Thema Holocaust in der Grundschule thematisieren?

15 Antworten

Ganz ehrlich und auf die Gefahr hin damit einen Shitstorm auszulösen:

Jeder der so was will, soll mir wegbleiben. Das ist total bescheuert. Ich bin ein Geschichtsfreak, liebe Geschichte, und dieses Thema ist das Einzige mit dem ich mich freiwillig kaum auseinander setze! Und das warum dazu, ist die Erklärung, warum ich diese Idee für bescheuert halte: ich hatte f*cking 5 Schuljahre (9,10,11,12,13) immer wieder in Geschichte (und Deutsch und Philosophie, gerade so dass sie es nicht noch in Physik und Mathe reingestopft haben...) endlos lang dieses nervige Thema. Wer bei dem ersten Mal Erklärung, nicht begriffen hat, dass das eine richtig miese Zeit, mit vielen Toten, mit Folterungen, mit Morden, mit grausamsten Menschenexperimenten war, der wird auch nach dem 5 Schuljahr das immer noch nicht begreifen wollen.

In den deutschen Schulen wird dieses Thema also jetzt schon maßlos übertrieben, mal ehrlich, ja war eine Schelßzeit, ist aber 80 Jahre her! Die meisten Zeitgenossen sind, sowohl die Opfer als auch die Täter, tot und jeder der in Deutschland aufwächst bekommt so oder so genug davon zu hören - das hält aber niemanden, der es möchte, davon ab, andere Menschen zu beurteilen/verurteilen, wenn die anders sind (zum Beispiel was Herkunft oder Religion angeht), also nein, wir müssen definitiv nicht auch noch versuchen Grundschulkindern einzureden, dass wir die Erinnerung daran bloß hochhalten und uns deswegen schuldig zu fühlen haben - denn das scheint oftmals der einzige Sinn zu sein - wie sonst erklärt es sich, dass man 5 Schuljahre in Folge hört, wie bösartig die Deutschen Nazis damals waren, man aber kaum auch mal die andere Seite betrachtet - und das sowas wie die restlichen Jahrhunderte deutscher Geschichte, einfach mal zu Gunsten dieser sagen wir 15 Jahre (denn die Zeit davor und danach wird ja auch noch gerade so mitbehandelt) komplett übergeht. Steinzeit, Bronzezeit, Germanen/Teutonen und die zahlreichen anderen hier ansässigen Stämme, Wikinger, Merowinger, Karolinger, Ottonen, Hansebund, Reformation, 30jähriger Krieg, Deutscher Bund? - wenn überhaupt hatten wie das alles mal zwei Wochen lang (wenn überhaupt), die Deutsche Geschichte ist länger als 12 Jahre.

Nein, ich finde, man sollte nicht auch noch zusätzlich in der Grundschule davon anfangen. Es würde nichts ändern, außer das noch mehr Leute (so wie ich) keinen Bock mehr auf Stories aus dieser speziellen Zeit haben!

Ich gebe Dir sowas von Recht!

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Hier wurde offenbar ein Kommentar gelöscht, bevor ich ihn lesen konnte, kann mir jemand grob den Inhalt davon sagen, falls ihn irgendwer gelesen hat? Würde mich schon interessieren, falls ich zum Beispiel beleidigt wurde, oder so (wird ja nicht grundlos gelöscht worden sein).

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Kann ich, denke ich so unterschreiben, das Thema muss natürlich eins bleiben, sollte aber auf ein Sinnvolles Maß in Relation zum Rest gestellt werden und da ist (auch der chronologie halber) sinnvoll es auf die 9.-10 Klasse beschränkt zu lassen, es gegebenenfalls in der Oberstufe für die interessierten nochmal zu thematisieren.

Ansonsten wäre ich hingegen froh, wenn man staatlicherseits mehr dokumentarmaterila als Online-content anbieten würde, für alle näher Interessierten und auch um einen Gegenpol zu so mancher qualitativ himmelschreihend schlechten TV-Dokumentation zum Thema zu bieten.

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@Schachbrett75

Ja, das kann ich so unterschreiben.

