Terrorist oder Anhänger einer Glaubensrichtung?

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4 Antworten

Der Wahhabismus:

,,Der Wahhasimus ist eine Splittergruppe der Hanbaliten (die Hanbaliten sind eine der vier Rechtsschulen des Islam, benannt nach Ahmad Ibn.Hanbal).
Gegründet im 18. Jh. n.Chr. von Muhammad ibn Abd al-Wahhab ist diese Bewegung von der Saudi-Dynastie übernommen worden. Das wahhabitische Selbstverständnis wird in der Staatsflagge Saudi-Arabiens deutlich, in der das Glaubensbekenntnis [schahada] des Islam mit einem Schwert kombiniert wird, was von allen anderen Richtungen des Islam abgelehnt wird.
Die Wahhabiten betrachten Ibn Abd al-Wahhab jedoch nicht als Gründergestalt, sondern als wichtige Autorität in der Auslegung der ursprünglichen Lehre des Islam. Die Anhänger Ibn Abd al-Wahhabs nehmen für sich in Anspruch, die islamische Lehre authentisch zu vertreten unter Ausschluss aller anderen. Die Wahhabiten erklären viele andere Muslime zu Abweichlern und Schiiten gar zu Nichtmuslimen. Gleichzeitig lehnt der Wahhabismus die Mystik ab. Die meisten Wahhabiten, die sich neuerdings
Salafiten nennen, gibt es in Saudi-Arabien.
Laut wahhabitischer Lehre ist nicht nur alles verboten, was gemäß Heiligem Qur'an oder Überlieferung verboten ist, sondern auch jede Handlung oder Situation, die zu einer solchen verbotenen Tat führen könnte. Mit derartigen Verrenkungen des Islamischen Rechts [scharia] ist Saudi-Arabien das einzige Land der Welt, in dem Frauen kein Auto fahren dürfen. Lange Zeit waren uneingeschränkt Musik und Fernsehen verboten, da sie einen schlechten Einfluss darstellen könnten. Auch das Bilder- und Fotoverbot wurde lange Zeit sehr strikt gehandhabt, obwohl gleichzeitig das Passfoto pflicht war. Glaubensauffassungen, die mit dem Wahhabismus nicht vereinbar sind, erscheinen Wahhabiten schnell als unislamisch, was ihnen in der Gesamtheit der muslimischen Gemeinschaft den Ruf der Intoleranz und des Fanatismus eingebracht hat. Eine der Eigenheiten des wahhabitischen Systems ist in Saudi-Arabien beobachtbar und mündet in eine Religionspolizei, die zu Gebetszeiten die Passanten zum Gebet zwingt, was von allen anderenRechtsschulen als unislamisch abgelehnt wird. Die Wahhabiten schließen unter anderem auch den Besuch der Gräber aus,weshalb sie zahllose Gräber von gesegneten Gefährten des Prophet Muhammad (s.) verfallen ließen oder gar selbst zerstörten. Durch große finanzielle Aufwendungen wurden derartige Gedanken im 20 Jh. auch in die anderen Rechtsschulen hineingetragen. Imam Chomeini hat in seinem Testament den Wahhabismus als "anti-qur'anische basislose Religion" bezeichnet."

Also das ist der erstmal Wahbabismus.

Kommen wir zu Saudi-Arabien:

Jürgen Todenhöfer

27. September 2015

·

,,Aufruf an den König von Saudi-Arabien: "STOPPEN SIE DAS GEPLANTE KÖPFEN UND KREUZIGEN DES 20-JÄHRIGEN ALI AL-NIMR!"

Liebe Freunde, bitte unterstützt diesen Aufruf, teilt ihn und helft
mit, die drohende Vollstreckung dieses Willkür-Urteils zu verhindern!
Allein 2015 hat die saudische Führung fast 140 Menschen hinrichten, vor
allem köpfen lassen. Trotz barbarischer Menschenrechts-Politik und trotz
Unterstützung des internationalen Terrorismus ist Saudi-Arabien jetzt
Vorsitzender eines Beratergremiums des UN-Menschenrechts-Ausschusses
geworden. Und wird von uns mit Kriegswaffen unterstützt. Unsere Welt
darf nicht zur Irrenanstalt verkommen. Sonst wird demnächst auch der IS
Menschenrechts-Berater. Dem rigorosen Wahabismus des saudischen
Herrscherhauses hängt weltweit nur eine winzige Minderheit der 1.6
Milliarden Muslime an. Er ist nicht repräsentativ für den gerechten und
toleranten Islam unserer Welt.
Doch er verfinstert sein Bild. Zur Freude
aller Islamfeinde. Auch deshalb müssen wir klare Kante zeigen. Ali
Al-Nimr war zum Zeitpunkt der "Tat" 17 Jahre alt. Ein demonstrierender
Jugendlicher. Islam ist Barmherzigkeit. "Wo ist Ihre Barmherzigkeit,
König Salman?" Euer JT"

Wie erklärt sich die Stärke des IS? Welche Unterstützung und Finanzierung erhält er von außerhalb? (Frage an Jürgen Todenhöfer)

Todenhöfer: ,,Es gibt ein Papier des US-Geheimdienstes DIA vom August
2012, in dem im Kern drei Punkte stehen: 1. der Aufstand in Syrien wird
nicht von “gemäßigten”, demokratiefreundlichen Rebellen getragen,
sondern von Extremisten und Terroristen, 2. einige arabische Staaten und
der Westen haben sich zum Ziel gesetzt, im Osten Syriens ein
„salafistisches Hoheitsgebiet“ zu schaffen mit dem Ziel, Assad zu
isolieren und Syrien von dem schiitischen Vormarsch im Irak und dem
schiitischen Einfluss im Iran abzuschneiden und 3. bringe dies die
Gefahr mit sich, dass auch im Irak ein irakisch-syrischer islamischer
Staat ausgerufen werde."


