Terrasse stürzte ein, weil Baustopp angeordnet wurde... Wer übernimmt den Schaden?

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2 Antworten

Ist die Gemeinde denn überhaupt Bauaufsichtsbehörde? Baueinstellungen müssen schriftlich erfolgen bzw. bestätigt werden, und zwar von der Gemeinde nur dann, wenn sie auch Bauaufsichtsbehörde ist.

Der Baukontrolleur muss so fachkundig sein, dass er Gefahrenzustände erkennt und nicht durch Einstellung der Bauarbeiten verursacht. Er hätte also anordnen müssen, welche Arbeiten zur Sicherung noch gemacht werden müssen. Wenn das nicht fachgerecht erfolgt ist, haftet die Bauaufsicht für Schäden.

Freilich muss sich der Bauherr auch eine Mitschuld anrechnen lassen, denn er hat ja die gefährlichen Bauzustände verursacht.

Die Sache ist also generell nicht zu beantworten; es kommt auch darauf an, was bewiesen werden kann. Zumindest sollte der Bauiherr behaupten, nicht weitergebaut zu haben, sondern nur Sicherungsarbeiten ausgeführt zu haben. Das ist seine einzige Chance, wenn er das nachweisen kann.

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Kommentar von catsch
08.10.2011, 21:23

Vielen lieben Dank, für deine sehr rasche und informative Antwort! Ja unsere Gemeinde ist Bauaufsichtsbehörde und wir wurden schriftlich informiert, dass unsere Umbauarbeiten gestoppt werden müssen. Mein Vater setzte sich mit der Gemeinde in Verbindung und leitete alles ein, um sobald als möglich weiterarbeiten zu können. Und um ein Einstürzen zu verhindern unternahm er selbst Sicherungsmaßnahmen, die uns aber immer und immer wieder verboten wurden. Also Gefahrenzustände wurden von der Bauaufsichtsbehörde keineswegs wahrgenommen.

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Wenn Du dich nicht schriftlich dagegen gewehrt hast und auf die Gefahr des Einsturzes darauf hingewiesen hast, wirst Du vermutlich keine Chance haben. Vermutung: Bei der gemeinsamen Besprechung vor Ort kam man überein, dass keine Einsturzgefahr bestand. =>Pech gehabt.

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Kommentar von catsch
08.10.2011, 15:56

Danke für deine Antwort! Tatsache ist ja, dass nun alles eingestürzt ist. Darauf hingewiesen haben wir schon, aber nicht schriftlich...

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Kommentar von Seehausen
08.10.2011, 17:31

Baueinstellungen kann man auch mündlich machen; sie müssen nur schriftlich bestätigt werden. So einfach ist die Sache nicht; undf die Vermutung einer einvernehmlichen Übereinkunft ist im bauaufsichtlichen Vollzug naiv. Es kommt dabei vielmehr allein auf die Sachkunde des Baukontrolleurs an, der dann auch haftet.

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