Es spricht auch absolut nichts dagegen, sich zum Beispiel mal sowas ein KZ anzusehen und so - fände ich super, gabs bei mir in der Schule leider nicht, aber eine gute Onlinedatenbank dazu wäre wirklich mal schön. Wenn es nicht so furchtbar übertrieben worden wäre, in meiner Schulzeit, wäre ich sicherlich auch an diesem Teil der Geschichte sehr interessiert.

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@guitschee

Das stimmt das wurde übertrieben.

Und es ist ja noch heute so dass wir Deutschen immer noch dafür in Sippenhaftung genommen werden. Nur das nehme ich nicht hin.

Ich lebe einen christlichen Glauben. Aber auch hier lasse ich mich nicht in Sippenhaftung nehmen für Verbrechen die die Kirche begangen hat und auch noch begeht

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@BarfussTobi

Ja, dieses Sippenhaftdenken regt mich auch immer mal wieder auf - ich hatte eine Lehrerin, die mich mal irgendwann als Nazi beschimpft hat (zu der Zeit habe ich gerade damit geliebäugelt eine Antifa-Gruppe in unserer Gegend aufzubauen...), weil ich ihr sagte, dass ich mich nicht für etwas schämen würde, woran ich nicht beteiligt war - war ausreichend für Beleidigungen (denn ich empfinde "Nazi" als solche)...

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@guitschee

Das man das irgendwann als übertrieben empfindet und im Strahl auskotzen kann, kann ich gut nachvollziehen und das als jemand, der Geschichte studiert. Ich selber habe nach der Schule erstmal so weit als möglich die pfoten davon gelassen, mitunter auch deswegen, weil die Darstellungen himmelschreiend schlecht sind, weil hysterisch und oberflächlich. Mitlerweile gehe ich damit wieder anders um, vor allem aber auch, weil ich mich für die hintergründe und den Kontext interessiere.
Irgendwann hat man mal begriffen, dass der NS-Staat 6 Millionen Juden hat umbrigen lassen, das ist dann aber leider meist auch so ziemlich alles. was ein Großteil der öffentlichen Darstellung dazu kommuniziert und mitunter auch was in den Schulen kommuniziert wird und deswegen ist es abgrundtif schlecht gemacht.

Es wird im Übermaß das Resultat kommuniziert und es wird kommunzizert, dass das an der Nazi-Ideologie lag. Worin diese Nazi-Ideologie aber bstand und warum das auf dieses Resultat hinaus laufen musste und worin sich diese Ideologie von heutigen Ansichten und akzeptierten Verhaltensweisen unterscheidet und warum das so ist, wird wiederrum nicht erklärt und man verwundert sich darüber, dass die Leute im Bezug auf Geschichtsbetrachtung verdummen.

Stelltest du heute z.B. unseren Schulabsolventen die Frage, was ein Jude gemäß nationalsozialistischer Definition denn überhaupt sei und wie sich das von der heutigen Auffassung unterscheidet und warum gemäß dieser Auffassung die NS-Ideologie auf physische Vernichtug hinauslaufen musste, wird der Löwenanteil von an die 90% nicht beantworten können und das ist eine sehr freundliche Schätzung.

Sie lernen abstrakt "Naizideologie ist böse" ohne nähere Einblicke in deren nähere Zusammehnänge vermittelt zu bekommen und "Die Nazis haben die Juden umgebracht und mochten keine Ausländer", allerdings ohne dabei zu wissen, wie die Nazis "Jude" und "Ausländer" definierten, wo hierbei die rassistsichen Komponenten liegen, die das ganze intendieren und wo der Unterschied zu heute ist.

Das ist didaktisch schlicht und ergreifend für die Tonne. Überschüttung mit Schreckensbildern, aber kaum Aufarbeitung, wie es zu diesen Schrecken kommen konnte. Dann wiederrum wundert man sich, dass die Leute Rechtsradikalismus nicht mehr erkennen und den Rattenfängern erneut hinterherlaufen, weil sie als Ausweise rechtsradikaler Ideologie nur Konzentrationslager, Judenvernichtung und Weltkrieg kennen.

