Telekom vor Gericht wegen Drosselung, aber Mobilfunkanbieter nicht?

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5 Antworten

Ist echt ne gute Frage. Ich kanns zwar selber nicht 100%ig erklären, aber ich denke mal, dass es daran liegt, dass Hausanschlüsse einfach viel höhere Kapazitäten haben, als Mobilfunkverbindungen. Bei nem DSL-Anschluss macht es also nicht so viel aus, wenn jemand ständig was runterlädt. Beim Handynetz werden ja quasi alle Handys, die am gleichen Handymast angemeldet sind über ein einziges Kabel mit Daten versorgt. Bei DSL hat jede Wohnung ihr eigenes Kabel. Bei Handys wird also sichergestellt, dass die Leute, die noch Volumen übrig haben schnell surfen können, weil andere schon gedrosselt werden und dadurch nicht so viel Bandbreite wegnehmen.

Es geht bei der Telekom eher darum, dass sie ihre eigenen Dienste, wie zB Entertain bei der Datenmenge ausnehmen, andere Sachen wie Youtube und andere Streaming Portale nicht. Bei Mobilfunkanbietern gilt die Datenbegrenzung immer für Alles. Das ist der Unterschied, die reine Drosselung kann der Telekom niemand verbieten.

Sollte sich die Entscheidung des Kölner Landgerichts auch auf den Mobilfunk ausweiten lassen, indem beispielsweise Verbraucherschützer auch hier klagen, würde ein ähnliches Urteil das gesamte Tarifgefüge der Branche durcheinander bringen.

Diese Tragweite ist wohl auch dem Gericht bewusst. In seiner Mitteilung bezieht es sich daher ausdrücklich auf "Internetzugänge über das Festnetz".

http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article121360278/Gericht-verbietet-der-Telekom-DSL-Drosselung.html

Wutklumpen 02.12.2013, 12:08

Da die Verbraucherzentrale hinsichtlich des Produktnamens "Flatrate" bedenken hat, und das so auch vom gericht aufgefasst wurde, brauchen die Anbieter also nichts weiter zu tun, als den Namen Flatrate aus den Angeboten zu entfernen. Die Schlupflöcher sind hier einfach zu groß, weil im Prinzip alles vom Namen abhängt.

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Ich würde hier weg vom Namen des Produkts hin zu den technsichen Aspekten. Mobiles Internet steigert die Last im mobilen Netz, vermutlich auf kosten der Netzqualität, Netzstabilität und der Netzkapazität. Damit diese Kernpunkte,die für den Betrieb sehr wichtig sind, gesichert werden können, geht das wohl nur über Drosselung. Ein Ausbau aufgrund fluktuierender Nutzung wäre einfach zu teuer. Die Hausanschlüsse über Kabel und DSL sind aber fest integriert. Das Kabelnetz muss das ab können.

Der eigentliche Kritikpunkt and der Geschichte ist ja nicht das begrenzte Datenkontigent, sondern dass die Telekom eigenhändig bestimmt, für welche Webservices "Datenguthaben" verbaucht wird, und für welchen nicht. Das ist im mobilene Netz nicht so. Hier wird jedes übertragene Byte dem Datenvolumen abgezogen.

Jetzt müssen sich einige datentransferlastige Unternehmen bei der Telekom einkaufen, damit diese ebenfalls in den erlesenen Kreis der "nicht Datenvolumen-Verbaucher" aufgenomen werden, und die Nutzer weiter mit Vollspeed arbeiten können.

Dabei wird aber ganz dick und fett angegeben, ab welcher Datenmenge gedrosselt wird.

Das ganze hat einen sinnvollen Hintergrund: Würde nicht gedrosselt werden, wäre das Netz regelmäßig überlastet, da ein Mobilfunkmast nur eine bestimmte Bandbreite liefern kann.

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