Teilweise getrennter und dem Geschlecht zugeschnittener Unterricht?

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4 Antworten

Was meinst du mit "dem Geschlecht zugeschnittener Unterricht"?

Für Jungen besteht doch kein höherer Druck seitens der Schule, sondern - da würde ich dir recht geben- zwischen den Regeln der (männlichen) Gleichaltrigen und den Forderungen der Schule (im Bereich sozialer Kompetenz) oder auch zu den Erwartungen der Eltern.

Die Schule hat keine anderen oder erhöhte Leistungsanforderungen an Jungen, wenn man mit denen an Mädchen vergleicht. In den meisten Fächern geht subjektive Beurteilung doch gar nicht. Ein Ergebnis in der Mathearbeit ist richtig oder falsch, unabhängig, ob ein Junge oder ein Mädchen sie geschrieben hat.

Aber gerade in der Pubertät, in der Clique der Jungen, gelten die Dinge als cool, die bei Eltern und Schule nicht so gut ankommen. Das ist ein Spagat, den die Jungen nicht immer problemlos überstehen.

Wer sich an Regeln hält, höflich ist, regelmäßig Hausaufgaben macht und sich um seine schulischen Leistungen Gedanken machte, galt am Gymnasium meines Sohnes ganz schnell als "Warmduscher, als Mädchen, als Weichei ...". Wer regelmäßig mit sauberen und frisch gewaschenen Sachen kam, wurde schon mal schnell als schwul tituliert.

Wenn es um die nicht oder zu spät abgegebenen Arbeiten ging, waren es in der Klasse meines Sohnes meist die Jungen, obwohl weit in der Unterzahl (1/3 der Klasse).

Jungen pubertieren noch immer so, dass sie sehr sichtbar und nachdrücklich gegen die gewünschten (sozialen) Regeln verstoßen, die Elternhaus und Schule zu vermitteln versuchen.

Was soll die Schule also tun? Unterschiedliche Anforderungen an die beiden Geschlechter? Gibt es meines Wissens gerade mal im Sport.

Wie willst du denn vergleichbare Ergebnisse erreichen, wenn du den Unterricht unterschiedlich gestaltest?

Und wo sollen Jungen das soziale Miteinander lernen? Im Ausbildung- und Arbeitsleben werden sie doch auch damit konfrontiert, dass sie mit andersgeschlechtlichen Personen zusammenarbeiten müssen (und vielleicht sogar noch mit einer weiblichen Ausbilderin oder Chefin auskommen müssen).

Wenn man deinen Gedanken weiterstrickt, dann müsste Schule sogar der späteren geistigen Reife der Jungen Rechnung tragen. Immerhin sind Mädchen da immer etwas weiter.
Wenn ich das konsequent weiterdenke, dann müssten Jungs später in die Schule/in die Ausbildung kommen und ohne die Anwesenheit von Mädchen in ihrem schulischen Umfeld auskommen, damit durch den Vergleich mit den Mädchen kein Druck entsteht?

Ich denke, spätestens hier merkt man, dass der Ansatz nicht funktioniert.

Und dein Hinweis auf die dreimal höhere Selbstmordrate ... kann das daran liegen, dass Jungen/ Männer weniger konfliktfähig sind und davon ausgehen, dass ihr soziale Image im Eimer ist, wenn man zugibt, Probleme zu haben?
Oder liegt es daran, dass Frauen ihre Probleme viel früher thematisieren und kommunizieren?

Ich denke, es liegt auch an dem gesellschaftlich vermittelten (Wunsch-) Bild des Mannes - immer erfolgreich, keiner, der um Hilfe nachsucht, ein einsamer Wolf, immer ein Macher, nie psychische /mentale Probleme. Wenn es gelingt, zu vermitteln, dass Jungen mitnichten alles allein mit sich ausmachen müssen, dass das Versagen in einem bestimmten Gebiet (zum Beispiel eine vergeigte Prüfung) kein Infragestellen des ganzen Menschen bedeutet und dass es ganz normal ist, um Hilfe nachzufragen - dann könnte man das vielleicht ein bisschen ändern.

Aber dafür braucht es ein anderes Jungen- bzw. Männerbild in der Gesellschaft, in der Familie und im ganzen gesellschaftlichen Fokus. Solange der Beruf des Bauarbeiters immer noch das höhere Image hat als der Heilerziehungspfleger, der Erzieher in der Kita, der Sozialarbeiter oder gar der Altenpfleger - solange Muckis im Vergleich mit sozialen Fähigkeiten immer noch vorne liegen, wird man daran wohl leider nichts ändern können.

