Teleskop-Filter am Okular oder am Tubus?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo noname68!

Filter für die Beobachtung der Sonne gehören ausschließlich am Tubus angebracht. Dabei ist auf eine rundweg sichere, stabile Befestigung VOR dem Objektiv zu achten.

Sucherfernrohre nimmt man bei Sonnenbeobachtung ab (oder versieht sie mit einem Deckel).

Selbst in einem ("nur") 70 mm-Teleskop ist das Sonnenlicht schon ungemein verstärkt. Ein Okularfilter kann aufgrund der Hitzeentwicklung durch die Sonnenstrahlung ohne jegliche Vorwarnung springen. Eine sofortige Erblindung oder schwerste Netzhautverletzung wäre die Folge, da selbst der (schnelle) Lidschlussreflex des Auges nicht schnell genug ist und hier dieses nicht zu schützen vermag.

Alles Gesagte ist keine Übertreibung!

Dass Okularfilter für Sonnenbeobachtung noch verkauft werden dürfen, ist an sich als grob fahrlässig zu bezeichnen.

LG

Deinen Beitrag, lieber Astronom, sollte sich jeder, der mit dem Gedanken einer derartigen Sonnenbeobachtung spielt, sehr genau durchlesen.

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@Greenlitchi

Danke, Greenlitchi,

Die Sache ist wirklich nicht ungefährlich, da die Sonne (verstärkt mit dem Quadrat der Öffnung) ungemein viel Energie transportiert.

Mit etwas solider Vorbereitung und Vorsicht aber andererseits kein Problem.

LG

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Danke für das Sternchen!

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Hallo noname68,

wenn dir mal ein Sonnenfilter für Okulare in die Hände fällt, dann schlag am besten mit dem Hammer drauf! Kein Witz - die Dinger sind echt gefährlich und ich frage mich, warum die noch vertrieben werden.

Filter für Okulare sind gefährlich weil sie in unmittelbarer Nähe des Brennpunktes eines Teleskops liegen und somit den gebündelten Lichtstrahlen schutzlos ausgeliefert sind. Solch einer Hitzeentwicklung können die nicht standhalten und besteht die sehr große Gefahr, dass sie springen. Der Lidschluss des Auges ist nicht schnell genug um gravierende Schäden auf der Netzhaut oder gar Erblindungen zu verhindern.

Die eindeutig bessere Wahl wäre ein Filter welcher vor die Öffnung des Teleskops gesetzt wird. Hier gibt es Sonnenfilter aus Glas und Sonnenfilterfolie für den Selbstbau eines Filters. Ich würde die Folie empfehlen. Der Glassonnenfilter fällt dir runter, es macht "PENG" und du hast nur noch nen Haufen Scherben. Außerdem muss ein Glassonnenfilter perfekt verarbeitet sein da du sonst jede Unebenheit mit vergrößerst.

Folie ist auch günstiger ;-)

Bei deinem Vorhaben musst du aber auch auf die verschiedenen Stärken der Folie achten. Es gibt Folie in der Stärke 3,8 und Folie in der Stärke 5,0! Die 3,8er ist ausschließlich für die Fotografie gedacht, die 5,0er ist für die visuelle Beobachtung gedacht. Diese lässt nur 1/100.000 des ursprünglichen Lichts durch - der Rest wird reflektiert.

Diese Folie hier wird oft empfohlen: http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p545_Baader-Astro-Solar-Filterfolie---Visuell---50cm-x-49cm-fuer-Sonnenbeobachtung.html

Übrigens auch gleich mit Bastelanleitung!

Es ist unbedingt drauf zu achten, dass der Filter ABSOLUT FEST vor dem Tubus sitzt und nicht durch ungewollte Berührungen oder Windböen runterfällt.

Was man noch machen kann wäre der zusätzliche Einsatz eines Farb-Okularfilters damit man die Sonne farbig beobachten kann.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Basteln sowie beim Beobachten...

Danke, sehr hilfreich! :-)

Aber ich frage mich, warum ein Hersteller (Filter oder Tubus bei Zubehör) solche risikoreichen Teile überhaupt herstellen und verkauf(t)en. Diese Erkenntnisse sind doch nicht neu. Ich habe sie schon verschiedentlich als Zubehör bei angebotenen (gebrauchten) Teleskopen gesehen.

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@noname68

Tja, heutzutage zählen wohl die Einnahmen von verkauften Okularfiltern mehr als das Augenlicht der Leute :-(

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Welches Teleskop wäre gut geeignet für mich?

Hi, ich habe mich in letzter Zeit viel mit Teleskopen und auch in letzter Zeit fast nur mit Astrofotografie beschäftigt.

Ich verwende dazu momentan einen 70/350 Refraktor, mit dem ich immer wieder zufriedenstellende Aufnahmen mit einem Digiscoping-Adapter und meinem LG G5 (mit Langzeitbelichtung bis 30 Sekunden) anfertigen konnte. Weniger gut klargekommen bin ich mit meinem Maksutov- Teleskop, das mit 90mm Durchmesser und 1250mm Brennweite und starker Vergrößerung sehr lichtschwach ist. Da ich das Gefühl habe das Potential beider Teleskope voll ausgeschöpft zu haben, wird es nun mal wieder Zeit mir ein neues Teleskop zuzulegen. Fotografieren möchte ich vor allem: Galaxien, Sternhaufen und auch sehr gern planetarische Nebel

Ich hatte mir mal ein 8 Zoll Newtonteleskop zugelegt aber ich kam damit nicht klar, weil es für meine Eq-5 zu schwer war und mich der Aufbau inklusive Kollimation circa 1-2 Stunden gedauert hat...

Mein Budget wäre 650€ .. (unter Umständen auch etwas mehr)(Montierung Skywatcher EQ5 besitze ich schon)

Was würdet ihr mir empfehlen für die Astrofotografie? Brauche ich dringend eine DSLR oder genügt die Langzeitbelichtung vom Handy bis 30 Sekunden ... (Siehe Bild!) Falls eine DSLR notwendig ist, bitte ich euch um Vorschläge für gute Kombinationen aus DSLR und Teleskop (zusammen unter 700€... DSLR natürlich gebraucht)

(In Erwägung gezogen hätte ich vor allem: Skywatcher 80/600 ED Apo Pro // Skywatcher AC 150/600 // oder eventuell ein 6 Zoll Spiegelteleskop, wobei ich sehr ungern kollimiere...) Macht einfach Vorschläge was ihr persönlich empfehlen würdet für Galaxien, Sternhaufen und planetarische Nebel ... Maksutov? Cassegrain? AC-Refraktor? APO-Refraktor? Ritchey Chretièn? (Newton Reflektoren ... eher ungern, wegen Kollimation)

Danke schon mal im Vorraus für eure Ratschläge! :)

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