Termin beim Psychiater - Cannabis?

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9 Antworten

Ich finde es sehr gut, dass du deiner Psychiaterin von deinem Cannabiskonsum erzählen willst. Ehrlichkeit und Vertrauen sind elementare Grundsteine jeder Psychotherapie.

Die Angst vor Menschenmassen ist ein bekanntes Phänomen von Angststörungen, Ärzte und Psychotherapeuten nennen es Agoraphobie.

Das Antidepressiva helfen kenne ich zu gut. Gegen Angststörungen werden meistens Medikamente aus der Gruppe der SSRI und SSNRI-Antidepressiva verschrieben (z.B. Sertralin, Venlafaxin etc.).

Gegen Depressionen ebenfalls. Dass hingegen sedierende Antidepressiva gegen Angststörungen helfen ist mir neu. Normalerweise werden diese nur gegen Depressionen mit starken Schlafstörungen verordnet.

Der Cannabiskonsum hat Vor- und Nachteile. Kurzfristig schafft er meist Erleichterung, langfristig jedoch kann es zu einem Rebound-Effekt kommen. Rebound heisst, dass die ursprünglichen Beschweren in verstärkter Form zurückkommen. Dies war u.a. bei mir der Fall und ich bin nicht der Einzige. In der Klinik habe ich viele Menschen getroffen, denen es ähnlich erging. Schlussendlich ist es an dir abzuwägen, ob du das Risiko eingehen willst oder nicht.

Ich persönlich habe Depressionen und eine Angststörung (Panikattacken). Habe wie du unzählige Medikamente durch und als alles nichts half sogar eine EKT (Elektro-Krampf-Therapie).

Psychiater (und darüber hinaus: Psychotherapeuten) sind stark daran interessiert, vom Patienten eine ZUTREFFENDE Schilderungen seiner Situation zu bekommen!
Je ehrlicher, umso besser!  (Bei einer Zwangsbegutachtung gilt das natürlich nur mit Einschränkungen)
Alles andere ist ein Risiko hinsichtlich einer erfolgreichen Behandlung.

Dein Psychiater sollte dem ganzen etwas aufgeschlossen gegenüber stehen. Denn es ist sicher nicht das erste Mal, dass so ein Fall behandelt wird. Wenn ausserdem aktiv Besserung deutlich werden ,würde ich sagen, spricht nichts dagegen die Behandlung weiterhin so durchzuführen, jedoch auf einem mehr legalen Weg (Kauf des Stoffes). Prinzipiell hast du nur die Gefahr, dass dein Psychiater dich des öfteren mit diesem Thema konfrontiert ,da er unter Schweigepflicht steht. Ich wünsche dir das du wieder zurück ins Leben findest, weil ich es wirklich bedauere wenn es Menschen nicht gut geht, weil sie einem Gesellschaftlichen Druck unterlegen sind. Was dir vielleicht hilft (ich bin kein Fachmann) ist, dass du dir bewusst wirst warum du so handelst wie du es momentan machst. Versuche Menschen zu vertrauen, es ist manchmal schwer aber durch vertrauen bauen sich gesunde menschliche Beziehungen auf. Jedoch empfehle ich dir es mal zu Versuchen als Beobachter in den Kontakt mit Menschen zu begeben. Du wirst automatisch aufmerksamkeit auf dich ziehen jedoch kannst du durch die Beobachter Rolle die Beziehung zu Mitmenschen besser kontrollieren, weil du mehr Eindrücke sammelst bevor du dich Menschen näherst. Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen. Viel Erfolg

monsterbacke92 21.01.2017, 22:14

Der legale Weg wäre mir auch lieber - wobei ich aktuell einfach nur schaue, dass es mir besser geht - so auch auf nicht legalem Wege.

Ich stehe mit Menschen im Kontakt, allerdings nur über das Internet. Wir sprechen dort eig täglich und es ist für mich eine gute Möglichkeit, um die Distanz zu bewahren, die ich brauche.

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Mach dir da mal keinen Kopf. Psychiater sind wie alle Ärzte zur Verschwiegenheit verpflichtet. Da wird dir keiner ne Anzeige oder ein Elterngespräch auf den Hals hetzen.

