles, was ich mache, irgendwie kommentiert (deswegen traue ich mich heute einfach fast gar nichts mehr). Weinen ist für mich intimer, als alles andere. Körperlich nackt-sein (Sauna/FKK) würde schon gehen. Sex beim ersten Date ist auch OK. Aber Weinen nicht. Das geht grundsätzlich nur vor meinem Partner.

Vielleicht ist Weinen für dich ähnlich intim? Bzw. du hast nie gelernt, vor anderen deine Gefühle zuzulassen? Das wäre für mich eine Erklärung. Ich denke aber auch, dass du das auch in deiner Therapie besprechen kannst (natürlich nur, wenn du möchtest).

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Kommentar von superbaby94
09.03.2016, 23:52

Ich habe mal vor meine Mutter geweint. 

Aber ich konnte noch nie richtig meine Gefühle zeigen.  

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Kommentar von superbaby94
09.03.2016, 23:55

Ich weiß ja nicht ob man nicht mehr weinen kann weil der Schock noch in einer ist.  Ich traue mich nur nie richtig zu sagen was wirklich in mir Los ist. Irgendwie kann ich das nicht

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