Besser weniger Zeit auf das Thema verwenden, es dafür sauberer strukturieren und auf einen vernünftigen Lerneffekt hinarbeiten und der besteht nicht darin die KZ-Abzeichen verschiedener Häftlingsgruppen oder die Standorte der Vernichtungslager oder die Biographien ihrer Kommandeure auswendig zu kennen, sondern sollte darin bestehen zu befähigen, rassistische und rechtsradikale Kategorien im Ansatz zu erkennen, wenn man damit konfrontiert wird.

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@guitschee

Weißt Du was für mich eine echte Antifagruppe wäre? Eine die ihre Aktionen barfuß macht. Und nicht wie es oft vor allem bei mir daheim in Dresden vorkommt dass sie mit Flaschen werfen und irgendwelche Rentner mit Eisenstangen verprügeln

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@BarfussTobi

;), damals war ich noch kein Barfüßler, außer am Strand und im heimischen Garten ;).

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@Schachbrett75

Ein Thema was heutzutage auch gerne totgeschwiegen wird sind Übergriffe von Muslimen auf Juden. Wenn es doch mal erwähnt werden muss wird es mal wieder als "tragischer Einzelfall" herunter gespielt.

Und so kommt es eben dass bekennende Juden sich nicht trauen die Kippa zu tragen. Das kann es doch aber nicht sein oder?

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@guitschee

Und wie würdest Du jetzt darüber denken? Nicht mit Flaschen schmeißen weil ihr würdet Euch ja selber verletzen? Nicht Autos oder Mülltonnen anzünden oder Leute verprügeln wie es heutzutage oft von sogenannten selbsternannten "Antifaschisten" gemacht wird?

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@BarfussTobi

Heutzutage weiß ich genug, um mit der Antifa als solches nichts mehr zu tun zu haben und mir lieber eine Gruppe zu suchen, die wirklich gegen Diskriminierung, Hass und Gewalt vorgehen will ;).

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@BarfussTobi

Natürlich kann es nicht sein, dass das totgeschwiegen wird, ohne jede Frage. Allerdings, was den Bezug auf diesen Threat betrifft, bestätigst du mit diesem Kommentar meinen Anwurf auf unser Bildungssystem, da du einen solchen Übergriff fälschlicherweise für einen antisemitsischen Übergriff zu halten und insofern mit der NS-Vergangenheit dieses Landes in wie auch immer gaertete Verbidung zu setzen scheinst.

Sollte ich mit dieser Vermutung recht haben, wäre das Ausweis der tatsache, dass dir der Unterschied zwischen Antisemitismus und Antijudaismus nicht geläufig ist und genau da liegt das Problem, es werden grenzen verwischt, die die damaligen Zustände von solchen anderer Eposchen scharf abgrenzen.

Wenn heute Übergriffe junger Muslime auf Juden Stattfinden ist das ein Ergebnis religiösen Ressentiments und nicht der NS-Rasseideologie. Natürlich ist keins von beiden in irgendeiner Weise akzeptabel, aber qualitativ liegen zwischen Beiden Motivationen und Konsequenzen Welten und das muss unterschieden werden können um die Einordnung zu waren.

Wenn jemand einen anderen aus rein religiösem Anlass heraus hasst, richtet sich dieser Hass nicht in erster Linie gegen die physische Person, sondern gegen die Idee im kopf dieser Person und gegen die Symbole, die sie trägt. Ziel ist also der betreffenden Person diese Idee auszuprügel, wofür Terror das Vehikel ist, aber mit dem Ziel der Bekehrung, nicht der physischen Vernichtung.Das setzt dem Terror im hinblick auf seie Zielsetzung Grenzen und vor allen Dingen gibt es dem Terrorisierten sowohl durch Konversion die Möglichkeit zum Ausstieg aus der Gewalt, als auch dessen Familie die Möglichkeit sich die Sippenhaft zu erspraen, in dem sie sich dem Agressor gegenüber konform verhällt.

Das unterscheidet die Situation scharf vom NS-Terror, der davon ausging, die verhassten Merkmale seien genetisch anegelegt und könnten deswegen nur durch Tötung des Körpers, der sie trägt aus der Welt geschafft werden, was die Tötung der Vofahren und Nachkommen systemimmanent mit einschloss un der bedrohten Person keinen wie auch immer gearteten Ausweg bot.

