Thema Hexenverbrennungen: Wie haben die Leute erkannt, dass es keine Hexen gibt?

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12 Antworten

Eine wesentlichen Anteil daran hatte der katholische Priester und Jesuit Friedrich Spee (1591 - 1635). Er beobachtete Hexenprozesse. Nach ungesicherten Quellen diente er den Angeklagten als Seelsorger und Beichvater.

Dadurch kam er zur Gewissheit, dass die Geständnisse der Angeklagten  durch Folter erpresst waren und nicht der Wirklichkeit entsprachen. Er veröffentlichte seine Bedenken in dem vielbeachteten Buch
Cautio criminalis oder rechtliches Bedenken wegen der Hexenprozesse.

Auf protestantischer Seite war es der Pfarrer Anton Pretorius (1560 - 1630), der in Predigt und Schriften gegen Hexenprozesse, besonders gegen die dabei verwendete Folter vor ging.

Er war selbst 1597 zum Mitglied eines Hexenprozesses berufen worden. Das Verfahren erschütterte ihn tief und er setzte sich erfolgreich für die Freilassung der vier angeklagten Frauen ein.

Im Jahr darauf veröffentlichte er das Buch Von Zauberey vnd Zauberern Gründlicher Bericht, das wie Spees Cautio Criminalis und einige andere unbekanntere Schriften anderer Autoren wesentlich zur kritischen Sicht und schließlich zur Beendigung der Hexenprozesse in Mitteleuropa beitrug.





vor allem dadurch, dass sie langsam die wirklichen Ursachen von Krankheiten (Bakterien, Viren, Infektionen) entdeckten.

War auch viel zielführender bei der Heilung (die Bakterien zu behandeln statt Hexen zu verbrennen).

Allerdings ist in manchen Ländern der Glaube an Zauberkunst, schwarze Magie, Hexerei noch weit verbreitet, meist Länder wo das Gesundheitssystem nicht gut entwickelt ist, und dort gibt es auch noch Verurteilungen von hexen, z.B. in Nigeria vor nicht allzu langer Zeit...

Am besten liest Du das mal durch, ist äußerst erschreckend

https://de.wikipedia.org/wiki/Hexenverfolgung

Man könnte es vielleicht so zusammenfassen.Wenn was Schlimmes passiert, Missernten, Schiffsunglücke, eine Fehlgeburt wird schon immer gerne ein Dummer gesucht. Das waren dann die Männer und Frauen mit dem "bösen Blick", die das hervorgerufen hatten.

Wenn Du dann noch eine Mißbildung hattest (einen Buckel o.ä.) war das schon mal ganz schlimm. Verdächtig war man ja schon zuweilen, wenn man eine schwarze Katze hatte (die wurden dann ersäuft, verbrannt, zu Tode gesteinigt. Der Mensch ist da schon immer sehr einfallsreich, wenn es um quälende Todesarten geht.

Die Menschen im Mittelalter waren zum großen Teil auch sehr ungebildet und ungeheuer abergläubisch. Was ich nicht verstehe, kann nur mit dem Teufel zusammenhängen. Ich möchte gar nicht wissen, wieviel kräuterkundige Frauen (zum Beispiel die ersten Hebammen) als Hexen verbrannt wurden.

In dem obigen Artikel steht zwar immer wieder, dass das nichts mit der Religion zu tun hatte, aber man muss sich ja mal überlegen, wer da die "Richter" waren; zum größten Teil ja wohl der Klerus.

lg Lilo


Je mehr gebildete Personen was zu sagen hatten desto  weniger Prozesse gab es. Aufklärung ist schon ne feine Sache.

Schon im "finsteren" eher frühen Mittelalter gab es ein kirchliches (!) Verbot gegen die Verfolgung von Zauberern und Zauberinnen (das Wort Hexe ist neuer). Der Glaube an solche Mächte galt als mangelnder Glaube an Gott.

