Teilungszwangsversteigerung- noch einige Fragen...

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1 Antwort

Zur 1. Frage: Ja, das kann durchaus über ein Jahr dauern. Es hängt zum einen von den Bearbeitungszeiten der - meist chronisch überlasteten - Amtsgerichte ab, zum anderen von den Einsprüchen der Personen, die die Versteigerung nicht wollen.

Zur 2. Frage: Beides kann richtig sein. Das geringste Gebot, also die Summe, die mindestens geboten werden muß, beinhaltet das geringste Bargebot und die bestehenbleibenden Rechte (sofern welche da sind). Das geringste Bargebot sind im wesentlichen die Gerichtskosten der Versteigerung und evtl. rückständige öffentliche Lasten, also Grundsteuer, Müllabfuhr usw. Die bestehenbleibenden Rechte sind die sogenannten Dienstbarkeiten (z. B. daß Du kein Fenster zum Nachbargrundstück brechen darfst, also Pillepalle, aber auch erhebliche Rechte, z. B. ein Wohnrecht, was das Haus für Dich wertlos macht). Grundschulden der Bank(en) - und das ist das, was Du meinst - können auch zu den bestehenbleibenden Rechten gehören. Wenn eine Grundschuld zu den bestehenbleibenden Rechten gehört, mußt Du immer im Hinterkopf behalten, daß Du Dich noch mit der Bank einigen mußt. Machen wir ein Beispiel: Du willst bis TEUR 150 bieten, der Rechtspfleger sagt - und dazu ist er verpflichtet - daß die Bank X eine Grundschuld von TEURO 100 eingetragen hat, und diese Grundschuld ins geringste Gebot fällt. Du darfst dann nur bis zu TEURO 50 bieten, weil Du ja weißt, daß Du Dich noch mit Bank X über die verbleibenden TEURO 100 einigen mußt. Normalerweise sollten die Noch-Eigentümer bei einer Teilungsversteigerung im Eigeninteresse für ein möglichst "sauberes" Grundbuch sorgen, also alles löschen lassen, was nicht mehr reingehört. Keine Angst, der Rechtspfleger muß das bei der Versteigerung haarklein erläutern und alle Fragen wahrheitsgemäß und ausführlich beantworten. Also immer gefragt und keine falsche Scham, daß Du Dich blamieren könntest. Immerhin geht es um sehr viel Geld.

Zur Frage 3: Du kannst die Wohnung mit der Begründung des Eigenbedarfs kündigen und bis zum Auszug Miete kassieren.

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