Thema Seminararbeit Zensur Neuzeit?

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1 Antwort

1400 – 1468: Erfindung des Drucks mit beweglichen Lettern durch Johannes Gutenberg

Es war nun möglich, von jedem Text zahlreiche Exemplare anzufertigen. Wollte man eine massenhafte Veröffentlichung verhindern, musste der Druck verhindert werden.

1486: Bertholt von Henneberg, Fürstbischof von Mainz, erlässt die erste Verordnung zur Einrichtung einer Zensurkommission für das gesamte Bistum, ein Jahr später folgt die erste päpstliche Bulle mit einer Prüfvorschrift.

  • Ursprung der Zensur liegt im kirchl. Bereich, da zunächst kirchliche Werke gedruckt wurden.
  • Ziel der Zensur war die Rheinhaltung des Glaubens-Kirchl. Aufsicht wurde zunehmend von weltl. Instanzen übernommen, am Ende stand weltliche Zensur im Vordergrund.
  • 1530: Reichstag zu Augsburg beschließt Übertragung der Ausübung der Zensur den Fürsten und Reichsständen.
  • Zuständigkeit oblag den Territorialherren.
  • Kaiser ermahnte säumige Territorialherren bzw. ermittelte gegen sie, sollten diese die Zensur nicht ordentlich durchführen.
  • Dennoch stellte die Kirche eigene Zensurmaßnahmen nicht ein, Höhepunkt im Zeitalter der Gegenreformation:
  • 1557: Einführung des Index librorum prohibitorum, Verzeichnis der verbotenen Bücher.
  • Beinhaltete Werke, die laut kirchl. Auffassung im Widerspruch zu kirchl. Lehren standen.
  • Wurde erst 1966 von Papst Paul VI. aufgehoben.
  • Übergang zur weltlichen Zensur:-Vollzog sich in der frühen Neuzeit unter der Herrschaft Kaiser Karls V.-Vorangetrieben durch Reformation, die eine Fülle von Flug- und Streitschriften hervorbrachte.
  • „Reichsabschiede“: Ziel war es diese Schriften zu verdrängen.
  • 1521. Bsp.: Kaiserl. Edikt gegen die Schriften Martin Luthers.
  • 1529: Reichstag zu Speyer verordnet die Vor- oder Präventivzensur. Jedes Schriftwerk musste nun vor dem Druck von einem amtlichen Zensor genehmigt werden.
  • 1530: Gesetzliche Impressumspflicht lässt darauf schließen, dass Präventivzensur nicht den gewünschten Erfolg hatte.
  • 1548: Ausweitung der Zensur auf Bilder, Abgüsse etc.
  • 1570: Es darf nur noch in Reichs-, Residenz- und Universitätsstädten gedruckt werden, Buchdrucker mussten Eid leisten, sich den Reichsabschieden gemäß zu verhalten. Kontrollbesuche ohne Vorwarnung waren üblich, Strafen: Einkerkerung, Berufsverbot, öffentliche Bücherverbrennungen.
  • 1597: Gründung der Frankfurter Bücherkommission: Überprüfte, ob Bücher auf Buchmessen der Zensur vorgelegt wurden, übte aber nicht selbstständig aus.

Periodische Presse-Anfang 17. JH: Periodische Presse (aktuelle Berichterstattung) etablierte sich

Bisheriges System der Zensur konnte nicht auf die periodische Presse übertragen werden. Da Presse oft politisch, mussten Zensoren politisch auf dem laufendem sein und da es bis Ende des 17. JH zwei bis dreimal wöchentliche Ausgaben gab, mussten sie auch schnell sein.

Zensursystem hatte bis zum Ende des alten Reiches im Jahre 1806 Bestand.

Bitte keinesfalls wortwörtlich so übernehmen. Hierbei handelt es sich um eine Mitschrift des 4. Semesters an der Uni.

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Kommentar von Chaosweaver
26.11.2015, 17:19

Quelle

Eisenhardt, Ulrich: Die kaiserliche Aufsicht über Buchdruck, Buchhandel und Presse im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation (1496-1806). Ein Beitrag zur Geschichte der Bücher- und Pressezensur. Karlsruhe 1970.

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Kommentar von riffinti
26.11.2015, 17:23

Danke dir vielmals!

Das ist ein schöne chronologische Auflistung, die ich so noch nicht hatte. Wie du sicher weisst, muss ich ja irgendetwas "herausfinden" und kann nicht einfach ein paar hist. Daten aneinander reihen. Was wäre denn nun eine Fragestellung für eine Arbeit?

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