Theodizeefrage- Syllogismus (Gottesbeweis)?

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4 Antworten

Hallo ConcordeGamer,

viele sehen die Theodizee-Frage als unlösbar an und sehen darin einen Beweis, dass es keinen Gott gibt. Wenn andererseits die Theodizee-Frage zu beantworten ist, dann wäre zumindest dieser "Gegenbeweis" vom Tisch.

Die Frage, warum Gott trotz seine Allmacht das Böse zulässt, ist durch logische Überlegung allein nicht lösbar. Da Gott sich durch sein geschriebenes Wort, die Bibel, offenbart, ist es sicher vernünftig davon auszugehen, dass darin eine so wichtige Frage beantwortet wird. Und in der Tat, die Bibel lässt uns hier nicht im Ungewissen.

Vielleicht wäre zuerst einmal zu klären, wie das Böse überhaupt in die Welt kam. Die Bibel zeigt, dass ein ursprünglich guter Engel dadurch zum Teufel wurde, dass er die erste Lüge äußerte. Angetrieben von dem Wunsch, etwas zu erlangen, was eigentlich nur Gott zusteht, nämlich angebetet zu werden, belog er Eva, die erste Frau und verleitete sie zum Ungehorsam gegen Gott. Ihr Mann, Adam, schloss sich der Rebellion an und auf diese Weise kam das Leid und der Tod in die Welt. (siehe 1. Mose 3:1-6)

Viele Menschen fragen sich, ob nicht letztendlich Gott selbst für das Böse verantwortlich ist, da er bei seiner Schöpfung einen Fehler gemacht habe. Dem ist jedoch nicht so, da alle Dinge, die Gott hervorgebracht hat, vollkommen sind. Die Bibel sagt: "Der FELS, vollkommen ist sein Tun, Denn Gerechtigkeit sind alle seine Wege. Ein Gott der Treue, bei dem es kein Unrecht gibt; Gerecht und gerade ist er." (5. Mose 32:4) Die Menschen, und auch die Engel, waren somit nicht fehlerhaft erschaffen worden und daher durchaus in der Lage gewesen, Gott treu zu bleiben.

Dass sich sowohl Menschen als auch Engel dennoch für die Sünde entschieden, hat mit ihrer Willensfreiheit zu tun. Jeder von uns kann entscheiden, ob er das Gute oder das Böse erwählt. Gott hat uns nicht als Roboter erschaffen, die automatisch und zwanghaft seinen Willen tun. Er wünscht sich jedoch, dass ihm seine vernunftbegabten Geschöpfe aus Liebe gehorchen, ähnlich wie sich das Eltern von ihren Kindern wünschen.

Es stellt sich natürlich weiterhin die Frage, warum Gott das Leid bis heute zugelassen hat. Der tiefere Grund hat mit der in Eden begonnenen Auflehnung gegen die göttliche Herrschaft zu tun. Seit dieser Zeit bemühten sich die Menschen, alle möglichen Regierungsformen auszuprobieren. Außerdem waren die meisten Menschen nicht bereit, sich der göttlichen Herrschaft zu unterstellen. So bevorzugen Menschen bis heute selbst über Recht und Unrecht zu entscheiden, statt sich zu erkundigen, was Gott gefällt und was nicht. Dadurch, dass Gott Zeit verstreichen ließ und Menschen die Gelegenheit gab, zu beweisen, ob ihr von Gott unabhängiger Lauf der bessere ist, wurde deutlich, wer schließlich Recht behalten sollte.