Ich konsumiere auch ab und an Cannabis aus medizinischen Gründen und meine Therapeutin steht voll dahinter. Allerdings weiß sie auch, dass ich sehr verantwortungsbewusst generell mit Medikamenten umgehe. Wäre also gut, wenn deine Psychiaterin dich ebenso erlebt und sicher sein kann, dass du dir selbst nicht damit schadest.

monsterbacke92 20.01.2017, 20:18

Ich gehe davon aus, dass sie mich für verantwortungsbewusst hält. Wüsste zumindest nicht, warum sie es nicht tun sollte ;)

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Erzählen solltest du es auf jeden Fall. Wie sie darauf reagiert, hängt wohl von ihrer Einstellung zu Cannabis ab und von deinem Konsumverhalten. Generell werden Behandler im psychischen Bereich bei so was sehr schnell hellhörig und wittern Sucht oder Suchtgegahr. Du solltest dir überlegen, was du darauf antworten willst und ob das für dich vielleicht sogar ein Thema ist, oder werden könnte. Solltest du im Laufe der Zeit eine Sucht entwickeln, hast du noch ein Problem mehr an der Backe.

Ansonsten wird sie sich sicherlich darauf hinweisen, dass Cannabis psychische Probleme verstärken oder sogar zusätzlich auslösen kann, z. B. Psychosen.

Ich kann mir vorstellen, dass es dir jetzt hilft, aber es ist ein Spiel mit dem Feuer. Überlege dir, ob du das willst.

Hallo,

erzählen solltest du es auf jeden Fall. Ob deine Psychiaterin das gut findet oder nicht, hängt natürlich von ihrer privaten Meinung zu Cannabis ab. Fakt ist, dass Cannabiskonsum nicht strafbar ist und sie außerdem der Schweigepflicht unterliegt. Aus dieser Richtung kann nichts passieren.

Sie sollte sich außerdem mal Gedanken machen, wie es sein kann, dass man mit 17 Antidepressiva an dir herumdoktort und du erst anfangen musst zu kiffen, damit es dir besser geht.

Ich habe kürzlich gelesen, dass man Cannabis in Deutschland jetzt auch auf Rezept bekommen kann und die Kosten dafür sogar von den Krankenkassen übernommen werden, inwieweit das auch für psychische Erkrankungen wie deine gilt, weiß ich leider nicht.

Vielleicht kann dir deine Ärztin da weiterhelfen.

putzfee1 20.01.2017, 18:29

Ich habe kürzlich gelesen, dass man Cannabis in Deutschland jetzt auch auf Rezept bekommen kann 

Gilt aber erst ab März.

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Crackchet 20.01.2017, 18:30

Dem kann ich nur voll zustimmen :D

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monsterbacke92 20.01.2017, 20:06

Okay, dachte dass sie eventuell jeglicher Art handeln muss - denn das Cannabis ist ja nicht -haha- von den Bäumen gefallen.

Die 17 Medis habe ich in einem Zeitraum von 7 Jahren genommen. Zwischendurch immer wieder Pausen gemacht und die Medikamente getauscht. Nach dem 17ten hab ich dann wieder ein altes Medikament verschrieben bekommen, welches ich nur wegen der Dosierung absetzen musste. Musste die Dosis nach einer gewissen zeit immer erhöhen, damit es noch Wirkung hatte. Nur war die Dosis dann irgendwann zu hoch für mein Gewicht. Hab stärkeres Untergewicht (BMI 16,2-16,6) obwohl ich wohl mittlerweile etwas zugelegt hab. Wobei ich das nicht weiß, da keine Waage ;)

Werde das mal mit der Psychiaterin besprechen und schauen, was ihr Vorschlag ist. Auf Medikamente würde ich gerne verzichten. War über dem Tag dann immer so drauf, was ich so stark selbst nach dem Cannabiskonsum nicht habe.

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Die Psychiater stehen unter der Schweigepflicht. Die dürften hören bestens was zur Polizei sagen, wenn unmittelbare Gefahr droht. Sowas.wie du sagst du willst dir morgen was antun. Dann muss dein Psychiater handeln. Ansonsten darf er es nicht. Und evtl kannst du es ja auch auf Rezept bekommen. Dann brauchst du dir über er den Konsum auch keine Gedanken.mehr zu machen.

ich mag das ganze nicht beurteilen. Das wird er Psychiater hoffentlich tun.

Ich würde das allerdings ansprechen!

Angst vor Konsequenzen brauchst du nicht haben.

Ich habe meinem Psychiater gefragt, wie das ist, wenn ich Anti-Depressiva nehme und dann kiffe. Er hat dazu gar nichts gesagt. Also er hat die Frage beantwortet, mehr auch nicht. 

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