Teilschuld?

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4 Antworten

Dein Vater hat nicht recht. Die Hauptschuld wird der Auffahrende "B" tragen. Fahrradfahren auf dem Zebrastreifen ist in Österreich nicht erlaubt daher hat er bei Fahrere "A" eine für Fahrer "B" nichtvorraussehbare Reaktion heraufbeschworen und bekommt eine Teilschuld. Ist Fahrer "A" betrunken dann bekommt er auch eine Teilschuld da anzunehmen ist dass seine Reaktionen anders waren als wäre er nüchtern gewesen. Er hätte zB nüchtern den Radfahrer früher gesehen und wäre gar nicht oder weniger schwungvoll weggefahren. Es ist sogar dann von Versicherungsseite dann noch schlimmer, da bekommt der betrunkene dann die hauptschuld da er eigentlich gar nicht auf der Straße sein dürfte. Dazu würde es auch reichen wenn er wegen einer Gipshand zB nicht fahren dürfte.

Natürlich darf ein Radfahrer über einen Zebrastreifen fahren. Er hat dann aber nicht die gleichen Rechte, sprich den Vorrang eines Fußgängers. Ursächlich für den Unfall ist das Fehlverhalten des Radfahrers, denn er hat die Straße überquert, ohne den Vorrang des Kfz. zu beachten. Dass dort ein Zebrastreifen ist, ist völlig irrelevant. Die Schuldfrage lässt sich so kaum zuverlässig beantworten. Mag sein, dass sie auch von verschiedenen Richtern unterschiedlich beantwortet wird ... Eventuell hätte Fahrer A in nüchternem Zustand den Radfahrer auch eher gesehen und wäre gar nicht angefahren? Auch dann wäre der Unfall nicht passiert.

Dein Vater hat in beiden Fällen recht, denn Fahrer A muss - StVO § 1 - anhalten, wenn er sonst der Radfahrer über den Haufen führe.

Wenn der Radfahrer dort nicht hätte fahren dürfen, dann hat er eine Mitschuld, aber sicher nicht Fahrer A.

Dein Vater hat Recht.

Malikuh 21.02.2012, 20:02

Hast du eine Begründung? Hat er in beiden Fällen recht?

Wann trifft dann überhaupt eine Teilschuld ein?

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Ellwood 21.02.2012, 20:13
@Malikuh

In beiden Fällen (Fall 1 kann ich aus leidvollem Erleben bestätigen). Entscheidend ist hier §4 StVO
§ 4 Abstand

(1) Der Abstand von einem vorausfahrenden Fahrzeug muß in der Regel so groß sein, daß auch dann hinter ihm gehalten werden kann, wenn es plötzlich gebremst wird. Der Vorausfahrende darf nicht ohne zwingenden Grund stark bremsen.

Damit ist der Drops gelutscht. Sprich, der Radfahrer hat sich zwar falsch verhalten und könnte eine Strafe für das Überqueren bekommen, Ihm ist aber nicht das Fehlverhalten des Hinterherfahrenden anzulasten.
Eine Teilschuld hätte der Radfahrer, wenn Du Ihn direkt umgesenst hättest, so nicht.

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