Teilzeitkraft

4 Antworten

Hallo Jenny,

Der Betriebsurlaub selbst ist rechtens, den kann ein Unternehmen anordnen. Nur muss er mit Überstunden verrechnet oder auf einem Zeitwertkonto festgehalten werden. Ein unbezahlter Betriebsurlaub ist nur dann zulässig, wenn du damit einverstanden bist. Ausführlicher: http://www.arbeitsratgeber.com/betriebsferien/

Das ist übrigens unabhängig davon, ob du Teilzeit- oder Vollzeitkraft bist. Das Problem bei dir könnte nun sein, dass du nicht deutlich widersprochen hast, am besten natürlich hätte das vor dem Betriebsurlaub geklärt gehört. Ich kann mir denken, dass das vom AG als Zustimmung interpretiert wird (so könnte er sich rausreden wollen). Andererseits wäre es seine Pflicht gewesen anzukündigen, dass er die nicht gearbeitete Zeit einzubehalten gedenkt. Dass er das nicht getan hat, könnte zu seinen Lasten gehen. Lg

Du bist für die vereinbarten 82 Stunden im Monat zu bezahlen, unabhängig davon, ob der Imbiss lange genug geöffnet hatte, damit Du Deine Stundenzahl erreichen kannst oder ob er wegen des Betriebsurlaubs geschlossen hat!

Das "Nichtöffnen, weil es anfangs nicht gut lief" ist nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB Betriebsrisiko des Arbeitgebers (das er nicht durch Nichtbezahlung auf den Arbeitnehmer abwälzen darf - § 615 "Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko":

Kommt der Dienstberechtigte mit der Annahme der Dienste in Verzug, so kann der Verpflichtete für die infolge des Verzugs nicht geleisteten Dienste die vereinbarte Vergütung verlangen, ohne zur Nachleistung verpflichtet zu sein. [Das gilt] entsprechend in den Fällen, in denen der Arbeitgeber das Risiko des Arbeitsausfalls trägt.

Kurz:

Trotz Minusstunden gegenüber der vereinbarten Arbeitszeit bist Du in diesem Fall so zu bezahlen, als würde es diese (wegen Arbeitsmangel entstandenen) Minusstunden nicht geben, und Du musst sie weder nacharbeiten, noch dürfen sie mit Dir zu zustehenden Entgelt oder Urlaubsansprüchen verrechnet werden!

Auch die Stunden, die Du wegen des Betriebsurlaubs nicht arbeiten konntest, sind Dir zu bezahlen. Wenn der Betriebsurlaub länger war als Dein verfügbarer Urlaubsanspruch, dann hat der Arbeitgeber eine Regelung zu treffen, um diese Differenz zu überbrücken, indem er Dir z.B. eine andere Arbeit zuweist, wenn er dazu nicht in der Lage ist, hat er "Pech gehabt": das Entgelt steht Dir trotzdem zu!

Es sollte dem Arbeitgeber allerdings schon klar gewesen sein, dass es Dir "nicht passte", dass Du nur so wenige Stunden arbeiten konntest, und dass Du mehr arbeiten wolltest, damit ihm nicht der Eindruck vermittelt wurde, Du wärst mit seinem Vorgehen einverstanden!

Teizeitkräften steht das gleiche Recht zu, wie Vollzeitkräften. Natürlich hast auch du Anspruch auf bezahlten Urlaub.

Der gesetzliche Mindesturlaub beträgt 24 Werktage im Jahr.(Als Werktage gelten alle Kalendertage, die nicht Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind).Bekommen die Vollzeitkräfte mehr Urlaub als den gesetzlich festgelegten, so hast auch du Anspruch auf den längeren Urlaub.

Es kommt aber darauf an, wie lange du dort schon beschäftigt bist, denn der volle Urlaubsanspruch besteht erst nach einer Betriebszugehörigkeit von mindestens sechs Monaten.

Da du dort aber erst zwei Monate beschäftigt warst, hättest du für jeden vollen Monat des Bestehens des Arbeitsverhältnisses einen Anspruch auf 1/12 des Jahresurlaubs.

Hast du aber von einem früheren Arbeitgeber für das Jahr 2014 schon den Jahresurlaub gewährt bekommen, dann hast du keinen Anspruch mehr.

danke! Und was ist mit meiner Abrechnung? Werden 82Std./Monat wie ausgemacht bezahlt oder nur die tatsächlichen Arbeitsstunden? Ich bin ja nicht Schuld dass der Imbiss am anfang nicht so läuft wie geplant!

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