Textverständnis...probleme

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1 Antwort

Ich würde den Text so verstehen:

Im Kaiserreich (ab 1871) gab es für den Staat noch keine Pflicht, den Bedürftigen und armen Leuten Sozialhilfe, Fürsorge oder sonstige Unterstützung zu geben. Es war den einzelnen Bundesländern selbst überlassen, wie sie das regeln, oder ob überhaupt. Im Extremfall hiess das: Wer nix hatte, mußte halt hungern oder in der Gosse verrecken.

Ab 1924 in der Weimarer Republik wurde dann eine im ganzen Reich gültige Fürsorgepflicht eingeführt. Leider bestand sie anscheinend nur theoretisch, denn wenn sie einfach nicht geleistet wurde, hatte der Bürger keine Möglichkeit, Fürsorge bzw. Sozialleistungen vor Gericht einzuklagen. Obwohl sie ihm eigentlich zustand.

Diese Möglichkeit wurde erst 1954 vom Bundesverwaltungsgericht eingeführt, und zwar unter Berufung auf das Grundgesetz (GG), das jedem Menschen das Recht auf Schutz der Menschenwürde, der freien Entfaltung der Persönlichkeit und körperlichen Unversehrtheit gewährt. Seitdem kann jeder Deutsche vor Gericht gehen, wenn er trotz Bedürftigkeit keine Unterstützung vom Staat erhält.

(Ob das in der Praxis immer klappt, ist natürlich eine andere Frage.)

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