Und so erklärt sich auch die Finanzierung des IS?

Todenhöfer: ,,Unter anderem. In den letzten drei Jahren sind so viele
Waffenlieferungen und Geldspenden aus Saudi-Arabien, den
Golf-Monarchien, aus Katar und der Türkei nach Syrien gegangen, dass man
nur den Kopf schütteln kann. Auch aus Europa. Einen Großteil hat der IS
sich inzwischen erbeutet oder auf dem Schwarzmarkt gekauft. Die
Munition kaufte der IS übrigens fast ausschließlich von der vom Westen
unterstützten Freien Syrischen Armee. Dazu kommen noch die Gelder aus
Saudi Arabien und den Golfstaaten,
sowie die Kriegsbeute des IS und
natürlich seine Ölverkäufe. Der IS macht damit Millionen."

,,Saudi-Arabien ist ein extremistisches Land. Die Luxusausgabe des IS.
In Saudi-Arabien wird nach den selben Regeln ausgepeitscht, die Hand
abgeschnitten, gesteinigt, (mit dem Schwert) geköpft wie im ‚IslamischenStaat‘. Fast 40 Menschen wurden allein in diesem Jahr enthauptet. Von den regelmäßigen Terror-Stipendien nach Syrien und Irak ganz zu schweigen.
Und dieses Land nennen unsere Politiker „Sicherheitspartner“
und „Stabilitätsanker“! Irgendwie darf alles nicht wahr sein. Ich werde nie kritisieren, dass Gabriel mit der Regierung Saudi-Arabiens
spricht. Das ist immer sinnvoll. Ich habe mich auch mit dem alten
saudischen König Faisal getroffen.

Aber ich kritisiere alle deutschen Waffenlieferungen in Krisengebiete und an Terrorsponsoren."

_______________________________________________________________

Alle saudi-arabischen Könige, welche die folgenden Punkte befürworten und fördern, sind in meinen Augen auf ihrem Weg die Religion aus zuüben falsch und in manchen Punkten (also wenn sie diese befürworten) Terroristen.

1.  Im Islam ist es keinem Muslim gestattet einen anderen Muslim einer anderen Glaubensrichtung der vier Rechtsschullen als nicht gläubig zu bezeichnen. =>,,Die Wahhabiten erklären viele andere Muslime zu Abweichlern und Schiiten gar zu Nichtmuslimen."

2. Man darf im Islam keinen Menschen zum Glauben zwingen. =>,,Eine der Eigenheiten des wahhabitischen Systems ist in Saudi-Arabien
beobachtbar und mündet in eine Religionspolizei, die zu Gebetszeiten die Passanten zum Gebet zwingt, was von allen anderen Rechtsschulen als unislamisch abgelehnt wird.

3. Islam beteuted nicht Krieg. =>,,Das wahhabitische Selbstverständnis wird in der Staatsflagge Saudi-Arabiens deutlich, in der das  Glaubensbekenntnis [schahada] des Islam mit einem Schwert kombiniert wird, was von allen anderen Richtungen des Islam abgelehnt wird."

4. Wenn große islamische Theologen wie al-Ghazali den Islam mit der Mystik aneinander gebrachthaben und dies auch vernünftigt wiederlegt haben sollte man wenn man die Mystik balehnt dies auch begründen können. =>,,Gleichzeitig lehnt der Wahhabismus die Mystik ab."

5. Finanzierung von Terror. => ,,Unter anderem. In den letzten drei Jahren sind so viele Waffenlieferungen und Geldspenden ausSaudi-Arabien, (...) nach Syrien gegangen, dass man nur den Kopf schütteln kann."

6. Missachtung der islamischen Rechte und der Grundrechte eines Menschen. => ,,Saudi-Arabien ist ein extremistisches Land. Die Luxusausgabe des IS. In Saudi-Arabien wird nach den selben Regeln ausgepeitscht, die Hand abgeschnitten,
gesteinigt, (mit dem Schwert) geköpft wie im ‚IslamischenStaat‘. Fast
40 Menschen wurden allein in diesem Jahr enthauptet. Von den
regelmäßigen Terror-Stipendien nach Syrien und Irak ganz zu schweigen.

.........

 

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Ein Terrorist wird man durch Unterstützung von Terror und Gewalt. Nicht dadurch dass man einer Lehre anhängt, die sich für einzig richtig hält. Es gibt in jeder Religion Strömungen, die davon überzeugt sind, dass alle Ungläubigen verloren sind. Nur wer deswegen zu den Waffen greift oder dazu aufruft und Menschen, die gewaltbereit sind, unterstützt, ist ein Terrorist.

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Terror hat keine Religion, also nein-wer du dich dem Glauben anschließt Sprengst du dich ja nicht automatisch in die Luft :)

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sorry , das Video

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