Andere Zielgruppen, andere Ziele, andere Mittel und andere Konsequenzen sind die Folge.

Und genau deswegen müssen solche Übergriffe zwar Thema sein, haben aber nichts im Bezug auf die Geschichte des 12-Jährigen Reiches verloren, denn dessen Apparat war ein völlig anderer, mit anderen Interessen und Konsequenzen.

Wenn man das zusammenwerfen wollte, könnte man das in folgendem Bild zuammenfassen:

Antisemitismus ist wie Tetanus, Antijudaismus wie Krebs. Beides sind krankheiten, gegen die man vorgehen muss, weil sieden Organismus (in diesem Fall die GEsellschaft) sonst zerfressen.

Aber obwohl beides Krankheiten sind, ist es nicht sinnvoll gegen Tetanus mit Chemotherapie vorzugehen oder gegen Krebs mit Tetanusimpfung. Krankheit ist nicht halt Krankheit, weswegen es kein Universalheilmittel gibt und deswegen ist eine Diagnose zur feststellung des präzisern krankheitsbildes und demnach auch der geeigneten gegenmaßnamen unumgänglich, also muss der Arzt, der das heilen soll für eine solche Diagnose auch ausgebildet sein.

Du kannst einem radikal-islamisch geprägten Jugendlichen 1.000 mal den NS-Staat als schlechtes Beispiel vorhalten. Es wird nichts bringen, weil er sich in den Motiven des NS-Staates nicht wiedererkennen wird.

Sein Hass ist religiös gespeist, weswegen er dir darin, dass rassistisch motivierter Hass schlimm und verachtenswert ist durchaus zustimmen, gleichzeitig aber ohne weiteres Juden terrorisieren kann. mit dem Verweis darauf gar nichts gegen Juden vom rassistsichen Standpunkt aus zu haben.

Und genau da ist der Denkfehler, wenn man das in dieser Form vereinfachen will.

Kämpfen gegen sollche Zustände auf jeden Fall, aber bitte mit intelligenten Maßnahmen nicht mit schweren Keulen ohne jeglichen Effekt.

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@Schachbrett75
Sein Hass ist religiös gespeist, weswegen er dir darin, dass rassistisch motivierter Hass schlimm und verachtenswert ist durchaus zustimmen, gleichzeitig aber ohne weiteres Juden terrorisieren kann. mit dem Verweis darauf gar nichts gegen Juden vom rassistsichen Standpunkt aus zu haben.

Ich glaube wir müssen mal den Begriff "Rassismus" ein wenig auseinanderklamüsern...

Rassismus ist eine Gesinnung oder Ideologie, nach der Menschen aufgrund weniger äußerlicher Merkmale – die eine gemeinsame Abstammung vermuten lassen – als sogenannte „Rasse“ kategorisiert und beurteilt werden.

Mir wird z.B. ständig vorgeworfen ich wäre Rassist weil ich der Meinung bin dass Asylbewerber die hier in Deutschland religiös motivierte Straftaten begehen ihr Asylrecht verwirkt haben. Dabei sehen sie ja nicht anders aus als diejenigen die keine religiös motivierte Straftaten begehen.

Und dann kommt atzef mit dem Link rassistisch motivierter Straftaten auf Kinder und Jugendliche die sicherlich eher keine Juden sind. Wer ist dran schuld? Natürlich mal wieder die AfD bwz. der Wähler der nicht die GroKo gewählt hat.

Und dass das so ist hat sicherlich nichts damit zu tun dass Grundschüler nicht (rechtzeitig) über die Verbrechen aus der NS-Zeit aufgeklärt wurden sondern es ist die verfehlte Asylpolitik von Merkel & Co., das herunterspielen von religiös motivierten Übergriffen insbesondere auf deutsche Frauen (Köln Silverster) und Mädchen auf dem Schulweg

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Sehr gut beurteilt!

Ich bin noch einer von denen, die die Zeit erlebt haben.

