Thema kirche in der nationalsozialismus zeit?

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9 Antworten

 Hallo SAIRm14,

wenn du wirklich intensiv da was machen möchtest: Besorg dir mal antiquarisch das Taschenbuch von Walter Kinkel: Kirche und Nationalsozialismus, 168 Seiten, kostet 13.-€, herausgegeben 1960, zu bekommen bei

https://www.zvab.com/servlet/SearchResults?sts=t&an=Walter+Kinkel&tn=Kirche+und+Nationalsozialismus&kn=&isbn=

Wegen der Kosten: Du kannst ja versuchen, dass von der Schule aus für die Schulbücherei beschaffen zu lassen.

Da findest du dann eine Menge Dokumente über die Zeit vor 1933, aus der Zeit bis 1945, Zitate aus Hitlers "Mein Kampf" über seine Haltung zur Kirche, alle Hirtenbriefe der deutschen Bischöfe, der Fuldaer Bischofskonferenz, Rundschreiben Pius XI., Ansprache  Pius XII., Schreiben des Vatikan an die deutsche Reichsregierung, Verfügungen und Gesetze, die berühmten Predigten des Bischofs von Münster, Kardinal Graf von Galen.

Nadelwald75 14.11.2017, 12:18

zur Ergänzung: Das betrifft im Wesentlichen die katholische Kirche. Zur evangelischen Kirche kannst du googeln unter: Dietrich Bonhoeffer, Bekennende Kirche, Martin Niemöller, Reichskirche

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Es gab 1933 zwei Strömungen. Die eine Strömung waren die deutschen Christen. Die wollten ein auf den den Führer und die NS-Ideologie zugeschnittenes Christentum. 

Die andere die bekennende Kirche die sich zum Nationalsozialismus und dem unrechtmäßigen Anspruch des Staates abgrenzte.

Ich würde noch die Zeit der Kirchen vor 1933 beleuchten, vor allem die Rolle der evangelischen Kirche 1914. Das hilft für das Verständnis für das Verhalten im dritten Reich weiter.

Stichwort Aufarbeitung der Rolle der Kirchen im Weltkrieg I in der Weimarer Republik. 

Du kannst aber noch weiter zurückgehen, bis zur Reformation. Beispiel die zwei-Reiche Lehre Luthers und die Entwicklungen in der Kirche bis zur Reichsgründung 1870/71.

Man kann so ein Referat im Rückgriff auf die Kirchengeschichte sehr gut gestalten. 

LA

Kirchen hatten sehr verschiedene Reaktionen zu den Nazis.

Die Katholische und Protestantische Kirche in Deutschland kollaborierten, was das Zeug hielt.

die Protestanten in Frankreich waren eher anti-Nazis.

Katholische Klosterschulen haben insbesondere in Frankreich und Belgien jüdische Kinder versteckt. Allerdings auch mit dem Ziel, sie zu Katholiken zu machen, viele Katholiken und katholische Institute haben nach dem Krieg jüdische Kinder, die ihnen anvertraut wurden, nicht zurück gegeben. 

In Deutschland gab es die "bekennende Kirche", die war gegen die Nazis.

In Polen waren viele katholische Priester im patriotisch-polnischen anit-deutschen Widerstand und sind deshalb verfolgt worden (viele davon in Dachau interniert).

Die Kirche war anfangs für den Nationalsozialismus, da er ihr als gute Alternative zum Kommunismus erschien. Außerdem hat sie in vielen Punkten die gleichen Ansichten vertreten.

Als aber selbst ein Blinder mit dem Stock fühlen konnte, dass die Nazis den Krieg verlieren würden, war sie gegen den Nationalsozialismus.

Dazwischen gab es so ein Grauzone, in der manche dafür und mache degegen waren. Das hängt aber davon ab, nach welcher Kirche du fragst.

Es wird aber oft die Bekennende Kirche als Beispiel dafür angeführt wie Teile der Kirche von Anfang an dagegen waren. Das ist (milde ausgedrückt) ein Wunschdenken. Die bekennende Kirche hat mit der offiziellen Kirche etwa soviel zu tun wie die DDR mit dem Kommunismus.

Ich bin in der NS Zeit aufgewachsen und war evangelisch getauft.

Unsere Schule bestand aus zwei spiegelbildlich gleichen Hälften. In der einen war die evangelische Volksschule und in der anderen die katholische Knabenschule untergebracht. Die katholische Mädchenschule befand sich am anderen Ende der Stadt. Daran änderte sich auch 1933 nichts. 

Für uns waren die Katholiken Feinde. Über den Schulhof verlief eine imaginäre Linie. Wer die überschritt, wurde von der Gegenseite angegriffen.

