Teufelskreis Hartz IV

7 Antworten

Es bedeutet das man schon lange Arbeitslos ist und sich finanziell sehr stark einschränken muss,was bedeutet da ces kaum ein ein teilhaben am normalem Leben gibt.Man kann nicht mit Freunden ausgehen,zB Kino oder Essen gehen,was zur Folge hat das die Freunde immer weniger werden,das hat vereinsamung zur Folge.Daraus ergibt sich oft das sich die Betroffenen minderwertig fühlen und sich immer mehr selber aufgeben,und auch immer lustloser werden sich Arbeit zu suchen,das ist der Teufelskreis der sich ergibt,oder ergeben kann.Das ist aber nur ein kurzer Anriss des Problemes meistens kommen noch Schulden dazu,die die Sache für den Betroffenen noch aussichtsloser erscheinen lassen.Wenn man Arbeitet macht man Pläne und es kommt zu Anschaffungen,da auch auf Ratenzahlung.und dann wird man Arbeitslos,und alle Pläne lösen sich in Rauch auf,und man kannn keine Raten mehr zahlen,das Handy wird abgestellt wegen rückständiger Zahlungen,die Miete ist zu hoch,der Gerichtsvollzieher kommt,das Auto muss verkauft werden,usw,es geht nur noch bergab,und da geben viele auf.Aber es gibt genug Menschen die es packen und wieder auf die Beine kommen,Hartz 4 ist keine Endstation,aber bei den Betroffenen kommt das oft so an,und meiner Meinung nach läuft was die Arbeitsmarktpolitik betrifft alles falsch was falsch laufen kann!

Am demotivierendsten sind die zahlreichen Absagen auf Bewerbungen. Dann kriegst du´s schwarz auf weiß, dass du zu einer Arbeit, von der man leben kann, nicht zu gebrauchen bist. Und Erziehungsmaßnahmen, um zu lernen, wie man Bewerbungen schreibt und dass man morgens pünktlich zur Arbeit gehen muss, brauchst du mit 50 nach 30 Jahren Arbeitsleben auch nicht mehr. So wird es aber hingestellt mit den sinnlosen Beschäftigungstherapien. Wenn sie keine Jobs für uns haben, sollen sie uns doch in Ruhe lassen und uns nicht mit sinnlosen Maßnahmen schikanieren. Seltsamerweise lassen sie manche kerngesunden jungen Bengels, die noch nie im Leben gearbeitet haben, in Ruhe; Ältere und gesundheitlich Angeschlagene ziehen sie aber gern zu Maßnahmen heran.

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@Claud18

Hallo Claud18,da muss ich Dir völlig Recht geben,das mut den Massnahmen,und wie das gehandhabt wird ich völlig willkürlich,da wird nicht nach gegangen ob es dann überhaupt Bedarf gibt ind diesem Bereich wo die Massnahmen stattfinden sonden es wird vollig am tatsächlichen Bedarf vorbei umgeschult.Ich arbeite als Maler und wir nehmen Praktikanten aus Umschulungsmassnahmen die ein halbes Jahr vor der Prüfung stehen,und es ist erschreckend wie wenig denen beigebracht wurde,das ist unter dem Niveau eines Azubis im ersten Halbjahr,nur die machen das seit fast zwei Jahren wenn die zu uns kommen.Die bearbeiten in einer Werkhalle immer die selben Flächen mit unterschiedlichen Farben und Tapeten,und haben von dem wirklichen Beruf nicht die geringste Ahnung,die wissen nicht nicht einmal wie man Wasserflecken isoliert.Die fallen alle durch die Prüfung und stehen wieder genauso da wie vorher,und dann heisst es sie sind alle zu faul und zu dumm.Das ist aber nicht der Fall sondern sie schönen eine Statistik,denn es geht gar nicht darum für den Arbeitsmarkt umzuschulen denn einen Job würden sie auch mit bestandener Prüfung gar nicht bekommen.Wen ich auf grösseren Baustellen arbeite muss ich immer mehrere Fremdsprachenübersetzer mitnehmen es wird auf dem Bau kein Deutsch mehr gesprochen,und das hat nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun,das ist eine Tatsache das keine Deutschen Arbeitnehmer mehr auf dem Bau einen Job finden.Es ist schon so das Deutschland das Billiglohnland der EU ist,für so einen niedrigen Stundenlohn geht woanders keiner mehr arbeiten,und das ist eine Schande das Menschen die den ganzen Tag hart arbeiten sich nich zusätzlich Geld vom Amt holen müssen um überleben zu können.Ich kann auch verstehen das niemand so wirklich lust hat für das gleiche Geld zu arbeiten das er auch bekommen würde wenn er zuhause bliebe.Auch erschreckend ist mit wie wenig Wissen heute Schüler von der Schule kommen,da ist es teilweise so das noch nicht einmal die Grundrechenarten beherscht werden,so jemand kann keine Lehre anfangen,der wird nie die erste Zwischenprüfung bestehen,und wir finden keine Azubis,da stimmt es doch schon vor dem Berufsleben nicht mit der Politik.Es ist erschreckend wie sich das alles entwickelt hat,und ich frage mich wo das enden soll.Nun kommen junge Spanier um in Deutschland zu lernen,und die Deutschen Schulabgänger lernen in der Schule schon wie man einen Hartz4 Antrag stellt,wenn das nicht verkehrte Welt ist dann weiss ich nicht,gruss andie