In all den Jahrhunderten Menschheitsgeschichte wurde eines immer deutlicher: Die Menschenherrschaft und die Unabhängkeit von Gott  trägt nicht zum Wohl und zum Glück der Menschen bei. Das bestätigt die Bibel mit folgenden Worten: "All das habe ich gesehen, und mein Herz richtete sich auf jede Arbeit, die unter der Sonne getan worden ist [während] der Zeit, da der Mensch über den Menschen zu seinem Schaden geherrscht hat. (Prediger 8:9) Keine Regierung auf der Erde konnte bisher Kriegen, Verbrechen, Ungerechtigkeiten und Krankheiten ein Ende machen. Gerade in unserer Zeit wird mehr als deutlich erkennbar, wie sehr doch die menschlichen Regierungen versagt haben. Die Zustände auf der Erde werden von Tag zu Tag schlimmer und sogar der Fortbestand der Menschheit ist in Gefahr.

Gott wird dem Treiben der Menschen jedoch nicht endlos zusehen. In dem Bibelbuch Apostelgeschichte, Kapitel 17:31 steht: "Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er die bewohnte Erde in Gerechtigkeit richten will durch einen Mann, den er [dazu] bestimmt hat, und er hat allen Menschen eine Gewähr [dafür] gegeben, indem er ihn von den Toten zur Auferstehung gebracht hat.“ Wenn Gott die Erde richtet, wird er dafür sorgen, dass alle menschlichen Regierungen beseitigt werden und an deren Stelle das Königreich Gottes zu herrschen beginnt (siehe Daniel, Kapitel 2, Vers 44). Dies ist das Reich Gottes, um das viele im sogenannten "Vaterunser" beten, wenn sie sagen: "Dein Reich komme". Das wird einen neuen Zeitabschnitt in der Menschheitsgeschichte einläuten. Dann wird es hier auf Erden endlich Ruhe und Frieden geben und niemand wird mehr krank oder sterben.

Dass Gott nicht schon längst in das Weltgeschehen eingegriffen hat, zeigt im Grunde, wie groß seine Geduld ist. Bei der Zulassung des Bösen geht es nämlich nicht nur um die Frage, ob Gott das Recht hat, über die Menschen zu herrschen, sondern auch darum, ob es Menschen gibt, die Gott aus selbstloser Liebe dienen. Diese Streitfrage bezüglich der Treue des Menschen gegenüber Gott ist von weitreichender Bedeutung. Der Teufel hatte nämlich behauptet, es gäbe keinen einzigen Menschen, der Gott aus echter Liebe dient. Das wurde an dem Beispiel eines treuen Dieners Gottes aus alter Zeit mit Namen Hiob deutlich. Satan behauptete, er könne ihn sowie jeden anderen Menschen von Gott abwendig machen, wenn er ihn unter Druck setzen würde. (siehe Hiob, Kapitel 1, Verse 8 - 12) Durch Gottes Geduld kann jeder Mensch den Beweis erbringen, wer in dieser Streitfrage Recht behält: Satan oder Gott.

Hätte Gott gleich zu Anfang das Böse ausgemerzt, in dem er die Rebellen sofort vernichtete, dann wären die erwähnten Streitfragen für immer ungeklärt geblieben. Vielleicht wird die Sache durch folgende Veranschaulichung deutlicher: "Wie könnte ein Familienvater am besten die in aller Öffentlichkeit erhobene Anschuldigung widerlegen, er würde seine Stellung als Familienhaupt missbrauchen, und die Behauptung, seine Kinder wären besser daran, wenn sie ihre Entscheidungen unabhängig von ihm träfen, sowie die Anschuldigung, sie alle würden ihm nicht aus Liebe, sondern um materieller Vorteile willen gehorchen? Wären die Anschuldigungen oder Behauptungen in den Augen der Nachbarn zweifelsfrei widerlegt, wenn er den Falschankläger einfach erschießen würde? Welch eine vorzügliche Rechtfertigung es doch statt dessen wäre, wenn er seinen Kindern die Gelegenheit gäbe, für ihn als Zeugen aufzutreten, um so bezeugen zu können, daß ihr Vater seiner Familie in gerechter und liebevoller Weise vorsteht und sie bei ihm bleiben, weil sie ihn lieben! Würden einige seiner Kinder sich auf die Seite des Anklägers stellen, das Haus verlassen und durch Aneignung eines anderen Lebensstils ihr Leben ruinieren, würde aufrichtigen Beobachtern nur bewußt werden, daß die Kinder sich besser seiner Leitung unterstellt hätten." (Unterredungen anhand der Schriften S. 83)

Wie Du siehst, ist die Frage, warum Gott das Böse zulässt, komplizierter als die meisten zunächst denken. Die Art und Weise, wie Gott in dieser Sache vorgegangen ist, zeugt jedoch von seiner großen Weisheit und seinem Weitblick.

