Therapeut bricht Therapie ab?

12 Antworten

Er sagt doch selbst immer, Gefühle seien menschlich und so weiter.

Sind sie auch. Aber wenn man auf seine Patientin steht, dann sollte man genau das machen und zwar die Behandlung abgeben.

Sollte ich ihn vielleicht nochmal um ein Gespräch bitten?

Das kannst du durchaus tun, doch seine Entscheidung wird das nicht beeinflussen. Wenn ein professioneller Therapeut unangemessene Gefühle für seine patientin entwickelt (und das muss nicht nur romantischer Natur sein, das können auch sowas wie Vatergefühle sein oder er sieht in dir seine jüngere Schwester, die sich das Leben genommen hat oder sowas), dann hat er die Therapie zu beenden bzw. dich an einen Kollegen weiterzugeben.

Es gibt einen großen Unterschied zwischen "rein zwischenmenschlichen Gefühlen" (so wie man einem Fremden gegenüber freundlich ist) und den Gefühlen wie man sie gegenüber Freunden oder Familienmitgliedern hat (so das man sich sehr in sie reinfühlt, sich auch privat Gedanken macht über sie) und dann die romantischen Gefühle (starke Zuneigung, erotische Gedanken, körperliches Verlangen).

Der Therapeut hat in seiner Ausbildung und im Laufe der beruflichen Erfahrung gelernt darauf zu achten das die Distanz zwischen Patient und Therapeut rein beruflicher Natur bleiben muss. Um als Therapeut unvoreingenommen handeln zu können. Wenn diese nötige Distanz nicht mehr gegeben ist, ist er als Therapeut für diesen Patienten nutzlos.

Deshalb muss er in einer solchen Situation handeln und dem Patienten klar vermitteln das die Zusammenarbeit nicht mehr stattfinden wird.

Dein Therapeut ist aber offenbar nett genug und professionell genug um dir Hilfe bei der Suche nach einem anderen Therapeuten anzubieten.

Eine wirkungsvolle Therapie basiert auf einer gewissen persönlichen und emotionalen Distanz zwischen dem Therapeuten und dem Patienten. Es ehrt ihn, wenn er erkennt und dazu steht, dass diese Distanz nicht mehr gegeben ist und wenn er die weitere Behandlung ablehnt.

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, dass Ihr weiterhin privaten Kontakt habt. Optimal ist das aber nicht. Er kennt Dich und Deine Schwächen sehr genau, und sein Ehrenkodex verbietet ihm eine Beziehung mit Dir. Auch könnte er arbeitsrechtliche Probleme bekommen.

Es ist für Euch beide besser, wenn Du seine Entscheidung akzeptierst.

KannstDu, aber die Sache ist gelaufen.

Er ist glücklicherweise sehr professionell, daher seine Entscheidung.

Auch wenn es schwer ist, akzeptier es bitte.

Ein Therapeut, der sich z.B. in den Patienten verliebt, kann nicht mehr professionell= objektiv helfen.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Er hat sich in Dich verliebt. Damit ist es ihm unmöglich geworden, die Therapie professionell weiterzuführen.

Wenn Du eine*n neue*n Therapeut*n gefunden hast und auch mehr für ihn empfindest, ist eine Beziehung möglich. Nur, wenn Du das auch willst.

Giwalato

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