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@andie61

Das ist wirklich erschreckend, was du da schreibst, dass man den Leuten nicht einmal das Grundwissen des Malerberufs beibringt. Etwas laienhaft weiß ich sogar (und ich habe mit dem Malerberuf überhaupt nichts zu tun), wie man Wasserflecke isoliert - da ich nämlich schon einige Male die eigene Wohnung (mit Unterstützung) renovieren musste. Vor allem, wenn es vor dem Einzug passiert (wie es lange Zeit Usus war), versucht man doch, alles so hinzukriegen, dass es eine Weile hält. Heute bekommt man allerdings meist eine weißgekalkte Wohnung vorgesetzt und streicht sie dann bei Auszug auch nur im Schnelldurchgang wieder weiß an.

Mit den Bauarbeitern gebe ich dir auch recht - der Vorarbeiter ist meist der einzige Deutsche, und die Arbeiten führen Rumänen zum Dumpingpreis aus (denen man zum Teil noch nicht mal ihre Dumpinglöhne auszahlt - das ist eine Riesenschweinerei). Für den Bau gilt bei deutschen Arbeitnehmern Tariflohn, und den will kaum einer noch bezahlen (wer es trotzdem tut, verliert in allen Ausschreibungen).

Und manche Bildungsträger, die Maßnahmen durchführen, leben bzw. lebten sehr gut von den Hartz-IV-Empfängern. Sie bekommen für jeden eine Prämie - gäbe man diese dem Arbeitslosen selbst, bräuchten diese vermutlich kein Hartz IV mehr und könnten sich evtl. sinnvoller weiterbilden in einem Beruf, der ihnen liegt und bei dem sie Chancen auf eine Stelle haben. Ich kenne eine Frau, die eine Stelle in Aussicht hatte, aber die dafür nötige Weiterbildung wollte ihr das JobCenter nicht bezahlen, da sie nicht in seinem Maßnahmenkatalog stand. Statt dessen boten sie ihr eine andere - völlig sinnlose - Weiterbildung an. Die Frau hat dann die Weiterbildung irgendwie aus eigener Tasche bezahlt und ist inzwischen wieder in Lohn und Brot. Aber so werden Steuergelder verschleudert. Inzwischen hat man diese Gelder aber wieder etwas zusammengestrichen, mit dem Ergebnis, dass etliche davon lebende Firmen pleite gegangen sind.

Und die gut ausgebildeten Fachkräfte waren einmal Deutschlands Kapital - es ist erschreckend, was daraus geworden ist. Wie ich einmal las, gelten Ausgaben für die Volksbildung in Deutschland als Konsumausgaben - also für ein Privatvergnügen, auf das man in Zeiten knapper Kassen verzichten sollte. In den meisten anderen Ländern werden sie dagegen als Inverstitionsausgaben geführt.

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Als "Teufelskreis" wird gemeinhin ein System bezeichnet, in dem sich die einzelnen Faktoren gegenseitig verstärken und damit die Situation immer schlimmer machen.

Für "junge HIV-Bezieher", die gerade in die "soziale Hängematte" steigen, bedeutet das beispielsweise: Wegen Hartz IV muss das Auto abgeschafft werden (= kann er sich nicht mehr leisten).

