Tetanusimpfung - zwei Fragen

4 Antworten

Liegt die letzte aktive Immunisierung weniger als 8 Jahre zurück, dann genügt eine einzige Injektion, in diesem Fall ist ein dauerhafter Schutz gewährleistet. Bei länger zurückliegender Impfung sind 3 Injektionen nötig und bis zum vollständigen Schutz vergehen einige Wochen. Im Verletzungsfall wird deshalb eine sogenannte Simultanprophylaxe durchgeführt, es wird parallel zur ersten aktiven Immunisierung gleichzeitig eine passive Immunisierung vorgenommen, es gibt also sofort 2 Injektionen.

Ich schließe mich komplett an.

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Nun habe ich eine Verletzung, aber mein Hausarzt hat trotz mehr als 10 jährigem Zurückliegen meiner letzten Tetanusimpfung nur eine Impfspritze gegeben. Soll ich ihn auf die zweite Injektion ansprechen?

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@Ciwinchen

Offiziell heißt es, dass entweder binnen 10 Jahren eine einmalige Auffrischimpfung zu erfolgen hat oder eben danach wieder das volle Programm mit 3 Impfungen. In der Realität sieht es so aus, dann der normale Mensch binnen 10 Jahren immer irgendwelche Verletzungen unterliegt, welche die Immunisierung reaktivieren, so dass man theoretisch kaum mehr geimpft werden müsste.

Es ist vor allem eine rechtliche relevante Sache, denn solltest du jetzt tatsächlich an Wundstarrkrampf erkranken, hat der Arzt der eine Impfung nicht komplett durchgeführt hat und dich auch nicht auf mögliche Risiken hingewiesen hat ein großes Problem.

Theoretisch gibt es noch die Möglichkeit den Tetanus-Titer zu bestimmen, quasi die Konzentration deiner Antikörper gegen den Erreger - macht aber auch keiner, da die Impfung billiger kommt und von der Krankenkasse übernommen wird, die Titerbestimmung meines Wissens teurer ist und die Kosten nicht übernommen werden.

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@charis0110

Offiziell heißt es, dass entweder binnen 10 Jahren eine einmalige Auffrischimpfung zu erfolgen hat oder eben danach wieder das volle Programm mit 3 Impfungen.

Das mag früher einmal so gesehen worden sein, ist aber heutzutage nicht mehr der Stand der Impfempfehlungen. Eine Grundimmunisierung muss nicht wiederholt werden, egal, wie lange die letzte Impfung her ist.

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@Ciwinchen

Eine Auffrischungsimpfung mit Aktivimpfstoff (z.B. Tetanol) genügt vollkommen. Bei einer stark verschmutzten Wunde oder bei tiefen Riss- oder "Platz-"Wunden mit unregelmäßigen Wundrändern sollte simultan mit einem Passivimpfstoff (z.B. Tetagam) geimpft werden.

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@Djoser

Das mag früher einmal so gesehen worden sein, ist aber heutzutage nicht mehr der Stand der Impfempfehlungen.

So ist es, ich stamme halt noch aus einer anderen Zeit. :-) Habe mich inzwischen kundig gemacht, vielen Dank für den Hinweis.

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Eine einmal durchgeführte Grundimmunisierung (meist drei bis vier Impfungen in einem Jahr) muss niemals wiederholt werden. Es genügt grundsätzlich eine einmalige Auffrischungsimpfung und ggf. eine anschließende Bestimmung des Antikörpertiters. Auch wenn die letzte Tetanusimpfung schon lange zurückliegt und der Auffrischungstermin um viele Jahre versäumt wurde, reicht i.d.R. eine einmalige Auffrischung. Die Aktualisierung des Impfschutzes findet normalerweise innerhalb von zwei Wochen statt.

Genau,... speziell heißt es dazu im Impfbulletin:

Jede Impfung zählt !

Dies bedeutet, dass es grundsätzlich keine zu großen Impfabstände zwischen den Impfungen gibt.

- In der Regel muss auch bei einer für viele Jahre unterbrochenen Grundimmunisierung - z.B. gegen Diphterie, Tetanus, Poliomyelitis, Hep.B - die Impfserie nicht erneut begonnen werden.

- Eine nicht rechtzeitige gegebene Auffrischimpfung kann ebenso zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

So zu lesen seit vielen Jahren in jedem (regelmäßig neu erscheinendem) Epidemiologischen Bulletin des Robert-Koch-Institutes. Hier speziell auf S.14(28), 30/2012.

Viel wichtiger ist es also definitiv, dass bei Impfungen die Mindestabstände nicht unterschritten werden, also in zu engen Zeitabständen eine Grundimmunisierung durchgeführt wird.

Bei Auffrischimpfungen, die schneller als empfohlen erfolgen, zählen die nächsten "garantierten" 10 sicheren Jahre ab diesem Impfdatum neu. Bei deutlich zu kurzen Impfabständen sind gehäufte und stärkere Impfreaktionen zu erwarten.

Ein Beispiel aus dem Alltag: Jemand verletzt sich und ist noch nie gegen Tetanus geimpft worden. Für den "Sofortschutz" erhält er direkt wirksame Immunglobuline. Gleichzeitig beginnt man die Grundimmunisierung mit der ersten Tetanusimpfung, welche aber 14 Tage bis zur ersten Antikörperbildung benötigt (also für diese Verletzung zu spät käme, deswegen Simultanimpfung).... Die zweite Impfung ist für 4-6 Wochen später angedacht. Der Patient erscheint.... Nun müsste die dritte Impfung zur Grundimmunisierungsvervollständigung 1/2-1 Jahr später erfolgen. Der Patient erscheint nach 4 Monaten.... NEIN, das wäre zu früh.... dann vergisst es der Patient und erscheint, nachdem er eine alte Notiz gefunden hat, nach 5 Jahren. Genau jetzt wird die DRITTE Impfung gegeben und es besteht ein Impfschutz für die nächsten 10 Jahre! Und versäumt er diese 10 Jahres Frist und kommt zu seiner ersten Auffrischimpfung nach 18 Jahren, so ist wiederum nur einmal zu impfen, damit der Schutz für die nächsten 10 Jahre wieder besteht !

Warum heute immer noch so viele Mediziner diesen klaren Impfempfehlungen "zuwider" handeln, ist mir unerklärlich... sehe ich aber auch sehr häufig. Entweder ist es die mangelnde Bereitschaft, sich einmal mit der Thematik Impfung auseinander zu setzen oder es findet seine Erklärung in der Tatsache, dass es sich um eine nicht budgetierte "Einnahmequelle" handelt, da jede Impfung vergütet wird und manche Ärzte alles und jeden impfen, die nicht bei 3 auf den Bäumen ist....

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Bist Du noch durch die "erstimpfungen" vor x Jahren geschützt, so ist die Auffrischung nur eine Spritze.

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