Ich habe den gleichen Religionsunterricht erhalten und wurde ebenso konfirmiert wie meine Eltern. 

Später wurde die Gemeinschaftsschule eingeführt. Da war die Trennung nach Konfessionen aufgehoben.                                                                                                                                                                                         

Als Soldat waren wir alle gleich. Keiner fragte den anderen nach seiner Religionszugehörigkeit.

HPFGH 13.11.2017, 22:28

Da mich ihr spezifischer Fall interessiert: Gab es tatsächlich generell Anfeindungen auf religiöser Ebene in Ihrer Kindheit, oder war es einfach nur eine klassische Nachbarschulenfehde?

Und was haben Ihre Lehrer (speziell religionslehrer, aber auch alle anderen) zum NS-regime gesagt? Wurde es von denen hochgepriesen und wurde euch eingetrichtert dass das alles gut ist oder eher nicht?

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wolfgangniem11 14.11.2017, 08:59
@HPFGH

Es gab so kleine Nadelstiche unter den Menschen verschiedener Glaubensrichtungen. Das waren wohl Nachwehen des 30 jährigen Krieges.

Die Lehrer hatten das zu lehren, das ihnen vorgegeben war, wenn sie ihren Job nicht verlieren wollten. Bis 1933 hatten sie die Weimarer Republik zu preisen. Bis 1945 den Nationalsozialismus. Danach in der BRD die Demokratie.   

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HohutiSorent 14.11.2017, 09:59
@wolfgangniem11

Die Lehrer hatten das zu lehren, das ihnen vorgegeben war, wenn sie ihren Job nicht verlieren wollten. Bis 1933 hatten sie die Weimarer Republik zu preisen. Bis 1945 den Nationalsozialismus. Danach in der BRD die Demokratie.

Ich denke, das ist allgemein eine Charakteristik der Deutschen, dass sie sehr flexibel sind, ihr Mäntelchen nach dem Wind zu hängen.

Die Amerikaner, die 1945 nach Deutschland kamen, fanden es sehr auffällig, dass sämtliche Deutschen ihnen erzählten, sie seien nie für und immer schon gegen die Nazis gewesen. Dasselbe berichten Juden, die aus Deutschland emigrierten und dann (auf Besuch) zurück kamen: alle behaupteten, sie seien immer gegen die Nazis gewesen, auch die grössten Nazis.

Die US-Soldaten scherzten, dass die Nazis sich offensichlich in Luft aufgelöst hatten... "they evaporated"

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wolfgangniem11 14.11.2017, 14:49
@HohutiSorent

Das ist eine Meinung von jemanden, der die Zeit nicht erlebt hat.

Wie viele Deutsche von den 6 Millionen Arbeitslosen haben ihr Hemd gewechselt, weil sie nicht wussten, wie sie ihre Familie ernähren sollten. Wie es unter dem Hemd aussah, hat niemand erfahren. Hätten sie ihre Gesinnung preisgegeben, hätten sie vielleicht nicht überlebt.

Zudem sind Lehrer Staatsbeamte. 

Was wäre gewesen, wenn alle Staatsbeamten,Verwaltung, Justiz, Polizei usw. ihren Dienst verweigert hätten?

Man kann als Sieger gut lästern über die "Krauts". Sie lästern über ihre Altvorderen, die aus Deutschland einst ausgewandert sind, Beispiel Trump.    

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Stichpunkte gibt es viele:

Kirche im Dritten Reich

Kirche in der NS-Zeit

Deutsche Christen (DC)

Bekennende Kirche (BK)

Dietrich Bonhoeffer (evangelisch)

Papst Pius XII. "Mit brennender Sorge" (katholisch)

Widerstand gegen das Regime

Reichskonkordat

Kardinal Frings, wir gehen  "fringsen" (katholisch)

Priester in Auschwitz

Pater Maximilian Kolbe (katholisch)

die Weiße Rose, Geschwister Scholl, Hans und Sophie Scholl

Bitte wie suchst du?!

Probiere es Mal mit "Kirche im Nationalsozialismus", egal welche Suchmaschine. Ich suche mit Metacrawler.

Du findest nix?

Na sowas aber auch.

Google wirft mir beim Suchwort "NS-Kirchenpolitik" 64.000 Antworten raus.

Aber du findest nix.

Tja. Lese- und Rechtschreibschwäche ist schon bitter...



habakuk63 13.11.2017, 17:00

Nein, das ist Faulheit. Menschen mit LRS würden genug finden.

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google mal: Papst Pius XII., der war Papst zu der Zeit.

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