!931 wurde ich eingeschult. Da hing noch ein Bild vom greisen Hindenburg hinter dem Lehrer Pult. Der Lehrer pries die junge Demokratie. 1933 wurde das Bild durch ein Bild vom "Führer" ersetzt. Ab da wurde der Nationalsozialismus gelobt.

Ich bin manipuliert worden, ohne es zu merken. Wer hat in dem Alter schon den Durchblick?

Erkannt habe ich die Manipulation erst, nachdem ich aus der Kriegsgefangenschaft zurückkam. Da hatte ich 5 meiner besten Jahre als Soldat und Kriegsgefangener verloren.

Die Verbrechen der NS Zeit sollte man nicht tot schweigen. Sie sind aber inzwischen ein grausames Ereignis der Geschichte, wie der 30 jährige Krieg oder die Verbrennung von Ketzern auf Scheiterhaufen und so sollten sie behandelt werden.

Inzwischen gibt es und hat es grausame Kriege gegeben. Man sollte den Kindern lehren, den Säbelrasslern nicht zu glauben, sich dafür einzusetzen, dass es diese Kriege nicht mehr gibt.

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@wolfgangniem11
Die Verbrechen der NS Zeit sollte man nicht tot schweigen. Sie sind aber inzwischen ein grausames Ereignis der Geschichte, wie der 30 jährige Krieg oder die Verbrennung von Ketzern auf Scheiterhaufen und so sollten sie behandelt werden.

Ja, exakt das, was ich auch denke. Danke.

Inzwischen gibt es und hat es grausame Kriege gegeben. Man sollte den Kindern lehren, den Säbelrasslern nicht zu glauben, sich dafür einzusetzen, dass es diese Kriege nicht mehr gibt.

Ja, leider. Man sollte meinen aus den vielen Toten und Berichten über Grausamkeiten hätte man was gelernt, aber es kommt immer noch zu solchen Dingen, wenn auch bisher zum Glück nicht mehr in den Ausmaß, ist bei der neuen Waffentechnik aber auch nicht mehr so "notwendig" (das ist ein grässliches Wort dafür, weil Krieg natürlich niemals notwendig ist, aber ich hoffe, ihr wisst dennoch was ich meine) - man kann halt heute mit weniger Todesopfern - die gleichen Ergebnisse oder schlimmere erzielen.

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@guitschee

So lange es bei konventionellen Kriegen bleibt. Was passiert aber, wenn einer den Knopf zur Zündung von Atomwaffen drückt?

Eine einzige Atombombe hat in Japan tausende Menschen umgebracht. Ich hoffe, ich werde es nicht mehr erleben.

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@wolfgangniem11

Ich denke, das wirst du nicht, die an den Knöpfen wissen ja auch, dass sie dann auch betroffen wären (hoffentlich).

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@wolfgangniem11

Alleine schon die Tatsache dass es Atomwaffen gibt und dass die Staaten die welche besitzen sich anmaßen zu bestimmen wer welche zu haben hat und sich als Weltpolizei aufspielen reicht eigentlich zu.

Ich dachte ja der Dabbeljuh wäre schlimm. Aber der Trampel ist noch schlimmer weil unberechenbar..

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@wolfgangniem11

Das klingt jetzt aber schon ziemlich selbstsüchtig, dass dein Hauptproblem mit den Nazis ist, dass du ihretwegen angeblich 5 deiner besten Jahre als Soldat und Kriegsgefangenere verloren hast.

Scheinen dir denn die Millionen Menschen, die von den Deutschen direkt oder indirekt ermordet, versklavt, beraubt, gefoltert, vertrieben wurden so irrelevant, dass sie gar nicht in deine Rechnung Eingang finden?

Was du da zelebrierst klingt mir nach typisch deutscher Wehleidigkeit.

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@stranger5431

Wer lesen kann beurteilt das anders. Wo steht, dass die von den Deutschen ( und deren Verbündeten) umgebrachten Menschen nicht in meiner Rechnung stehen? In meiner Rechnung stehen all die Millionen Tote, die die NS Zeit gekostet hat. Wer die Zeit nicht erlebt hat, kann das kaum beurteilen.

