Testament schreiben: Vorlage für ein Berliner Testament gesucht?

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Ein Berliner Testament machen Ehepaare oder eingetragene Lebenspartner gemeinsam. Sie setzen sich gegenseitig ein und können das Testament auch nur gemeinsam schreiben, ändern oder wieder auflösen. Da ja nur einer handschriftlich schreiben kann, muss der andere einen Satz drunter setzen, dass dies auch sein Wille ist. Beide unterschreiben dann mit Ort, Datum und vollem Namen.

Das Berliner Testament kann allerdings eventuell gerade zu Problemen führen:

  • für den Moment, in dem einer von beiden stirbt, erbt der Partner alleine. Pflichtteil für die Kinder ist also zu dem Zeitpunkt ausgeschlossen, was juristisch kritisch ist. Eigentlich könnte dieser Punkt Probleme geben, z.B. wenn ein Kind seinen Pflichtteil juristisch erstreitet, der verwitwete Ehegatte aber nicht in der Lage ist, dieses Kind auszuzahlen. Das ist das eine Problem (niemand kann in die Zukunft gucken).

  • Das andere: was ist, wenn beide relativ zeitgleich sterben? Dann ist es nicht geregelt, wie sie das Erbe gern auf die Kinder aufgeteilt hätten.

Natürlich kann man in einem Berliner Testament auch auf diese beiden Punkte eingehen und regeln, wie es dann sein soll. Es gibt zwar Muster, die du sicher findest, wenn du googelst. Aber gerade beim "Berliner Testament" macht es wirklich Sinn, wenn sich deine Eltern mit einem Notar beraten (sooo teuer ist das nicht).

Der Pflichtteil ist dann gerade nicht ausgeschlossen. Gesetzliche Erben können immer den Pflichtteil verlangen, soweit sie nicht erbunwürdig sind.

Und es gibt auch keine Unklarheiten für den Fall, dass beide Ehegatten "relativ zeitgleich" sterben. Mal ganz von der Frage ab, was du damit meinst, nach dem Tod des letztversterbenden Ehegattten, wenn kein Testament vorhanden ist, die gesetzliche Erbfolge.

Sollten die Ehegatten zeitgleich versterben, wird der jeweils andere bei der gesetzlichen Erbfolge so behandelt, als würde er nicht leben. In der Praxis sieht es dann so aus, dass in den jeweiligen Erbscheinen nur die Kinder als gesetzliche Erben mit ihren Quoten aufgeführt sind. Wennn nicht bewiesen werden kann, welcher Ehegatte den anderen überlebt hat, hilft § 11 Verschollenheitsgesetz.

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@dibblribbl

dibblribbl, da hast du mich falsch verstanden. Ich meine nicht die Gesetze, sondern die (vermeidbaren) Schwierigkeiten.

Mit "Pflichtteil ausgeschlossen" meine ich ein Berliner Testament, bei dem sich ja die Ehegatten gegenseitig einsetzen. Obwohl es die Pflichteils-Regelungen gibt. Will ein Kind seinen Pflichtteil trotzdem, ist das juristisch in Ordnung, aber es muss ihn dann fordern oder einklagen (und gerade das ist doch etwas, was unangenehm ist und eigentlich so von niemandem gewollt wurde und wird).

Soll bewußt so eine Forderung ausgeschlossen werden, muss das Testament wirklich mit einem Notar beraten werden. Meist ist es aber eher so, dass den Erblassern dieser Umstand überhaupt nicht so richtig klar war.

Dass auch die andere Situation (z.B. Flugzeugabsturz) juristisch genau geklärt ist, das ist völlig richtig, ich weiß das. Aber auch dazu meine ich nicht die Gesetze selbst, sondern die Schwierigkeiten, die die Lebenden bekommen könnten und dass diese Umstände leicht vermeidbar sind. Darum geht es mir.

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Wenn Dein Vater ein Testament schreiben möchte, kann er das ganz einfach tun, in dem er Zettel und Stift nimmt; das Blatt datiert,´Testament´ oder ´Letzter Wille´ oben aufschreibt, seine Wünsche dort aufführt und es unterschreibt. In der Regel wird ein Testament handschriftlich verfasst- kann aber auch getippt werden, sofern die relevanten Dinge wie Datum, Unterschrift und ´Testament´ dort aufgeführt sind.

Alternativ kann er natürlich auch zum Notar gehen, dort mit ihm gemeinsam ein Testament verfassen und den Notar alles weitere erledigen lassen, wie die Hinterlegung beim zuständigen Amtsgericht beispielsweise (das ist kein ´muss´, garantiert aber, das das Testament später nicht ´verschütt´ geht.)

Ahso, hab ich vergessen- das Berliner Testament ist in der Regel gar nicht die optimalste Lösung, ich hab Dir das bei Wiki mal rausgesucht und kopier´ Dir das hier rein:

Aus steuerlichen Gesichtspunkten ist das Berliner Testament allerdings oft nicht vorteilhaft gegenüber anders gestalteten Testamenten mit gleicher Zielsetzung, da die Freibeträge der Kinder nicht ausgenutzt werden. So kann es bei größeren Vermögen passieren, dass Vermögensteile beim Übergang auf den überlebenden Ehegatten und erneut beim Übergang auf die Kinder besteuert werden. Falls Immobilien (oder ähnliches) vorhanden sind, kann es günstiger sein, dies den Kindern (ggf. teilweise) schon beim Tod des ersten Ehegatten zu vererben und dem überlebenden Ehepartner ein Nießbrauchrecht einzuräumen.

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@bestatterhh

^^ ist noch früh... noch etwas vergessen:

Es ist nicht das sinnvoll, eventuelle Bestattungsangelegenheiten im Testament aufzuführen, da das Testament in der Regel meist nach der Bestattung geöffnet wird.

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Maschinengeschriebene Testamente sind formnichtig! Wenn man es nicht genau weiß, sollte man sich zu solchen erbrechtlich relevanten Dingen nicht äußern. Dies ergibt sich aus § 2247 Abs. 1 BGB. Anderes gilt nur bei notariellen Testamenten (öffentliche Testamente in Sicht des § 2232 BGB).

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