MrRayman 20.11.2015, 00:14

Die Schule hat keine anderen oder erhöhte Leistungsanforderungen an Jungen, wenn man mit denen an Mädchen vergleicht. In den meisten Fächern geht subjektive Beurteilung doch gar nicht. Ein Ergebnis in der Mathearbeit ist richtig oder falsch, unabhängig, ob ein Junge oder ein Mädchen sie geschrieben hat.

Auch wenn es meine sehr subjektive Meinung ist:

Ich glaube, dass Mädchen häufig besser bewertet werden, als Jungs. Besonders "stille" Mädchen haben bei mir meist noch passable mündliche Noten bekommen, obwohl ihre Mitarbeit im mündlichen Bereich gegen 0 ging. Bei guten und sehr guten Leistungen waren die Unterschiede gefühlt nicht vorhanden oder deutlich kleiner.

Die schriftlichen Arbeiten kann ich nicht beurteilen.

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das jungs unter einem höheren druck stehen, kann ich so nicht bestätigen,aber ich kenne ja auch nur die eine sichtweise ^^... frauen bekommen immer noch für die gleiche arbeit weniger geld...wollen sie das gleiche geld wie männer haben,müssen sie besser qualifiziert sein... außerdem ist es immer noch so das ein großteil der frauen für die versorgung der kinder und des haushaltes zuständig ist, auch hier müssen dann frauen karrieretechnisch zurückstecken..es ist notwendig, dass es frauenquoten in unternehmen gibt... den größeren druck machen sich männer oft selber, weil viele dinge über revierkämpfe und rivalitäten ausgetragen werden...das hat sich seit den neanderthalern nicht geändert... 

Christian45xxx 19.11.2015, 22:46

Soweit wollte ich es nicht stricken aber OK. Hier einige Fakten, die eine neutrale Bewertung ermöglichen (genaue zahlen hab ich nicht im Kopf, dazu kam gestern eine Sendung auf WDR). Ich arbeite mich noch durch

Arbeitslosenanteil : Männer höher, meiner Meinung nach weil Hilfsstellen im kaufmännschen und Dienstleistungsbereich lieber mit frauen besetzt werden

Frauenquote: Kölner Kanalreiniger suchen noch heute bei gleicher Bezahlung

Arbeitsumfeld: Männer gehen miteinander wesentlich gnadenloser um als mit einer Frau und sind zudem vom Hormonhaushalt her manipulierbar.


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me2312la 19.11.2015, 22:57
@Christian45xxx

ich will deinen fakten gar nicht bestreiten , obwohl sie alles andere als neutral sind... das männer gnadenloser miteinander umgehen,halte ich jedoch für ein gerücht.. 

es bringt nichts wenn du einen beruf raussuchst,bei dem frauen das gleiche verdienen..solche berufe gibt es haufenweise, aber nicht in den berufen wo es wirklich um geld geht

da ich eine zeitlang auch im bereich arbeitsmarkt/arbeitsmarktentwicklung gearbeitet habe muss ich, zumindest in meinem lebensumfeld, auch deine vermutung abschmettern, dass kaufmännische berufe gern von frauen besetzt werden... 1.gibt es viel mehr frauen, die einen beruf der in die richtung geht gelernt haben, 2. besteht aktuell deswegen gerade ein problem, viele berufe mit verschiedenen arbeitsbezeichnungen meinen eigentlich alle :bürokauffrau mit verschiedenen qualifikationen, aktuell besteht sogar ein mangel an berufen mit vollzeitbeschäftigung im bereich büro - außer im callcenterbereich

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Das Schulsystem ist allgemein ziemlich behindert. Aber ich glaube nicht, dass Jungs in irgendeiner Weise bevorzugt oder benachteiligt werden, Mädchen schreiben tatsächlich oftmals bessere Noten, was allerdings davon kommt, dass sie sich hinhocken und lernen und viele Jungs eben nicht

Inquisitivus 19.11.2015, 22:36

Aber wieso tun wir das denn nicht? ;)

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Carrier 19.11.2015, 22:37
@Inquisitivus

Normalerweise, weil wir strohdoof sind xDD Jedenfalls auf mich bezogen^^

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Ja, das einfachste Beispiel ist die Feinmotorik, zu Beginn der Schulzeit sind Mädchen den Jungs in ihrer Entwicklung etwa 1-2 Jahre voraus. Das zieht sich auch durch das ganze Sozialverhalten, schließlich haben die meisten Mädchen auch in späteren Schuljahren einen älteren Freund.

Nun schult man die Jungs mit 6 Jahren ein, an einer Stelle an der sie noch nicht soweit sind und möchte ihnen dann Schönschreiben beibringen. Die Feinmotorik entwickelt sich bei Jungs später, damit fügt man ihnen in jüngsten Jahren schon Frustration und Abneigung gegen die Schule ein.

Es würde wesentlich mehr Sinn machen Jungs mit 7 und Mädchen mit 6 ein zu schulen.

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