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@stranger5431

Du scheinst mir hier genau das zu machen, was ich oft genug anprangere, gerade bei denen, die meinen, sie hätten den richtigen Umgang mit der Geschichte:

Du nimmt einen einfachen Bericht darüber, was seine persönlichen Erfahrungen während dieser Zeit waren und schließt daraus, dass ihm, weil er ja "wehleidig" über sein eigenes Schicksal klingt (ich finde darüber, ob das wehleidig ist, kannst du ja noch mal drüber sprechen, wenn du solche 5 Jahre hinter dir hast - wirst du zum Glück für uns alle wahrscheinlich nie haben - ich zumindest möchte nie einen solchen Krieg erleben und bei dem, was ich mir so vorstelle, für mich klingt es nicht wehleidig...), dass ihm das Schicksal der anderen egal wäre. Dabei hat er von diesen Taten gar nicht geredet, sondern davon, wie er persönlich die Zeit erlebt hat. Was super spannend ist, in meinen Augen (wenn ich den Herrn vor mir hätte, könntest du drauf wetten, das ich ihm mit unzähligen Fragen nerven würde, weil Zeitzeugen gar nicht mehr so einfach zu finden sind und man in der Schule eben immer nur von den 50-80 Millionen Toten hört - bestenfalls, schlimmestenfalls auch nur von den Toten, die Deutschland unmittelbar verursacht hat, so wie du es hier tust.)

Daraus, dass du hier nur die Toten/Gefolterten der Deutschen erwähnst, dir die anderen Opfer dieses Krieges aber völlig egal sind (blöd, wenn jemand in die eigenen Worte sowas einfach mal reininterpretiert, nur weil es nicht drin steht, oder? - hoffentlich merkst du an dieser Unterstellung, was du selber tust...), schließe ich das du zu den Menschen gehörst die gerne auf der Schuld der Deutschen rumreiten und der Meinung sind, man müsste eben auch heute noch Schuld empfinden darüber.

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Wäre ich gegen. Wir tun heute gerne so, als wären die Kinder sonst wie viel reifer als wir früher und als wäre alles sozusagen vorverlegt. Ist aber nicht so.

Schon gar nicht was innere Reife und Stabilität angeht.

Es ist völlig okay das Thema Ausgrenzung zu besprechen....dazu muss man aber nicht den Holocaust nehmen. Da wäre es sinnvoller Dinge aus dem Lebensumfeld der Kinder zu nehmen. Jedes Kind kennt wahrscheinlich die Situation, dass es nicht mitspielen darf, dass Leute geärgert und ausgegrenzt werden. Da braucht es als Aufhänger nicht die systematische Ausgrenzung, Demütigung und Ermordung von Millionen Menschen.

Der Holocaust muss natürlich in der Schule thematisiert werden, aber bitte später, wenn die Kinder auch alt genug sind, das halbwegs zu erfassen, was da passiert ist.

Und dann um seiner selbst willen....nicht nur weil man einen Einstieg in das Thema Ausgrenzung sucht.

Ich war ungefährh 13 als wir damals im Religionsunterricht die Serie "Holocaust" sahen. Und ich hatte vorher von Hitler gehört, hatte was über die Bücherverbrennung gehört, aber das war trotzdem irgendwie alles nicht so greifbar für mich. Und ich hatte nichts in dem Ausmaß über die Judenverfolgung gewusst.

Ich glaube nicht, dass Lehrer immer so wirklich eine Ahnung haben, wie ihr Unterricht auf die Schüler wirkt (meiner hat das sicher nie gewusst). Ich bin nach Hause gekommen und habe angefangen zu schreien und zu weinen und meine Mutter in die Mangel genommen ("warum habt ihr mir das nicht gesagt?" "warum hast du nichts dagegen gemacht....okay sie war klein...."was haben Opa und Oma gemacht " etc. ) Bei heutigen Schülern ist natürlich nicht so viel zeitliche Nähe wie bei mir, aber trotzdem: wir haben mit gutem Grund Jugendschutzbestimmungen was Gewalt in Filmen angeht.....es ist schlimm genug, dass die Kinder damals keine Wahl hatten. Wir müssen heute nicht 10jährige mit unserem Wissen belasten. Es reicht wirklich, wenn sie das in der sechsten oder siebten Klasse lernen.