Auch in späteren Zeiten musste ein Ankläger sich seiner Sache sehr sicher sein denn wurde er der Falschaussage überführt bekam er selber die Strafe.

Der Hexenwahn ging erst so richtig los als eine kleine Eiszeit für Hungersnöte sorgte, dazu die Pest und ein scheinbar endloser, extrem brutaler Krieg die Menschen im wahrsten Sinne des Wortes "vom Glauben abfallen" ließ.

Davor war auch der Klerus nicht gefeiht wobei man da so manchem Bischof und Abt auch simple Gier unterstellen muss denn alles Vermögen der "Hexe" fiel an die Kirche und die brauchte Geld für ihren Krieg.
So ein Machwerk wie der "Malleus Maleficarum" (Hexenhammer) kommt dann noch hinzu. Zum Glück gab es aber immer auch hohe Geistliche die zunehmend lauter gegen die abartigen Praktiken gewettert haben, darunter auch vormalige "Hexenbischöfe" von denen einige ihre Lebensbeichte als Schuldanerkenntnis drucken und verbreiten ließen.

Als die Wissenschaft anfing mehr Einfluss zu gewinnen und die wirtschaftliche und politische Lage langsam zumindest etwas entspannte endete der Wahnsinn.

Welchen "extrem brutalen Krieg" meinst du? 

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@stonedog

den 30 jährigen z.B. aber such dir einen aus, es gab ja doch an jeder Ecke Krieg damals und gegen so etwa jeden.

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Schau dir die Regionen der Welt an, in denen es noch Hexenglauben und Hexenverfolgungen gibt, z.B. Westafrika, und dann vergleiche die mit Europa.

Leider glauben noch immer Menschen an diesen Unsinn. Der Glaube ist nicht ausgestorben, es ist einfach nur verboten Hexenprozesse zu führen und die Urteile zu vollstrecken.

Ich würde sagen durch Aufklärung und Hinwendung zur Wissenschft und stetige Abkehr vom Aberglauben ist das irgendwann aus der Mode gekommen. In manchen Teilen der Erde glaubt man ja heute noch an Hexen.

Bei der Hexenverbrennung wurden nur echte Hexen verbrannt! Um das sicherzustellen hatte man die Beschuldigten einem eindeutigen Test unterzogen: man hat ihnen einen Stein an den Fuß gebunden und die Frauen ins Wasser geworfen. Wenn die Frau untergegangen und ertrunken ist, war sie keine Hexe! Wenn die Frau aber trotz dem Stein auf der Wasseroberfläche schwimmte, war sie eine Hexe und wurde verbrannt. Ganz einfach!

http://www.planet-wissen.de/geschichte/neuzeit/hexenverfolgung/

Im Zeitalter der Aufklärung wird wissenschaftlichen Erkenntnissen mehr Bedeutung zugemessen als Magie und Aberglaube. Während des gesamten 18. Jahrhunderts sind Hexenprozesse eher eine Seltenheit. Nur in entlegenen Gebieten auf dem Land kommt es noch zu vereinzelten Hinrichtungen. Die Aufklärer gewinnen mit ihren Schriften gegen die Hexenverfolgungen langsam Oberhand über die konservativen Kleriker.

Als 1782 in der Schweiz die letzte Hexehingerichtet wird, entfacht dies eine empörte öffentliche Debatte überdie rechtlich zweifelhaften Grundlagen des Prozesses. Die Rechtsprechung wird fast überall reformiert, um 1800 sind alle Magiedelikte aus denGesetzestexten verschwunden.

Durch die Renaissance wurde das finstere Mittelalter beendet und die Menschen bekamen langsam ihre Intelligenz zurück.

In der Renaissance ging die Hexenverfolgung erst richtig los. Im Mittelalter war das noch gar nicht so häufig.

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Na, irgendwann waren die Hexen aufgebraucht! *duck*

Hättest du bei Google einfach "Hexenverbrennungen" eingegeben, hättest du dir viel Schreiberei erspart und hättest alle deine Fragen ohne Wartezeit längst beantwortet.

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