THC am Steuer Folgen?

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9 Antworten

Hallo Jansayhi,

die Angaben bei der Polizei waren äußerst unklug :-(

Damit steht fest das Person X regelmäßiger Konsument ist. Seine Werte werden hiernach

(halbe- 1 Stunde vorher) einen Joint geraucht.

zudem dementsprechend hoch sein und somit wird die Behörde berechtigte Zweifel an der Fahreignung haben. Die MPU ist damit fest gebucht.

Es laufen jetzt zwei getrennte Verfahren:

1. Das Ordnungswidrigkeitenverfahren
Dabei geht es um die "Strafe" für eine berauschte Fahrt. Man darf nicht unter dem akuten Einfluss von Drogen fahren, wer dagegen verstößt, wird bestraft. Es handelt sich um denselben §, der auch die 0,5 o/oo-Grenze bei Alkohol regelt. Der Grenzwert beträgt 1 ng/ml THC. Das Bußgeld beträgt 500 Euro, es gibt einen Monat Fahrverbot und 3 Punkte im Fahreignungsregister; dazu kommen noch Gebühren und Auslagen (z.B. für die Blutentnahme).
2. Das fahrerlaubnisrechtliche Verfahren
Hier geht es nicht um Strafe, sondern um Gefahrenabwehr. Der Gesetzgeber hat bestimmt, dass bestimmte Konsummuster von Drogen "ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen" machen. Ungeeigneten Fahrerlaubnisinhabern ist die FE zu entziehen. Das Gesetz ist dabei ohne Ermessensspielraum für die Behörden ausgestaltet: Ist jemand ungeeignet, muss die FeB die Fahrerlaubnis entziehen.

Sperrfrist gibt es keine, der FS ist halt so lange weg bis die MPU bestanden wurde. Dafür braucht man mind. 6 Monate Abstinenznachweise (Haar ca. 250 Euro oder Urin ca. 400 Euro). Die MPU selbst kostet zwischen 500 und 600 Euro.

In Sachen Polizei: Diese meldet sich in aller Regel nicht mehr. Nach ca. 2 Wochen kann Person X aber mal dort hingehen und versuchen seine Werte zu erfragen....

Gruß Nancy

Sorry, Tippfehler - es gibt 2 Punkte und nicht 3....

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Hallo

da er zugegeben hat regelmäßig zu konsumieren wird die Fahrerlaubnis entzogen, OHNE Sperrzeit

er bekommt seine Fahrerlaubnis erst wieder wenn er die MPU bestanden hat oder 15 Jahre wartet bis die MPU bestanden wurde

Person X hat aus diesem Vorfall gelernt und ist seit dem Tag an clean.

das ist weiterhin anzuraten, da für die MPU mind. 6 Monate Abstinenznachweise Pflicht sind (als regelmäßiger Konsument eher 12 Monate)

Meine Frage wäre, was kommt auf Person x zu? Kosten (Bußgeld, MPU, Abstinenznachweise)

wegen der Trunkenheitsfahrt (auch bei Drogen nennt man es so:-)) ca. 1 Monatsnettolohn, die MPU kostet 564,54 €, Abstinenznachweise je nach Dauer ca. 1000€, fachliche Hilfe durch einen Verkehrspsychologen (ist zwar keine Pflicht aber ich rate immer dazu) ca. 1200€, das besondere Aufbauseminar (da noch in der Probezeit) ca. 500€ und den Antrag einer neuen Fahrerlaubnis ca. 150€

hoffe habe nichts vergessen:-(

Nö, alles mit dabei. Aber beim letzten Mal, wo ich nachgeschaut habe, was das besondere Aufbauseminar noch deutlich günstiger, so ca. 300-400€.

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30 min nach dem letzten Joint wird der Test auf aktives THC mit Sicherheit über dem Grenzwert von 1,0 ng/ml liegen.

Zu den Folgen:

a) bei einer Kontrolle ohne Fahrauffälligkeiten 

Gilt als Ordnungswidrigkeit. Geldbuße 500€ zzgl. 28,50€ Gebühren und Auslagen. Laborkosten ca. 250€. Dazu 1 Monat Fahrverbot und 2 Punkte im FAER. 

Die Führerscheinstelle ordnet den Entzug der Fahrerlaubnis an. Neuerteilung erst nach positiver MPU. 

b) bei einer Kontrolle mit Fahrauffälligkeiten 

Einleitung eines Strafverfahrens wegen Verstoß gegen StGB 316. Geldstrafe wird nach Einkommen berechnet, ca. Preis 30-40 Tagessätze  (1TS = 1/30 des monatlichen Einkommens). Falls unter 21, kann nach Jugendstrafrecht Geldstrafe durch Sozialstunden ersetzt werden. 

Entzug der Fahrerlaubnis direkt im Urteil durch das Gericht, Sperrfrist für die Neuerteilung ca. 12 Monate.

Der Führerschein ist also auf jeden Fall bis zur positiven MPU weg.

Vor der Neuerteilung ist außerdem ein besonderes Aufbauseminar für alkohol und drogenauffällige Fahranfänger zu absolvieren. 

Zumindest das Führungszeugnis bleibt sauber, falls keine weiteren Delikte vorhanden sind.

Sperrfrist für die Neuerteilung ca. 12 Monate.

Nö, eine Sperrfrist wird es nicht geben... ;-)

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Hier sitzen jetzt kaum Juristen, noch weniger Richter und Staatsanwälte. Wer soll da also genau bescheid wissen.

Vielleicht hast du aber Glück und einer mit dem selben Mist am Hut, kann berichten. Allerdings ist längst nicht jeder Fall gleich vor Polizei und Justiz.

Tipp: Die Mühlen der Justiz mahlen oftmals langsam, aber sie vergessen kaum einen. Gut, dass "Person X" daraus die Konsequenzen gezogen hat, bevor Schlimmeres passiert.

Nach 1 Monat noch nichts gehört? 

Das ist eigentlich komisch. Vielleicht hat er Glück und da ist etwas verloren gegangen. Normalerweise ist das Ticket weg und eine hohe Busse gibt es auch noch.

Nein, dass er nach einem Monat noch nicht gehört hat ist ganz normal, je nach Auslastung von Führerscheinstelle und Staatsanwaltschaft. Bei mir hat es damals fast 6 Monate gedauert bis Post kam.

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Der Staatsanwalt hat so viel zu tun das es noch etwas dauert bis du was davon hörst. Vergessen tun die nie etwas. Alles kann nichts muß. Laß dich überraschen ....

Wo könnte er denn genauere Infos bekommen? 

Ich wurde ebenfalls angehalten mit allem drum und dran.

Bußgeld von 500Euro wäre schön ja, insgesamt betrug mein Bußgeld 922 Euro. 600 Euro Bußgeld plus Gebühren (30Euro) und Auslagen (292).

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