Der große, entscheidende Unterschied zu Themen wie Rom, Mongolen oder Mittelalter ist eben, dass heute noch sehr viele Menschen entweder Zeitzeugen in der Familie haben, oder NS-bedingte Opfer zu beklagen hatten. Das Thema ist immernoch sehr präsent. Fast jede Familie hat einen Opa, der meinetwegen in Weißrussland gekämpft hat, oder beim D-Day getötet wurde. Und manche Familie hat eben auch eine Oma, die in Auschwitz ihre letzten Lebensmomente verbracht hat.

Und genau deshalb finde ich, dass es an Grundschulen nichts zu suchen hat. Ich weiß, wie Kinder in diesem Alter mit solchen Themen umgehen, denn ich habe einen guten Vergleichsfall selbst erlebt:

Ich war am 11. September 2001 (oder dem Tag danach, zu 100% weiß ich es nicht mehr) in der Grundschule gewesen, als unter den Lehrern über die Angriffe auf das World-Trade-Center gesprochen wurde. Es wurde spontan beschlossen, den Kindern (also uns) zu erzählen, dass in Amerika gerade etwas ganz Schlimmes passiert sei, dass Menschen getötet worden sind, und dass deshalb alle Schulklassen eine Schweigeminute abhalten würden.

Was wurde im Endeffekt daraus? Die eine Hälfte der Kinder (unter anderem ich) hat kaum verstanden, was da gerade passiert sein soll, und war völlig verdutzt. Flugzeuge fliegen doch nicht in Häuser rein! Die andere Hälfte hielt alles für einen dummen Witz und hat in der Schweigeminute gekichert, rumgeblödelt und teilweise laut gelacht. Die Lehrer waren völlig überfordert.

Der Holocaust ist damit, finde ich, recht gut vergleichbar: auch hier haben wir eine fanatisierte Gruppe, die aufgrund ihrer Überzeugungen schlimme Verbrechen an einer anderen Gruppe begangen hat - um es mal radikal zu simplifizieren. Ein Grundschüler kann die Dimension dieser Ereignisse garnicht begreifen. Das muss man aber, denn anders als Dschinghis Khan sind die politischen Erben der Mörder von damals heute noch unter uns und geben sich alle Mühe, unter demokratisch-parlamentarischem Deckmantel ihre Ideologie wieder salonfähig zu machen.

Während man bei Themen wie den Barbareninvasionen in Rom, den Wikingerüberfällen oder der Mongoleninvasion lediglich geschichtliche Bildung betreibt, geht es hier um sehr viel mehr. Nämlich um Aufklärung darüber, wozu Menschen fähig sein können, wenn sie sich von einer menschenverachtenden Ideologie mitreißen lassen. Und es geht darum, wie man vergleichbare Entwicklungen in der Zukunft verhindern kann. Die Wikinger lassen uns schon seit fast 1000 Jahren in Ruhe - Nazis gibt es immernoch.

Um Menschen diese Dinge nahezubringen, muss eine gewisse geistige Reife vorhanden sein. Ein zehn- oder elfjähriges Kind kann solchen Stoff noch garnicht verarbeiten.

Nämlich um Aufklärung darüber, wozu Menschen fähig sein können, wenn sie sich von einer menschenverachtenden Ideologie mitreißen lassen.

Ich finde diese Formulierung irgendwie eigenartig...

Das klingt so, als seien sie "mitgerissen worden" - passiv - gegen ihren Willen.

Die menschenverachtende Ideologie wurde von den Deutschen in ihrer Mehrheit aktiv mitgetragen, sei es bei den hübschen fackelzügen, den tollen BDM-Lagern, den HJ-Heimabenden, etc...

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Deutschen ihre "Vergangenheitsbewältigung" nur unter der Bedingung betreiben, dass die Deutschen (von damals) nicht mit den Nazis identifiziert werden.

Hätte aber nich die Mehrheit der Deutschen mitgewirkt, hätten die Nazis keine Chance gehabt.

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