Daraus wiederum folgt: Weniger Flexibilität bei der Arbeitssuche. Daraus folgt: Schlechtere Chancen zur Vermittlung. Daraus folgt: Wahrscheinlich noch länger arbeitslos. Daraus folgt: "Trainings-Maßnahmen" beim Arbeitsamt. Daraus folgt: Noch mehr Demotivation bei der Bewerbung. Daraus folgt: Noch weniger Chancen auf eine neue Arbeit. Daraus folgt: Mit der steigenden Zahl der Absagen sinkt das Selbstvertrauen und steigt die Bereitschaft, die Isolation anzunehmen. Daraus folgt: Noch weniger Chancen bei Bewerbungen. Daraus folgt: ... (das geht endlos abwärts)

Aber es wird noch schlimmer: Mangels finanziellen und sozialen Backgrounds wird Hartz IV oft auch an die Kinder vererbt, so dass ganze Generationen in diesem Teufelskreis stecken und irgendwann so tief versumpfen, dass sie ohne fremde Hilfe nicht mehr herauskommen; ganz egal, ob und wie sehr sie sich bemühen.

Damals glaubten viele wider jeden Fakt (und eigentlich auch wider besseren Wissens), dass Hartz IV eine "Motivation" sei, das ganze faule und arbeitsscheue Gesindel zur Arbeit prügeln zu können. Und auch heute noch klammern sich die lernresistenten Konservativen und Liberalen daran, wie an einen Strohhalm. Und das, obwohl wissenschaftliche Studien längst belegen: Die Chance zum Ausstieg aus Hartz IV in ein geregeltes Arbeitsleben liegt bei weniger als 1:10.000. Weniger als jeder zehntausendste Hartz-IV-Empfänger schafft dauerhaft den Ausstieg aus Hartz IV. Der Rest schafft es entweder gar nicht oder nur für kurze Zeit...

Es ist perfide, aber Hartz IV hat durchaus mit HIV (= AIDS) einiges gemeinsam, so dass die homonyme Abkürzung für beide (HIV) offenbar nicht wirklich zufällig ist:

  • Zunächst mal ist niemand vor "Ansteckung" gefeit. (Auch die Mittelschicht lernt gerade, dass weder Reihenhaus noch Leasing-Auto davor schützen, länger als ein Jahr arbeitslos zu sein; ganz besonders, wenn man auch noch nach einem Job sucht, mit dem man Reihenhaus und Auto abbezahlen und trotzdem noch leben kann.)
  • Mit fortschreitender Dauer verstärken sich die Symptome der "Krankheit" (s. o.)
  • Beide Krankheiten können an die nächste Generation weitergegeben werden.
  • Beide Krankheiten führen zur sozialen (= gesellschaftlichen) Isolation.
  • Beide Krankheiten sind tödlich (Dauer-Sozialhilfe/Hartz-IV-Empfänger haben nach einschlägigen wissenschaftlichen Studien eine 9-15 Jahre kürzere Lebenserwartung.)

präzise und fundiert dargestellt!

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Wer da mal landet, kommt nur sehr schwer wieder da raus.

Aus vielerlei Gründen. Wer mal lange Zeit Arbeitslos ist, der findet auch so schnell nichts mehr. Und die Arbeitgeber nehmen nicht gern jemanden, der lange arbeitslos ist und Hartz IV bekommt. Er hat schon lange keine tägliche Beschäftigung und hat sich daran schon zu sehr gewöhnt und die denken sich, wenn den kein anderer Arbeitgeber wollte, dann hatte das sicher auch seinen Grund.

Dann kommen auch noch teilweise auch noch doofe Verhaltensweisen dazu, wenn jemand Arbeiten will und Hartz IV bekommt, dem wird das Leben erst mal sehr schwer gemacht von der Arge. Es gibt kein Geld mehr vom Amt, obwohl man bei der Arbeit erst später Geld bekommt und wenn man einen Minijob hat, wird einem oft erst mal mehr Geld abgezogen, als man im Job überhaupt kriegt. Und nach einem Job muss man alles neu beantragen und hat dann erst mal auch kein Geld. Er einfach immer Hartz IV kassiert, dem ist sein Geld sicher. Und wer auf das Geld angewiesen ist und das am 1. des Monats und nicht erst 30 Tage später, der hat Probleme.

Auch andere Schwierigkeiten gibt es, denn für eine Arbeitsaufnahme braucht man Fahrtkosten, man braucht oft ein Auto und entsprechende Kleidung, was man alles nicht hat, wenn man mal so tief unten ist. Daran kann es dann auch schon scheitern.

Die Spirale führt halt immer weiter nach unten, jeder neue Job ist schlechter bezahlt als der alte, man wird ja auch nicht jünger und arbeitsfähiger. Der Weg nach oben hingegen wird immer seltener.

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