LG Philipp

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Als Ausgangspunkt für einen Gottesbewwus kann ich die Theodizee nicht sehen, man kann selbst das ja nicht rechtfertigen. Für mich ist das nur ein weiterer Hinweis darauf, dass es keinen Gott gibt, der alles erschaffen hat. 

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ganz einfach:

man kann nicht beweisen dass ein gott existiert, aber man kann beweisen, dass er nicht existiert..............

schon alleine bei der frage einer "göttlichen" gerechtigkeit vergisst der mensch dabei, dass ALLE begriffe, einteilungen usw. nur die begriffe/einteilungen der menschen sind............ wenn man einen gott als gerecht ansieht, ist diese gerechtigkeit dann von dem menschen abhängig, der darüber entscheiden muss.......... aber WAS ist gerecht?.......... weil dass niemand weiss, weil es immer auf die sichtweise des betrachters ankommt, kommen dann auch immer die fragen zustande, die man z.b. beim töten eines menschen stellt: ist es gerecht einen menschen zu töten um 10 andere zu retten oder wie sollte man dann entscheiden............

oder ganz einfach ausgedrückt........würde ein echter gott existieren, würde kein mensch der welt diesen jemals begreifen, verstehen, erfassen usw., denn ein erbauer des universums hätte eine für uns völlig "fremde" sichtweise, sonst hätte er das universum gar nicht erschaffen können.............. das beinhaltet dann sogar, dass wir menschen nicht die krone der schöpfung wären (was spätestens dann der fall ist, wenn ausserirdisches und intelligentes leben nachgewiesen wird) und dass dieser erbauer weder friedlich noch kriegerisch, weder freundlich noch böse wäre..........er wäre ALLES zusammen..............wir können UND dürfen also so ein wesen überhaupt nicht mit unseren vorstellungen von moral, mit unseren wertvorstellungen und überhaupt nicht mit unseren emotionalen eigenschaften versehen/ausstatten, denn sonst wären wir selbst dieses wesen.....und dass z.b. liebe von gott kommt oder göttlich sein soll, ist nur ein ammenmärchen und jeder der in der schule aufgepasst hat, weiss was liebe überhaupt ist und dass liebe leid und tod verursachen kann und schon kriege entfacht hat, mal abgesehen davon, dass liebe auch noch blöd in der birne macht.............*g*

noch einfacher erklärt.......... JEDER gläubige, der sich vorstellt, wie sein gott sein müsste, welche eigenschaften er hätte, hat sich gerade seinen eigenen gott erschaffen..............:)

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Also die Nicht-Einmischung Gottes sei ein Beweis für die Existenz Gottes?-?

Ich finde jeder sollte sich für eine individuelle mystische Erfahrung öffnen - und sie dann auch hoffentlich bekommen. Das ist der beste Beweis.

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Kommentar von NewKemroy
07.06.2016, 23:49

OK. - Wenn die Frage lautet: "Wie könnte man die Theodizeefrage als Ausgangspunkt für einen "Gottesbeweis" sehen?" dann stell doch mal die Gegenfrage: "Was qualifiziert einen sogenannten Religionslehrer solche Fragen zu stellen, wenn er selber über keinerlei mystischen Erfahrung verfügt? Gleicht dieser nicht einem Kunstlehrer, der physisch blind ist, und die Farbenlehre unterrichten möchte?

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